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Pattensen: Pattensen diskutiert über Klimaschutz

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00:18 22.05.2019
Der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch (von links), Bürgermeisterin Ramona Schumann und die Klimaschutzmanagerin Dagmar Moldehn diskutieren im Pattenser Rathaus über zukünftige Strategien zum Klimaschutz. Quelle: Daniel Junker
Pattensen-Mitte

Beim Klimaschutzforum im Pattenser Rathaus haben am Sonntag verschiedene Akteure ihre Vorstellungen und Ideen für die Gestaltung einer umweltfreundlicheren Zukunft präsentiert. Nach dem Auftakt zum Stadtradeln, an dem sich rund 20 Fahrradfahrer vom Rathaus aus auf den Weg zur zentralen Veranstaltung in Hannover gemacht haben, diskutierten Bürgermeisterin Ramona Schumann, der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch und die Pattenser Klimaschutzmanagerin Dagmar Modehn beim Klimatalk über die gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen für eine klimafreundliche Zukunft.

„In etwa neun Jahren werden wir einen Punkt erreicht haben, an dem die Schäden irreversibel sind. Deshalb müssen wir jetzt etwas tun“, machte Schumann deutlich. „99,3 Prozent aller wissenschaftlichen Studien sagen, dass das, was über den natürlichen CO2-Kreislauf hinausgeht, menschengemacht ist.“ Miersch wie in diesem Zusammenhang auf die verstärkt auftretenden politischen Kräfte hin, die einerseits betonten, es gebe keinen menschengemachten Klimawandel, andererseits aber „alles dafür tun, dass keine Menschen aus anderen Kontinenten zu uns kommen dürfen“ – und ergänzte: „Wir laufen Gefahr, dass wir die Zukunft für ganz viele Menschen aufs Spiel setzen.“

Beim Klimaschutzforum diskutieren der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, Bürgermeisterin Ramona Schumann und die Klimaschutzmanagerin Dagmar Moldehn über zukünftige Strategien zum Umweltschutz. Vereine und Verbände präsentieren sich vor dem Rathaus.

Pattensens Klimaschutzmanagerin Dagmar Moldehn forderte zum Reflexion darüber auf, wie jeder selbst zum Energiesparen beitragen kann. Auch die Kommunen seien gefordert: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir es attraktiver machen können, dass die Leute auf das Auto verzichten oder Carsharing betreiben.“ Die Verwaltung sei gefordert, auch Schulen und Kindertagesstätten in die Pflicht nehmen, „Wir müssen uns daran setzen, ein entsprechendes Verhalten zu entwickeln.“Im Regionsvergleich haben Pattensens Bürger eine relativ gute CO2-Bilanz: Mit einem Ausstoß von 4,9 Tonnen Ausstoß pro Einwohner und Jahr liege die Kommune unter den ersten drei Plätzen liege, sagte Schumann. Der Bundesdurchschnitt liege bei 11 Tonnen. „Wir sind deshalb gut, weil auf unserem Gebiet viel Windenergie erzeugt wird. Wir sind aber aufgrund des fehlenden Bahnanschlusses und der Lage im ländlichen Raum nicht gut im Bereich Verkehr.“ Dort müsse die Kommune vorankommen.

Miersch und Schumann: ÖPNV muss günstiger werden

Es sei dringend notwendig, sich die Frage zu stellen, wie Mobilität in Zukunft organisiert wird, ergänzte Miersch. „Wenn wir da nur Verzicht predigen, wird uns keiner folgen.“ Der Bundestagsabgeordnete plädiert für einen kostengünstigen ÖPNV und den Ausbau der Infrastruktur. „Wir sehen einen rasanten Anstieg der Nachfrage, deshalb müssen wir da investieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann auch innerdeutsche Flüge überflüssig werden.“ Schumann forderte, dass die Nutzung des Nahverkehrs günstiger sein müsse als die Nutzung des Autos.

Miersch zog auch einen Vergleich zu anderen Ländern. „Unser CO2-Ausstoß ist weitaus größer als der eine Inders. Die Inder wollen aber auch so leben wie wir und zum Beispiel einen Kühlschrank haben. Sie wollen sich weiterentwickeln.“ Er sei genervt von der Frage, warum die Deutschen beim Klimaschutz vorangehen sollen. „Wenn wir damit nicht anfangen, wird sich auch kein anderer auf diese Schiene begeben.“

Im Rahmen des Klimaschutzforums bot die Stadt über den ganzen Tag Vorträge an, unter anderem zur Insektenvielfalt im eigenen Garten, zur Ernährung, zur E-Mobilität und zur Heizungserneuerung. Rund um das Rathaus präsentierten sich zudem rund 15 Organisationen und Verbände.

Von Daniel Junker

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