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Pattensen Top 5: Diese Menschen haben 2021 in Pattensen etwas bewegt
Umland Pattensen

Pattensen: Diese Menschen haben 2021 etwas bewegt

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17:36 30.12.2021
Von links oben im Uhrzeigersinn: Christian Klindworth hat die Idee für den Multi-Sport-Court entwickelt, Peter Roselieb hat Pattensen vom Schnee befreit, die Apothekerinnen Nicola Kallmeyer und Diana Blanke testen Bürger, Andreas Bock organisiert und Mila Revink (mit Bürgermeisterin Ramona Schumann) wird Jugendbürgermeisterin.
Von links oben im Uhrzeigersinn: Christian Klindworth hat die Idee für den Multi-Sport-Court entwickelt, Peter Roselieb hat Pattensen vom Schnee befreit, die Apothekerinnen Nicola Kallmeyer und Diana Blanke testen Bürger, Andreas Bock organisiert und Mila Revink (mit Bürgermeisterin Ramona Schumann) wird Jugendbürgermeisterin. Quelle: Janna Silinger, Mark Bode, Torsten Lippelt
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Pattensen

Sie haben sich in diesem Jahr im besonderen Maße für die Stadt Pattensen eingesetzt. Wir stellen Menschen vor, die sich 2021 in außergewöhnlicher Form engagiert haben.

1. Musiker Andreas Bock organisiert Bluesfestival

Andreas Bock spielt beim Jeinser Bluesfestival selbst immer wieder am Schlagzeug. Quelle: Torsten Lippelt

Es ist nicht leicht gewesen, während der Corona-Pandemie eine Veranstaltung zu planen. Und schon gar nicht ein mehrtägiges Festival. Andreas Bock hat es dennoch gewagt und Durchhaltevermögen bewiesen. Der im Ortsteil Jeinsen lebende Bock habe gerade aufgrund der diversen Beschränkungen handeln wollen. „Die Corona-Zeit war für uns hauptberufliche Musiker hart“, sagte er. So habe er die Idee zum viertägigen Festival mit wechselnden Veranstaltungsorten entwickelt. „Mit der Veranstaltung will ich meinen Berufskollegen mal wieder eine Auftrittsmöglichkeit bieten“, sagte er vorab. Der Plan ging auf. Schon am ersten Abend war Bock selbst am Schlagzeug und rockte mit anderen Musikern auf der improvisierten Bühne. Die Veranstaltungsreihe war ein Erfolg und lockte insgesamt etwa 600 Besucher an. Bock war so zufrieden, dass er für das Jahr 2022 bereits eine Fortsetzung angekündigt hat.

2. Schneemassen im Winter fordern Roselieb

Peter Roselieb reinigt eine Straße in Pattensen-Mitte. Zwischenzeitlich zog er sich den Unmut einiger Anwohner zu. Quelle: Mark Bode

Während einige Spaß mit den Schneemassen Anfang Februar hatten und beispielsweise das Schloss Marienburg besuchten oder regelmäßig Futter für Wildtiere auslegten, musste sich besonders Peter Roselieb Kritik von vielen Anwohnern in Pattensen-Mitte anhören. Diese kritisierten den Chef der gleichnamigen Gebäudeservice-Firma, die für die Reinigung der Straßen in der Kernstadt zuständig ist, für das gefühlt zögerliche Verhalten. „Teilweise gingen die Kommentare in sozialen Medien schon unter die Gürtellinie“, sagte Roselieb damals. Er bat um Verständnis, dass das Beseitigen dieser immensen Massen an Schnee nicht leicht sei. „Einfach Schild runter und los, funktioniert nicht“, sagte er. Aus dem Schnee sei teils Eis entstanden. „Das ist wie Beton“, sagte Roselieb, der an den Tagen jeweils ab 5 Uhr morgens selbst mit einem Räumfahrzeug auf den Straßen unterwegs gewesen war. Er versprach damals, auf Anregungen von Anliegern schnell zu reagieren. Und er hielt Wort. Plötzlich verstummten die Kritiker und lobende Worte folgten. Die Stadt sprang Roselieb ebenfalls unterstützend zur Seite.

