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Pattensen KGS führt Kooperative Eingangsstufe ein
Umland Pattensen KGS führt Kooperative Eingangsstufe ein
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17:00 22.02.2019
Freuen sich auf den Beginn der Kooperativen Eingangsstufe: Andreas Ulrich (von links), Mirjam Gerull und Ulrich Ziehn. Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen-Mitte

Ab dem Schuljahr 2019/2020 werden die Schüler der Schulzweige Haupt- und Realschule sowie Gymnasium in der Pattenser KGS gemeinsam in einer sogenannten Kooperativen Eingangsstufe (KES) unterrichtet. „Das Wichtigste zuerst: Wir bleiben eine KGS und werden nicht zu einer IGS“, sagte die kommissarische Schulleiterin Mirjam Gerull. Dies sei einer der häufigsten Fragen, die Eltern bereits zu dem Thema gestellt haben. Geplant ist, dass die Schüler für ihren jeweiligen Schulzweig angemeldet und dann auf unterschiedlichem Niveau gemeinsam unterrichtet werden. „Sie werden Arbeiten auf dem jeweiligen Leistungsniveau ihrer Schulzweige schreiben und werden auch danach benotet“, erläuterte Gerull. Das sei an Integrierten Gesamtschulen nicht so.

Der Anlass für das neue Modell, das ohne zusätzliches Personal eingeführt wird: Die Ernst-Reuter-Schule in Pattensen stellt sich auf die Bildungsanforderungen im 21. Jahrhundert ein. Der didaktische Leiter der KGS Pattensen Ulrich Ziehn erläutert: „Die Berufswelt fordert heute ganz andere Kompetenzen als noch im vergangenen Jahrhundert. Die Schüler müssen nicht nur das Kernwissen Deutsch, Mathematik und Englisch haben, sondern auch teamfähig, kreativ und kommunikativ sein und zudem erfahren im Umgang mit modernen Medien.“ Gemeinsam mit Gerull und dem Fachbereichsleiter Deutsch, Andreas Ulrich, stellte er am Freitag in einem Pressegespräch das neue Unterrichtskonzept für die Jahrgänge fünf bis sieben vor.

Schüler können leichter den Schulzweig wechseln

Gerull sieht fünf verschiedene Anforderungsstufen: Kinder mit Förderbedarf und Kinder, die für die drei Schulzweige angemeldet sind, sowie hochbegabte Kinder. Ein großer Vorteil sei, dass die Kinder in der Kooperativen Eingangsstufe den Schulzweig wechseln können, ohne die Klassen wechseln zu müssen. „Viele Studien belegen, dass für Kinder nach der vierten Klasse kaum vorhergesagt werden kann, welchen Abschluss sie später machen. Wir haben zum Beispiel einen relativ häufigen Wechsel vom Realschulzweig zur gymnasialen Stufe“, sagte Gerull. Doch bereits in der sechsten Klasse komme es vor, dass die Kinder diesen Wechsel selbst gar nicht wollen, weil sie lieber in ihrem Klassenverbund bleiben möchten. Dieser Wechsel sei in der KES nicht mehr notwendig. Erst ab Jahrgang acht sollen die Kinder dann reguläre Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulklassen besuchen.

Ziehn wies darauf hin, dass dieser Ansatz auch nicht komplett neu ist. „In künstlerischen oder handwerklichen Unterrichtseinheiten wurden die Schüler in den jungen Jahrgängen auch schon bereits gemeinsam unterrichtet“, sagte er. Ulrich ergänzte, dass auch die unterrichteten Themen in den Jahrgängen bereits ähnlich gewesen seien. „Sie wurden nur mit unterschiedlichen Anforderungen unterrichtet, was jetzt auch so bleibt“, sagte er. Die Klassen werden jeweils zwei Klassenlehrer bekommen: einen aus dem Gymnasialzweig und einen aus dem Haupt- und Realschulzweig.

Schüler werden individuell gefördert

Ein weiterer Schwerpunkt soll auf das individualisierte Lernen gelegt werden. In den Unterrichtsplan soll die sogenannte MeiLe – Meine Lernzeit – aufgenommen werden. In diesen Stunden können sich die Schüler individuell bilden. „Sie können Unterrichtsstoff nachholen oder ein Referat vorbereiten. Zudem haben sie zum Beispiel die Möglichkeit, sich handwerklich oder künstlerisch auszudrücken“, sagte Ziehn. Erfahrungen hätten gezeigt, dass viele Schüler spezielle Begabungen haben, die so gefördert werden können. „So kann ein Hauptschüler zum Beispiel in einem einzelnen Fach wie zum Beispiel Mathematik auf dem Niveau eine Gymnasialschülers sein. Förderschüler sind möglicherweise im theoretischen Teil nicht so gut, können aber manchmal vor der Klasse besser offen sprechen als Gymnasialschüler“, sagte Gerull.

Die kommissarische Schulleiterin erläuterte, dass die Kommunikation über den Unterrichtsstoff hinaus ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist. Lehrer stehen in dem MeiLe-Studen für individuelle Gespräche zur Verfügung. So soll es am Ende jeder Woche eine Stunde geben, in der Lehrer und Schüler gemeinsam reflektieren, was gut gelaufen ist und was besser hätte sein können.

Das gesamte Konzept soll Eltern von Schülern, die im nächsten Schuljahr den fünften Jahrgang besuchen, an einem Informationsabend am Dienstag, 5. März, vorgestellt werden. Beginn ist um 19 Uhr in der Aula der Ernst-Reuter-Schule.

Von Tobias Lehmann

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