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Pattensen Sorge um Relevanzverlust der Kirche
Umland Pattensen

Pattensen: Superintendent Detlef Brandes in Pattensen sieht Relevanzverlust der Kirche miit Sorge

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18:28 25.10.2019
Bedauert, dass immer weniger Menschen den Weg zur Kirche finden: Superintendent Detlef Brandes. Quelle: Kim Gallop
Pattensen/Laatzen

Mit Sorge sieht Superintendent Detlef Brandes den „Relevanzverlust der Kirche“. Über dieses Thema hat er in seinem jüngsten Ephoralbericht vor dem Kirchenkreistag gesprochen. „Jeder Kirchenaustritt ist für einen Pastor die Erfahrung einer Kränkung“, sagt Brandes. Die Gründe dafür, dass die Kirche im Leben vieler Menschen keine oder kaum mehr eine Rolle spielt, sieht er unter anderem in der demografischen Entwicklung, im Einfluss der sozialen Medien und den gewandelten Freizeitbedürfnissen der Menschen.

Wenn überhaupt, hätten viele Menschen nur Kontakt zur Kirche bei einer Hochzeit, Taufe oder Beerdigung – und da manchmal auch nur als Gast. „Die Kirche wird als Gelegenheit wahrgenommen. Was bedeutet das für das geistliche Leben der Menschen?“, fragt er.

Geistlicher Impuls ist gefragt

Deshalb werde jetzt ein geistlicher Impuls gebraucht, denn häufig seien Konzepte zur Erneuerung der Kirche „primär auf das Organisationshandeln der Kirche ausgerichtet“, etwa das Haushalten mit Personal und finanziellen Ressourcen. Vielmehr müssten die Fragen jetzt lauten: „Welches Bild von Kirche als einer Gemeinschaft von Glaubenden leitet uns in unserem Handeln? Was gibt uns Hoffnung und Kraft, diesem Bild zu folgen?“

Kirchliches Handeln muss nach Ansicht von Brandes nicht mehr als fremdes Handeln wahrgenommen werden, sondern als etwas, das der Einzelne beeinflussen kann. Ziel ist es, dass sich das Mitglied als Teil der Kirche begreift. „Kirche sind wir, Kirche lebt auch durch meinen Glauben, und mein Glaube lebt davon, dass Schwestern und Brüder neben mir glauben und beten, klagen und hoffen.“

Menschen möchten sich engagieren – in der Kirche

Brandes hat erfahren, dass Menschen ihren Glauben leben, indem sie sich engagieren – in der Kirche. „Sie wollen sich in einem bestimmten Rahmen engagieren“, etwa als Ehrenamtliche bei der Diakonie oder in der Hospizarbeit. Auch das Selbstverständnis der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Kirche müsse sich wandeln. „Wir alle leisten Verkündigung in unterschiedlicher Form“, sagt Brandes. Diese Verkündigung werde nicht als Prediger auf der Kanzel geleistet, sondern bei der Sozialarbeit, im diakonischen Nachbarschaftsladen Doppelpunkt in Springe oder bei der Kirchenmusik.

Auch für die Sonntagsgottesdienste kann sich Brandes neue Formen vorstellen. Wobei er den Wert betont und den Gottesdienst „als Atempause“ vom oft hektischen Alltag sieht – als eine „Atempause, die Gott uns schenkt“ und „den Sonntag zum Sonntag macht“.

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