3. Christian Klindworth kämpft für den Multi-Sport-Court

Christian Klindworth (rechts) ist Initiator und kämpft für den Multi-Sport-Court in Pattensen-Mitte. Unterstützt wird er dabei von Jugendbürgermeisterin Mila Revink und Lars Waldeck. Quelle: Janna Silinger

Er ist Vater von drei Kindern und lebt in Pattensen: Christian Klindworth vertritt die Meinung, dass für Kinder bis zum Alter von etwa zehn Jahren ausreichend Spielmöglichkeiten in der Stadt vorhanden seien. Doch was sollen ältere Kinder und Jugendliche machen? Die kämen laut Klindworth derzeit noch zu kurz. Doch das soll sich ändern. Deshalb hat der 42-Jährige die Idee für den sogenannten Multi-Sport-Court entwickelt. Es soll ein vielfältiges Sportareal für Jugendliche werden. Klindworth mag es nach eigener Darstellung allerdings gar nicht, so sehr im Fokus zu stehen. Gerne bezeichnet er das Unterfangen als Gemeinschaftsprojekt, in das vor allem das Jugendparlament eingebunden ist. Dennoch ist und bleibt Klindworth die treibende Kraft. Er diskutiert mit Politikern, mit Architekten, hat einen geeigneten Standort an der Rudolf-Harbig-Straße auserkoren und sammelt eifrig Spenden. Nachdem inzwischen die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt bestätigt ist, können die Spender sogar das Geld steuerlich absetzen.

4. Apothekerinnen Kallmeyer und Blanke bekommen Zorn zu spüren

Diana Blanke (links) betreibt die Easy Apotheke, Nicola Kallmeyer die Marien-Apotheke in Pattensen-Mitte. Quelle: Mark Bode

Sie stehen seit Monaten im Fokus: Apotheken. In Pattensen-Mitte betreibt Nicola Kallmeyer die Marien-Apotheke an der Marienstraße und Diana Blanke die Easy Apotheke am Calenberg Center. Immer wieder wurden sie von Entscheidungen der Bundesregierung überrascht und mussten anschließend den Zorn der Kundinnen und Kunden über sich ergehen lassen. Zunächst bei der Ausgabe von Masken, später beim Erstellen des digitalen Impfzertifikats und bei den Corona-Schnelltests. „Das ist nicht ganz fair“, sagte Kallmeyer. Immer wieder habe der damalige CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn die Apotheken überrumpelt. Während der 2G-plus-Regel war der Ansturm auf die Apotheken – diese waren die beiden einzigen Anlaufstellen für Schnelltests in ganz Pattensen – gewaltig. Bei der Easy Apotheke habe die Wartezeit teils eineinhalb Stunden betragen, bei der Marien-Apotheke waren Termine bis zu eine Woche im Voraus ausgebucht. Die Lage habe sich zum Ende des Jahres allerdings etwas entspannt, weil Corona-Tests nicht mehr im großen Umfang nachgefragt wurden. Dennoch hatte Blanke in Kooperation mit dem MSC Pattensen noch eine Test-Zweigstelle eröffnet.

5. Mila Revink ist die neue Sprecherin für die Jugend

Glückwunsch von Bürgermeisterin zu Bürgermeisterin: Ramona Schumann (links) gratuliert Mila Revink, die nun zwei Jahre dem Jugendparlament vorsteht. Quelle: Mark Bode

Mila Revink hat schon dem ersten Jugendparlament Pattensens angehört und in den zwei Jahren einiges erreicht. Beispielsweise befürwortete sie besonders, dass sogenannte Smartbenches zum Aufladen von Handys in Pattensen aufgestellt werden. Die engagierte 18-Jährige möchte sich allerdings in Zukunft noch mehr einbringen. Sie stellte sich für das zweite Jugendparlament erneut zur Wahl und erhielt 442 Stimmen – die drittmeisten unter den 16 Kandidaten. Da Lilli Engelhardt (533 Stimmen) und Lasse Ahrens (471 Stimmen) keinen Anspruch auf den Posten erhoben, wurde Revink auf der konstituierenden Sitzung einstimmig zur neuen Jugendbürgermeisterin gewählt. Sie versteht es, eine Sitzung souverän zu leiten, kann sich stets vernünftig artikulieren und bringt immer wieder neue Ideen ein. So gehört sie unter anderem der Arbeitsgruppe Multi-Sport-Court an und ist beim Gedenken der Pogromopfer dabei gewesen.

Von Mark Bode