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Pattensen So umtriebig ist der frühere Puma-Vertriebschef Wolfgang Fürmeyer als Rentner
Umland Pattensen

Pattensen: Rastlos in Rente: Wolfgang Fürmeyer engagiert sich in Pattensen

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19:20 17.01.2020
Wolfgang Fürmeyer, einst Deutschland-Vertriebschef bei Puma, engagiert sich als Rentner in zahlreichen Ehrenämtern. Quelle: Marian Prill
Pattensen

„Es birgt eine gewisse Gefahr, wenn man morgens plötzlich nicht mehr um 6 Uhr aufstehen muss und es auch abends keine Telefonkonferenzen mit London mehr gibt”, sagt Wolfgang Fürmeyer und macht es sich auf dem heimischen Sofa bequem. Der Mittsechziger ist in Rente. Aber Ruhestand? Keine Spur. Stattdessen jährliche Jugendsportlerehrung, Rasenmähen im Freibad, stellvertretender Vorsitz im Sportring, politischer Einsatz als stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender der CDU, enge Zusammenarbeit mit der Stadt Pattensen.

Doch eines nach dem anderen: „Seit 46 Jahren bin ich Mitglied in der Partei”, sagt Wolfgang Fürmeyer und verrät, dass er für den früheren Ministerpräsidenten Heinz Kühn in Nordrhein-Westfalen Wahlkampf gemacht habe. Der vorweihnachtliche Seniorennachmittag, der gegenwärtig von ihm einmal im Jahr veranstaltet wird, würde zwar von der Partei mitgetragen werden, doch von einem Forum für politische Meinungsbildung sei dieser weit entfernt.

Serie: „Eine Stunde mit ...“

Tafelhelfer, Künstler, Landwirt oder Polizist:In unserer Winterserie „Eine Stunde mit ...“ wollen wir die Pattenser zum Gespräch bitten, sie kennenlernen und ihre Geschichten erzählen. Wir treffen Menschen in ihrem beruflichen Umfeld und zu Hause, wollen herausfinden, wie sie leben und was sie machen. Unsere Reporter sind den ganzen Winter lang unterwegs, um eine interessante, aufschlussreiche und spannende Stunde mit ihnen zu verbringen.

Herzschmerz beim beruflichen Ausstieg

Die Lücke, die entstand, als sich Fürmeyer 2014 von seinem Arbeitgeber verabschiedete, sei gedanklich noch greifbar, erzählt der Wahlpattenser, der gebürtig aus Osnabrück stammt: „Ich hatte Herzschmerz, bei Puma auszusteigen.” Der Sportartikelhersteller hat Wolfgang Fürmeyer groß gemacht.

Umgekehrt genauso. Fürmeyer leistete einen erheblichen Beitrag, um das Unternehmen auf Expansionskurs zu bringen und satte Erträge zu erwirtschaften, zuletzt als nationaler Vertriebschef. Dazu gehörte es auch, mit den großen Fußballstars der Zeit auf Tuchfühlung zu gehen.

In seinem Kalender standen unter anderem Vertragsverhandlungen mit Willi Lemke und Klaus Allofs, bei Werder Bremen Fürmeyers Ansprechpartner für Sponsorengespräche. Auch Rainer Bonhof („eine Ikone unter den deutschen Nationalspielern”), sowie Willi Reimann und Georg Volkert (beide vom Hamburger SV) gehörten lange Zeit zum engeren Freundeskreis.

Fahrt mit Mini-Traktor am Pattenser Bad

Und dann nach dreieinhalb Jahrzehnten und einer erfolgreichen Vorzeigekarriere plötzlich in Rente. Untätig herumsitzen war und ist auch heute nichts für Wolfgang Fürmeyer, der sich eine halbe Stunde nach Gesprächsbeginn und wenige Autominuten später auf einem Mini-Traktor mit Schneidewerkzeug wiederfindet. Obwohl die Saison längst vorbei ist, schaut er auf dem Außengelände des Pattenser Freibads nach dem Rechten. In den warmen Monaten bearbeiten er und weitere Freiwillige im Green Team regelmäßig 17.000 Quadratmeter Grünfläche.

Fürmeyer ließ sich auch als Vorstandschef im Tennisverein verpflichten und nahm dabei das eigene Risiko der persönlichen Haftung in Kauf, das mit dieser Position verbunden ist. Seit 2003 organisiert er verantwortlich die Jugendsportlerehrung in Pattensen. Einmal im Jahr bekommen 80 bis 100 Kinder und Jugendliche für ihre Leistungen eine Bühne geboten.

Er arbeitet im Hintergrund, schlägt andere für Ehrungen vor

Wolfgang Fürmeyer bereitet Reden vor, vernetzt Leute, arbeitet häufig im Hintergrund. Seit drei Jahren organisiert der Allrounder die Hallenbenutzungspläne für Sportvereine innerhalb der Stadt Pattensen.

Als er davon berichtet, dass er selbst bei einem Neujahrsempfang im vorvorigen Jahr geehrt wurde, obwohl eigentlich er es ist, der sonst Leute für die Ehrung vorschlägt, sagt er dazu nur dies: „Es gibt so viele Menschen da draußen, die sich einsetzen, ohne Geld zu verlangen. Ihnen gebührt große Anerkennung.”

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Von Marian Prill

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