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Pattensen Baugebiet: Rat stimmt für Grünfläche und gegen zehn weitere Häuser
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Pattensen: Streit um Pattensen-Mitte Nord: Rat stimmt für Grünfläche und gegen zehn weitere Häuser

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16:00 29.09.2019
Die sogenannte Dreiecksfläche liegt im Baugebiet Pattensen-Mitte Nord zwischen Hiddestorfer Straße und Pariser Allee. Quelle: Kim Gallop
Pattensen

Die sogenannte Dreiecksfläche im Baugebiet Pattensen-Mitte Nord soll nicht bebaut werden. Dieses Brachgelände von rund 5300 Quadratmetern zwischen Hiddestorfer Straße und Pariser Allee im dritten Bauabschnitt soll planerisch offiziell als Grünfläche festgelegt werden. So hat es die Stadtverwaltung von Pattensen vorgeschlagen, und der Rat hat dafür bei der jüngsten Sitzung die entsprechenden Beschlüsse gefasst – jeweils einstimmig.

Der Investor Werretal, der das große Baugebiet Pattensen-Mitte Nord entwickelt und vermarktet, hat eine Bauvoranfrage für das Gebiet gestellt. Dort sollen nach Meinung des Investors Baugrundstücke für zehn Einfamilienhäuser ausgewiesen werden.

Stadt und Investor streiten sei Jahren, einige Streitfälle wurden auch vor Gericht ausgetragen. Auch jetzt droht Werretal damit, die Stadt zu verklagen.

Stadt wirft Werretal Vermessungsfehler vor

Um den umstrittenen Bereich als Grünfläche zu sichern, muss erst der Flächennutzungsplan Hiddestorfer Straße/Pariser Allee geändert werden und dann der Bebauungsplan Pattensen-Mitte Nord. „Die erste Drucksache bereitet den Weg für die zweite Drucksache“ – so sagte es Axel Müller, Erster Stadtrat und Verantwortlicher für den Baubereich, in der Ratssitzung.

Nach Darstellung der Stadt waren die Bauplätze für den dritten Bauabschnitt falsch bemessen worden. „Sie wären nach Baurecht gar nicht mehr bebaubar gewesen, sie ragten in Grün- und Verkehrsflächen hinein“, sagte Müller. Damit die Käufer der Bauplätze ihre Häuser wie geplant bauen konnten, habe die Stadt das fehlerhaft ausgewiesene Areal „nachträglich legalisiert“.

Dadurch seien aber eigentlich geplante Grünflächen weggefallen ebenso wie ein geplanter Kinderspielplatz, erläuterte er. Der Ortsrat Pattensen-Mitte habe bereits für die Festsetzung als Grünfläche gestimmt, „um die Aufenthalts- und Wohnqualität zu verbessern“. Auch der Stadtverwaltung sei daran gelegen, „etwas mehr Grün ins Baugebiet zu bringen“, ergänzte Müller.

Werretal: Baugrundstücke waren ungünstig geschnitten

Bei Udo Helling, dem Geschäftsführer von Werretal, stoßen die Haltung der Stadt und die Entscheidungen der Ratsmitglieder auf Unverständnis. „Wenn die Dreiecksfläche zur Grünfläche wird, schädigt sich die Stadt selbst“, sagte Helling. „Zehn Einfamilienhausgrundstücke gehen verloren.“ Die Fläche gehöre zum Teil der Stadt, und wenn die Stadt sie unbebaut lasse, verzichte sie auf Einnahmen. „Das löst eine Schadenersatzklage aus“, kündigte er an.

Zur Frage der vermeintlich fehlerhaften Vermessung der Baugrundstücke sagte Helling, diese Grundstücke hätten erst durch die erfolgte Vermessung einen vernünftigen Zuschnitt erhalten. „Sonst wären einige der Grundstücke zu tief gewesen und andere viel zu klein für ein Haus“, erläuterte er.

Es gibt weitere Streitpunkte

Nach Auskunft von Helling liegt sein Unternehmen noch wegen anderer Punkte im Streit mit der Stadt. Einerseits habe Werretal allein die Kosten für eine Ausgleichsfläche für den streng geschützten Feldhamster tragen müssen. Diese Fläche werde aber von der Stadt genutzt, um dorthin Hamster von anderen Baugebieten umzusiedeln.

Außerdem, so Helling, verweigere die Stadt dem Unternehmen eine sogenannte Ablösebestätigung für die Herstellung von Entwässerungsanlagen. „Es geht um etwa 300.000 Euro“, sagte Helling, „die gibt der Notar erst frei, wenn die Bescheinigung vorliegt.“ So lange das Geld nicht fließe, hieß es zunächst vonseiten Werretals, werde eine Grünfläche im dritten Bauabschnitt auch nicht angelegt. Auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte Helling am Donnerstag: „Der Auftrag für die Begrünung wurde vergeben. Aber die Stadt hält sich seit Jahren nicht an Verträge.“

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Von Kim Gallop

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