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Pattensen Krankenkassen um Beiträge geprellt: Gericht verurteilt 86-Jährigen Pattenser
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Pattensen: Krankenkassen um Beiträge geprellt: Gericht verurteilt 86-Jährigen

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17:03 28.11.2019
Das Amtsgericht Springe hat einen Pattenser zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Quelle: Andreas Zimmer
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Pattensen

Er ist eigentlich seit vielen Jahren Rentner. Doch trotz seiner 86 Jahre ist ein Pattenser immer wieder als Bauplaner tätig – und landet im Zusammenhang damit auch regelmäßig vor Gericht. Jetzt musste sich der Senior vor der Strafrichterin am Springer Amtsgericht verantworten, weil er für Angestellte keine Sozialversicherungsabgaben gezahlt hat. Rund 12.000 Euro blieb er so unter anderem Krankenkassen schuldig. Der Mann wurde zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Pattenser räumt die Vorwürfe ein

„Die Vorwürfe stimmen“, räumte der Senior unumwunden ein. Weil zwei Bauherren ihn nicht bezahlt hätten, habe er die Beiträge nicht erstatten können. „Ich will aber versuchen, die Krankenkassenbeiträge abzustottern“, sagte der 86-Jährige, der selbst eine Grundsicherung bezieht. Dafür wolle er noch den ein oder anderen Auftrag annehmen oder sich dafür möglicherweise anstellen lassen. Doch die Richterin riet ihm davon dringend ab. Denn sein Bundeszentralregister zeigt, dass er schon mehrfach wegen Beitragsvorenthaltungen verurteilt worden ist.

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„Das geht schon seit 2012 so“, erklärte die Richterin. Vor zwei Jahren wurde der Mann sogar in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Bauplaner wegen Betrugs in einem besonders schweren Fall zu einer eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Damals habe er ihr versichert, sein Gewerbe abzumelden, erinnerte die Strafrichterin. „Aber Sie hören einfach nicht auf“. Wie bei einem Schneeballsystem versuche der Senior, Schulden mit neuen Aufträgen zu bezahlen. Das funktioniere aber nicht. Wenn er nicht mehr arbeite, könne er den finanziellen Schaden aber nicht mehr regulieren, argumentierte der Senior. Und fügte hinzu: „Ich bin noch gut drauf“.

Erneute Bewährungsstrafe für den Angeklagten

Davon wollte die Richterin aber nichts wissen. Als Bewährungsauflage bekam der 86-Jährige die richterliche Weisung, nicht mehr selbstständig tätig zu sein. An einer Gefängnisstrafe ist der Mann mit Blick auf sein erneutes Vergehen in laufender Bewährungszeit nur knapp vorbeigeschrammt. Die Strafrichterin bezeichnete die erneute Bewährungsstrafe als „Gnadenakt“. Ebenso wie die Staatsanwältin wollte sie den betagten Pattenser nicht im Gefängnis sehen. „Aber gehen Sie nicht mehr arbeiten“, redete sie ihm ins Gewissen. Auf eine Wiedergutmachung des entstandenen Schadens hat übrigens zumindest eine Krankenkasse verzichtet, weil der Pattenser „bekanntermaßen vermögenlos“ sei.

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