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Pattensen Imker-Neuling ist von seinen Bienen fasziniert
Umland Pattensen

Pattensen: Imker-Neuling Dirk Erdner ist von seinen Bienen fasziniert

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16:02 18.10.2019
Vier Beuten hat Neu-Imker Dirk Erdner in seinem Garten nebeneinanderstehen. Quelle: Thomas Böger
Pattensen-Mitte

Das immer wieder durch die Medien geisternde Bienensterben betrifft die Imker kaum: Es geht dabei ganz überwiegend um Wildbienen. Doch auch die heimischen Bienenzüchter haben Probleme. Durch den vermehrten Einsatz von Pestiziden sowie durch die Varroamilbe sind auch ihre Völker gefährdet. Eine geringere Zahl an Bienen führt wiederum zu einer geringeren Bestäubungsleistung der Insekten und damit zu Ernteverlusten.

Für den IT-Spezialisten und FDP-Stadtverbandsvorsitzenden Dirk Erdner aus Pattensen war denn auch das Bild einer Frau („Ich glaube, das war in China“), die in einem Baum sitzt und die Blüten von Hand bestäubt, mit ausschlaggebend dafür, in diesem Jahr mit der Imkerei zu beginnen. Warum nicht ein paar Beuten – so nennen die Imker die von Laien meist als Stöcke bezeichneten Behausungen ihrer Bienen – in den Garten stellen, habe er sich gedacht.

Auch Bienen sind hungrig: Aus dem mit Zuckersirup gefüllten Futtereimer bedienen sie sich gern. Quelle: Thomas Böger

Kurse gemacht und in Imkerverein eingetreten

Er las sich in das Thema ein, belegte einen Imker-, später einen Honigkurs und schloss sich dem Pattenser Imkerverein an. Mit Unterstützung des erfahrenen Bienenzüchters Werner Könnecke stellte Erdner zunächst drei Beuten auf, von denen eine jedoch plötzlich ohne Königin war. „Man kann sich übers Internet eine neue kaufen und per Post zuschicken lassen“, berichtet Erdner, der inzwischen vier Völker von jeweils 30.000 bis 40.000 Immen in seinem Garten stehen hat. „Seitdem ist da wieder mehr los“, sagt er. In den Jahren zuvor war die Zahl der Insekten ebenso wie die der Vögel deutlich zurückgegangen.

In diesem Jahr hat der Neu-Imker noch keinen Honig geerntet, doch für das kommende ist das geplant. Dafür muss er den fleißigen Insekten aber auch etwas geben: Sie bekommen von ihm Zuckersirup, von dem sie sich im Winter ernähren können. Bis zu dreimal könne man im Frühjahr und Sommer ernten und dabei auf einen Ertrag von rund 25 Kilogramm pro Volk kommen, rechnet der 56-Jährige vor.

Vor dem Flugloch der Beute herrscht ein eifriges Kommen und Gehen. Quelle: Thomas Böger

Er ist von den zum Teil wirklich erstaunlichen Fähigkeiten seiner Bienen fasziniert. „Die bauen die Zellen in den Waben immer gleich groß, stets mit 5,4 Millimetern Durchmesser“, berichtet er. Im Internet nennen Imker aber auch andere Größen von 5,2 bis 5,6 Millimeter – immer noch eine beachtliche Exaktheit. Und die Späherbienen informieren die Arbeiterinnen mit einem „Schwänzeltanz“ über die Lage einer Nahrungsquelle, die sie in bis zu drei Kilometern Entfernung entdeckt haben. Aus der Geschwindigkeit der Bewegungen und ihrem Winkel zur Sonne können Richtung und Entfernung beispielsweise eines Rapsfeldes abgeleitet werden.

„Die tun nichts!“ Dirk Erdner nimmt seine Bienen sogar auf den Finger. Quelle: Thomas Böger

Laut Erdner sind seine Bienen „absolut friedfertig. Die tun nichts“, versichert er. Deshalb trage er auch nie Schutzkleidung. Gestochen worden ist er aber schon. Einmal sei ihm eins der Tiere direkt ins Gesicht geflogen, als er den Deckel einer Beute öffnete. Der Stich in die Augenbraue ließ das Auge vorübergehend zuschwellen, „aber nach zwei Tagen war alles vorbei“.

Zusammenarbeit mit KGS geplant

Die Berichte und Diskussionen über das Ausbleiben von Insekten zeigen offenbar Wirkung: Imkervereine haben Zulauf. Auch in Pattensen ist die Mitgliederzahl des örtlichen Clubs im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Fast 50 Mitglieder sind es jetzt, berichtet der Vorsitzende Lars Brandes.

Das liege auch an der kürzlich eingerichteten Facebook-Gruppe. Durch sie sei die Kooperative Gesamtschule (KGS) Pattensen auf den Verein aufmerksam geworden. Beide wollen künftig kooperieren. Vier Lehrkräfte würden zu Bienenpädagogen ausgebildet, berichtet Brandes. Im nächsten Jahr könne man dann möglicherweise praktische Projekte an der KGS organisieren.

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Von Thomas Böger

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