Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Pattensen Neue Masche: Falsche Polizisten erbeuten Schmuck
Umland Pattensen

Pattensen: Neue Masche: Falsche Polizisten erbeuten in Pattensen Schmuck

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:02 30.07.2019
Die Polizei bittet um Zeugenhinweise. Quelle: Uwe Dillenberg
Anzeige
Pattensen

Mit einer neuen Masche haben falsche Polizisten am Montag bei einer Seniorin Schmuck gestohlen. Die derzeit flüchtigen Männer hatten vorgegeben, das Haus nach einer nicht angemeldeten Waffe durchsuchen zu müssen. Die Polizei bittet jetzt um Hinweise von Zeugen.

Nach Angaben der Polizeidirektion Hannover hatten die beiden Unbekannten am Montag gegen 10 Uhr an einer Anschrift im Nordosten Pattensens geklingelt und sich bei der 80-Jährigen Bewohnerin als Polizeibeamte ausgegeben. Sie sagten der Frau, dass eine Anzeige wegen Waffenbesitzes vorläge und sie nun die Waffenbesitzkarte kontrollieren müssten.

Anzeige

Männer ließen einen Zettel zurück

Die 80-Jährige ließ die beiden falschen Beamten in ihr Haus. Mit einem Mann setzte sich die Seniorin auf das Sofa, und der andere suchte nach einer nicht angemeldeten scharfen Waffe, um diese zu kontrollieren. Nachdem der Unbekannte offenbar das gesamte Haus abgesucht und ein Luftgewehr gefunden hatte, ließen die Männer einen Zettel mit einer vermeintlichen Vorgangsnummer und einer Telefonnummern zurück.

Dann verabschiedeten sich die falschen Polizisten. Kurz darauf bemerkte die Seniorin, dass ihr Schmuck verschwunden war und benachrichtigte über eine Angehörige die echte Polizei.

Täter werten eventuell Todesanzeigen aus

Einer der Täter ist circa 55 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, schlank und hatte graues, krauses Haar. Er trug eine blaue Hose und eine graue Stoffweste. Der Täter hatte einen Schnellhefter bei sich.

Sein Komplize war ähnlich gekleidet. Er war etwas kräftiger, dafür aber etwas jünger als der andere Täter. Beide Männer sprachen Deutsch. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter der Rufnummer (0511) 1095555 entgegen.

Da der Ehemann der Seniorin kurz zuvor verstorben war, haben die Ermittler den Verdacht, dass die Täter ihre Opfer gezielt nach Todesanzeigen aussuchen.

Die Kriminalpolizei rät in diesem Zusammenhang:

- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.

- Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.

- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.

Von Kim Gallop