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Pattensen 200 Gäste bei Heimatabend mit Brodowy und Momsen
Umland Pattensen

Pattensen: Matthias Brodowy und Werner Momsen in Jeinsen bei Heimatabend des Bürgervereins

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14:54 24.11.2019
Bei ihrem Heimatabend in St. Georg scherzen, streiten und philosophieren Klappmaul Werner Momsen und Matthias Brodowy über Eigenheiten, Mythen und Geschichten des Nordens. Quelle: Torsten Lippelt
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Jeinsen

„Och …?!“ Mit diesem in Norddeutschland tiefschürfend und sehr interpretierbaren Wortbeitrag begann und endete er, der Heimatabend von Matthias Brodowy und Werner Momsen. Die beiden bekennenden Nordlichter sind am Freitagabend in der mit fast 200 Besuchern ausverkauften St.-Georg-Kirche aufgetreten. Die Veranstaltung hatte der Bürgerverein Jeinsen organisiert.

Der Kabarettist aus Hannover und das beliebte Hamburger Klappmaul, das stets geführt wird vom schwarz gekleideten Puppenspieler Detlef Wutschik hinter ihm, philosophierten und sangen, diskutierten und stritten sich dabei mit viel Wortwitz und auch auf Plattdeutsch etwa zweieinhalb Stunden über das, was Norddeutschland eigentlich ist und über Eigenheiten, Mythen und Geschichten des Nordens.

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Matthias Brodowy und Werner Momsen sind Wortakrobaten Quelle: Torsten Lippelt

Brodowy und Momsen beim Bürgerverein

Das Herumkabbeln – norddeutsch für Herumstreiten, ohne es allzu ernst zu meinen – begann bereits mit einem dem Heimatabend den Titel gebenden „Och..“ auf Brodowys Frage, wie es Momsen denn gehe. „So klischeehaft können wir nicht anfangen. So wortarm sind wir Norddeutschen nicht“, kritisierte der Hannoveraner den Hamburger. „Doch“, sagte dieser und nickte. „Sie vielleicht nicht. Aber ich. Sie kommen ja aus Hannover – das ist ja gar nicht mehr im Norden“, konterte Momsen und löste so die erste Grundsatzdiskussion aus.

„Sie sind doch in Braunschweig geboren, in Wolfsburg und Hildesheim aufgewachsen und leben jetzt in Hannover. Da muss ihr Therapeut doch auch Sonderschichten fahren“, stichelte Momsen zu Brodowy in Bezug auf regionale Wertschätzungen untereinander. „Ich bin ein Nordlicht aus dem tiefsten Süden des Nordens“, antwortete dieser singend zu Klaviermusik.

Heimatabend in Jeinsen rund um das Thema Norden

Spannend philosophierten beide über das Norddeutschland charakterisierende Plattdeutsch, das vieles doch liebevoller klingen lasse als in Hochdeutsch. Die auf Plattdeutsch von beiden besungenen „Snuten und Poten“ klingen so als Gericht viel leckerer als „Schnauzen und Pfoten“.

Weiter ging es in zünftiger Piratenmontur von Momsen zu den norddeutschen Mythen und Heldenfiguren – vom Freibeuter Klaus Störtebeker und Schimmelreiter Hauke Haien über Till Eulenspiegel und Baron von Münchhausen bis hin zur Brockenhexe und Klein Erna. Beim Teetrinken beleuchtete das Duo norddeutsche Spezialitäten wie Grünkohl mit Pinkel, Calenberger Pfannenschlag und Labskaus.

Ein Heimatabend mit zwei Nordlichtern rund um das Thema Norden: Die Besucher des Bürgervereins Jeinsen in der St.-Georg-Kirche haben die unterhaltsamen Stunden sehr genossen.

Bürgerverein lädt in St.-Georg-Kirche ein

Besonders gelungen war das Wortspiel, als Momsen beleidigt die Bühne verließ und seine ihn leitende Schattenfigur Wutschik ohne schwarze Gesichtsmaske auf die Bühne kam. „Du hast ihn doch in der Hand“, versuchte Brodowy den Puppenspieler zu mehr spielerischem Druck auf Momsen zu motivieren. „Das kann ich nicht, er ist sozusagen mein Vorgesetzter“, antwortete Wutschik.

Als Momsen dann zunächst gewohnt wortkarg wieder die Bühne betrat, bekundete Brodowy: „Wissen Sie was – da wo Sie sind, da ist Norden.“ Gerührt und mit einem abschließenden „Och…“ kuschelte sich das Klappmaul dann unter dem Applaus der Zuschauer an die Brust des Mannes aus der „Stadt mit Keks“. „Och…“ bedauerten auch die Besucher das Ende des Heimatabends zwischen Kabbeln und Kuscheln.

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Von Torsten Lippelt

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