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Pattensen Mit GPS und Zollstock auf der Suche nach Hamstern
Umland Pattensen

Pattensen: Helfer suchen in Pattensen Feldhamster mit Zollstock und GPS

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18:07 09.08.2019
Ein Dutzend ehrenamtlicher Helfer sucht auf einem abgeernteten Weizenfeld bei Pattensen Baue von Feldhamstern. Quelle: Thomas Böger
Pattensen-Mitte

„Hier steppt der Hamster!“ : Volker Lipecki ist ganz begeistert, wenn er auf seinem GPS-Gerät die bereits kartierten Hamsterbauten bei Pattensen aufruft. Zahlreiche blaue Flaggen kennzeichnen die Funde. Bei der Suche auf einem abgemähten Weizenfeld westlich des Postfrachtzentrums sind am Donnerstagabend noch einmal fünf dazu gekommen. Sie zu entdecken, war aber gar nicht so einfach.

Auf einem abgeernteten Weizenfeld bei Pattensen suchen ehrenamtliche Helfer mit Zollstock und GPS nach Bauen von Feldhamstern. Sie werden fünfmal fündig.

Zunächst muss sich das Dutzend Helfer durch ein abgeerntetes Maisfeld arbeiten, dessen harte Stängel kniehoch stehen. Das sei in Niedersachsen erlaubt, betont Nina Lipecki, Regionalkoordinatorin für das Projekt Feldhamsterland der Deutschen Wildtier Stiftung. Nach der Ernte benötige man keine Genehmigung des Eigentümers zum Betreten der Äcker. Auf dem Weizenstoppelfeld bildet die Gruppe eine breite Reihe und rückt dann langsamen Schrittes vor. Die Köpfe sind gesenkt, der Blick aufmerksam auf den Boden gerichtet.

Auch Mauselöcher werden entdeckt

Doch zunächst entdecken sie nur Mauselöcher. Aber dann fällt Nina Lipecki etwas auf: „Hier ist ganz viel Erdauswurf“, ruft sie. „Das möchte ich mir mal näher ansehen.“ Und tatsächlich: Das Loch misst gut sechs Zentimeter im Durchmesser und reicht 34 Zentimeter tief in den Boden. Außerdem ist der Auswurf nur in eine Richtung erfolgt. „Das ist typisch für Hamster“, erklärt sie, während Ehemann Volker den Fundort mit seinem GPS-Gerät registriert.

Kurz darauf entdeckt Barbara Schirmer aus Hildesheim ein weiteres Loch, in dem der Zollstock sogar bis zur 60-Zentimeter-Marke verschwindet. Aber Lipecki ist skeptisch: Der Durchmesser ist für Feldhamster – sie erreichen etwa die Größe von Meerschweinchen – eigentlich zu klein und in unmittelbarer Nähe gibt es noch mehr kleine Löcher. Das deutet eher auf Mäuse hin. Als eine Helferin fragt, ob es nicht besser sei, diesen Fund auch mit aufzunehmen, damit es möglichst viele werden, lehnt Lipecki das entschieden ab: „Nein, wir machen das seriös“, stellt sie klar. Auch ohne Zweifelsfälle identifizieren sie an diesem Abend fünf Röhren eindeutig als Zugang zu Hamsterbauten.

Viele blaue Flaggen markieren auf Volker Lipeckis GPS-Gerät die Hamster-Funde bei Pattensen. Quelle: Thomas Böger

Helfer haben unterschiedliche Gründe

Die ehrenamtlichen Helfer sind aus unterschiedlichen Motiven gekommen: „Wir sind Naturfreunde“, sagt Thorsten Raulfs aus Soßmar (Kreis Peine). Außerdem komme er aus der Landwirtschaft und habe Kindheitserinnerungen an Hamster. Der zwölfjährige Jonas aus Hannover hat eigentlich nur seine Tante begleitet, die gerne mitmachen wollte, aber jetzt ist er besonders eifrig bei der Sache. Ein ganz spezielles Interesse an der Kartierung hat Sandra Stets: Sie sitzt für die Grünen im Pattenser Rat und muss mit entscheiden, ob das Gewerbegebiet erweitert werden darf und unter welchen Auflagen das eventuell geschehen müsste. „Aber ich finde das ganze Projekt unterstützenswert“, sagt sie mit Blick auf die zurzeit in fünf Bundesländern laufende Aktion der Stiftung.

Nina Lipecki hofft, dass der Nachweis von zahlreichen Erdbauten der Nager dazu führt, das geplante Gewerbegebiet hamsterfreundlich zu gestalten, sodass die Tiere dort bleiben könnten. Dafür genüge es schon, die Zäune durchlässig zu konstruieren, einige Rasenflächen vorzusehen „und vielleicht ein paar Getreidestreifen dazwischen anzulegen“, meint die Expertin.

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Von Thomas Böger

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