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Pattensen Kitaplatzmangel: Bürgermeisterin hat 5-Punkte-Plan
Umland Pattensen

Pattensen: Kitaplatzmangel in Schulenburg: Bürgermeisterin hat 5-Punkte-Plan für Pattensen

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15:03 17.05.2019
Bürgermeisterin Ramona Schumann (links) bei der Eröffnung der Kita Ruther Straße mit Leiterin Maren Taube. Quelle: Kim Gallop (Archiv)
Pattensen/Schulenburg

Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann gegen den Mangel an Kinderbetreuungsplätzen angehen, der besonders drängend in Schulenburg ist. Dort fehlen ab Sommer und dann nochmals zum Jahresbeginn 2020 insgesamt 25 Plätze. Die Eltern fordern deshalb eine Lösung und sammeln derzeit Unterschriften.

Nach Auskunft von Schumann hatte sich der zusätzliche Bedarf in Schulenburg bereits abgezeichnet. Allerdings war die Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass die Plätze erst gebraucht werden, wenn das Neubaugebiet an den Sportplätzen vollgelaufen ist.

Doch dann sei in Schulenburg etwas passiert, das SchumannGenerationenwechsel in alten Quartieren“ nennt. „Der Abverkauf alter Häuser an junge Familien ist zu erwarten gewesen“, erläutert sie. „Dass aber innerhalb eines Dreivierteljahres eine so große Anzahl dieser Generationenwechsel konzentriert auf einen Ortsteil stattfindet, das konnten wir nicht voraus sehen und planerisch demnach nicht steuern.“ Die Planungen von Rat und Verwaltung für eine ausreichende Deckung des Bedarfs an Betreuungsplätzen seien damit überholt und müssten umgehend den neuen Gegebenheiten angepasst werden.

Nach Auskunft der Stadt soll ein strategisches Gesamtkonzept erarbeitet werden, dass der Rat noch vor der Sommerpause beschließen soll. Grundlage ist ein von der Bürgermeisterin erstellter 5-Punkte-Plan (siehe Info-Kasten). Dazu gehört, dass schnell über die Größe einer neuen Kita sowie über den Standort entschieden wird. Außerdem soll das notwendige Geld im Haushalt 2020 bereit gestellt werden. Der Plan soll die Stadtverwaltung schnell handlungs- und umsetzungsfähig machen und der Politik wieder Steuerungshoheit für die zukünftige Entwicklung zu geben. Trotz der Notsituation sollen aber Fragen, die die gesamte Stadt betreffen, nicht aus dem Auge verloren werden.

Der 5-Punkte-Plan (Zusammenfassung)

Bürgermeisterin Ramona Schumann schreibt: Am wirtschaftlichsten sind nach allen Erfahrungswerten größere Einheiten mit Synergien in Verkehrs- und Nutzflächen. Es bedarf des Weiteren eines Puffers, der über die Zahl der gemeldeten und prognostizierbaren zu Betreuenden hinausgeht. Aus meiner Sicht ist eine 110-prozentige Abdeckung orientiert am erfassbaren Bedarf unter Berücksichtigung der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung anzustreben, um auch kurzfristigen (nicht prognostizierbaren) Kitaplatzbedarfen gerecht zu werden. Auch ist zu überlegen, dass die Stadtverwaltung seitens der Politik einen Handlungsrahmen durch eine Prioritätenliste erhält; in diese sollen sämtliche Maßnahmen zusammengefasst und nacheinander abgearbeitet werden, bis ein Lösungsvorschlag greift.

1. Der Rat der Stadt Pattensen entscheidet sich umgehend für eine Maßnahmenliste, in der Standortfragen und eine Größenordnung für den Neubau einer Kita für das Stadtgebiet Pattensen auf einer baureifen Fläche Berücksichtigung finden.

2. Seitens der Verwaltung wird der bereits vorliegende Vorschlag für die zügig umsetzbarste Lösung verfolgt. Auf Basis der in der AG Stadtentwicklung vorgestellten Modelle (Modulbauweise eventuell mit Erweiterungsmöglichkeiten) werden die Mittel für Planung einer Einrichtung im Jahr 2019 verwandt.

3. Mittel für Bau und Ausstattung der neuen Kita werden im Haushalt 2020 bereitgestellt. Der Haushaltsplanentwurf der Verwaltung wird diese bereits vorsehen. Der Rat beschließt entsprechend.

4. Mittelfristig strebt die Stadt Pattensen (Bürgerschaft, Rat und Verwaltung) eine 110-prozentige Bedarfsabdeckung an, um künftig auch kurzfristigen Bedarfen gerecht zu werden. Der Mehraufwand wird als Beitrag zur Daseinsvorsorge angesehen und gesamtschuldnerisch getragen.

5. Im Rahmen der Selbstverpflichtung werden Rat und Verwaltung bei der Frage nach dezentralen oder zentralen Einheiten vor allem Wirtschaftlichkeitsaspekten den Vorrang geben, um die Haushaltskonsolidierung nicht zu gefährden.

Aufgeteilt ist das jetzige Arbeitspaket laut Schumann in zwei Säulen: Erstens muss eine Lösung für das drängendste Problem der fehlenden Plätze in Schulenburg gefunden werden. Das hieße, notfalls auch temporäre Lösungen umsetzen. Alle sich anbietenden Lösungen müssten geprüft werden, Gespräche mit Genehmigungsbehörden und weiteren Beteiligten stünden bereits an.

Zweitens will Pattensen eine 110-prozentige Abdeckung mit Betreuungsplätzen anstreben, damit sie auch auf kurzfristig entstehenden Bedarf reagieren kann. Um das umzusetzen, bedürfe es wohl „kreativer und neuer Modelle und Antworten“, meint die Bürgermeisterin, sie sehe, „dass die Ratspolitik sich da sehr offen“ zeige.

Von Kim Gallop

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