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Pattensen Region zahlt keine Schülerfahrten nach Sarstedt mehr
Umland Pattensen Region zahlt keine Schülerfahrten nach Sarstedt mehr
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00:20 05.05.2019
Sieh, das Gute liegt so nah: Vom Pattenser Ortsteil Schulenburg aus führen Buslinien nach Sarstedt und Hildesheim. Quelle: Kim Gallop
Schulenburg

Wohl die meisten Eltern werden die weiterführende Schule für ihr Kind mit großer Sorgfalt aussuchen. Mit wenig Freude aber sehen Melanie und Christian Pervelz aus Schulenburg dem kommenden Schuljahr 2019/2020 entgegen. Ihr älterer Sohn besucht derzeit die 7. Klasse des Gymnasiums in Sarstedt. Eine Monatsfahrkarte von Schulenburg nach Sarstedt kostet zur Zeit 74,60 Uhr. Die Region Hannover hatte den Eltern bislang einen Betrag von 45,40 Euro erstattet. Vom kommenden Schuljahr an sollte auch der jüngere Sohn dieses Gymnasium besuchen. Doch mit dem neuen Schuljahr wird die Region Hannover sich finanziell nicht mehr an der sogenannten Schülerbeförderung beteiligen.

Grundlage ist eine Änderung des niedersächsischen Schulgesetzes vom Sommer 2017: Demnach sollen die Fahrkosten nicht mehr erstattet werden, wenn der Träger der Schülerbeförderung Schulbusse oder Schülerfahrkarten zur Verfügung stellt. Entsprechend wurde von der Regionsversammlung im Juni 2018 eine Änderung der bisherigen Praxis beschlossen. Es wurde eine Übergangsfrist eingeräumt, aber zum kommenden Schuljahr soll die Erstattung wegfallen.

Eltern entscheiden sich bewusst für ein Gymnasium

Ehepaar Pervelz aus Schulenburg hat sich bewusst für ein Gymnasium für ihre Kinder entschieden. Die einzige weiterführende Schule in Pattensen ist eine Kooperative Gesamtschule (KGS). Als die Eltern bei der Region protestierten, wurden sie darauf hingewiesen, dass das nächste Gymnasium innerhalb des Regionsgebietes in Springe liegt. Andere Schulenburger Eltern wurden von der Regionsverwaltung an das Gymnasium in Laatzen verwiesen.

Die Tochter von Galina und Stefan Ruppelt aus Schulenburg geht ebenfalls auf das Gymnasium in Sarstedt. Stefan Ruppelt schätzt, das etwa 150 Schüler von der neuen Regelung betroffen sind. „Nur, weil wir an Rande des Regionsgebietes leben und uns für eine freie Schulwahl in einem anderen Landkreis entschieden haben, werden wir finanziell von der Region Hannover bestraft“, sagt er. Und weist darauf hin, dass der Landkreis Hildesheim „seine Schüler und deren Familien“ unterstützt, „indem er anstandslos die Fahrtkosten ihrer Schüler in die Region Hannover übernimmt“.

Schulweg dauert viel länger

Akribisch haben Eltern ausgerechnet, dass ihre Kinder beim Besuch des Gymnasiums in Sarstedt bei einem vollen Schultag 6 Stunden und 45 Minuten aus dem Haus sind. Doch beim Besuch der anderen Gymnasien wären sie wegen des häufigen Umsteigens viel länger unterwegs: Beim Besuch des Gymnasiums in Springe wären es 7 Stunden und 55 Minuten und beim Besuch des Gymnasiums in Laatzen entweder 8 Stunden und 55 Minuten oder sogar 9 Stunden und 25 Minuten. „Wir sind der Meinung, dass dies für unsere Kinder nicht zumutbar ist“, hat Familie Pervelz an die Region geschrieben.

Pattensens Stadtsprecherin Andrea Steding konnte auf Anfrage am Donnerstag die Zahl der betroffenen Schüler nicht bestätigen. Regionssprecherin Sonja Wendt verwies auf die gesetzlichen Regelungen und darauf, dass die Region bei der Frage nach der Kostenbeteiligung an den Schülerfahrten „keinen Ermessensspielraum“ habe. Die Region Hannover habe zu gewährleisten, dass die Schüler die gewünschte Schulform im Regionsgebiet in einer Zeit erreichen könnten, die zumutbar ist. Die „Zumutbarkeitsgrenze“ liegt nach Angaben von Wendt „bei 90 Minuten je Schulweg in eine Richtung“.

Von Kim Gallop

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