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Pattensen 64-Jähriger geht mit Mistgabel auf Nachbarn los
Umland Pattensen

Pattensen: Nachbarsschaftsstreit mit Mistgabel vor Gericht

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18:16 04.12.2019
Das für Pattensen zuständige Amtsgericht in Springe. Quelle: Andreas Zimmer
Pattensen

Mit einer Mistgabel hat ein 64-Jähriger aus Pattensen im Mai dieses Jahres seinen Nachbarn bedroht. Auch dessen Frau wurde in den Nachbarschaftsstreit mit hineingezogen und verletzt. Der aggressive Nachbar musste sich jetzt am Amtsgericht Springe vor einer Strafrichterin verantworten: Sie verurteilte den bislang unbescholtenen Mann zu einer Geldstrafe von 3750 Euro.

Eine Wildkamera, die sein Nachbar installiert hatte, löste den Disput aus. Der Angeklagte fühlte sich beobachtet, riss die Kamera aus der Verankerung und warf sie in den Garten. Er habe zuvor Alkohol getrunken und eigentlich sei ihm schon gleich nach dieser Tat bewusst gewesen: „Das war Blödsinn“. Doch mit der zerstörten Wildkamera ging der Streit erst richtig los.

Angeklagter greift zur Forke

Der 54-jährige Nachbar kam aus seinem Haus, der Angeklagte flüchtete in seinen eigenen Garten. Er habe Angst bekommen und eine Forke gegriffen, um dem 54-Jährigen mit dem Gartengerät zu zeigen: bis hierher und nicht weiter. Doch der 54-Jährige beschrieb es eher als einen Angriff . „Er hat mit der Mistgabel eine Stechbewegung auf mich zu gemacht“. Beherzt griff er deshalb seitlich in die Mistgabel und wehrte den Angriff ab.

Währenddessen habe die Frau des Nachbarn die ganze Zeit geschrien, sie rufe die Polizei, berichtete der Angeklagte. Nach der Attacke mit der Forke ging der 64-Jährige in sein Haus. „Ich hatte einen ganz trockenen Hals“, erzählte er. Mit zwei Bechern kalten Früchtetees kam er zurück in den Garten, bot einen seinem Nachbarn an, der ihn aber ablehnte. Als dann dessen Frau noch einmal rief, sie werde die Polizei anrufen, schüttete der 64-Jährige der Frau den Tee aus dem ihrem Mann zugedachten Becher kurzerhand ins Gesicht: „Da ging das Geschrei aber erst richtig los“, sagte der Mann, der nach eigenem Bekunden in psychiatrischer Behandlung ist

Nachbar alarmiert Polizei und Krankenwagen

Daraufhin bekam die Frau auch noch den Rest aus seinem eigenen Becher ins Gesicht. Er schubste die Frau anschließend, sodass sie stolperte, auf einen Holzbalken stürzte und sich Prellungen zuzog. Ihr Mann alarmierte nicht nur die Polizei, sondern auch einen Krankenwagen. Der Angeklagte zeigte sich nun hilfsbereit. „Ich habe gefragt, ob ich helfen kann, aber das wollten die beiden nicht“, so der Mann. Vielmehr habe der Nachbar ihm gesagt, er solle in sein Haus gehen. „Er hat mich kommandiert wie einen Hund“, sagte der 64-Jährige.

Ein Test der Polizei zeigte einen Atemalkoholgehalt von 1,4 Promille. Die Nachbarschaft ist inzwischen beendet, dem Angeklagten wurde gekündigt. Neben der Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 50 Euro muss der 64-Jährige auch auf seine Gartenforke verzichten. Sie wurde von der Staatsanwaltschaft eingezogen.

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