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Pattensen Aus dem Amtsgericht: Junge Frau beschuldigt aus Rache eine Freundin
Umland Pattensen

Pattensen: Verhandlung am Amtsgericht Springe, Frau beschuldigt aus Rache eine Freundin

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00:16 26.05.2019
Das Amtsgericht in Springe. Quelle: Andreas Zimmer
Pattensen/Springe

Aus Rache hat eine junge Frau aus Pattensen eine Hannoveranerin beschuldigt, ihre Daten gestohlen und damit einen Router bestellt zu haben. Die Pattenserin hatte für einige Wochen in der Wohnung der anderen gelebt. Weil sie letztlich ihrem Ex-Freund schaden wollte, hatte die Angeklagte die Hannoveranerin bei der Polizei angezeigt.

Jugendgerichtshelfer: Angeklagte war ihrem Ex-Freund gegenüber hörig

„Sie haben mir mein Leben kaputtgemacht“, schilderte die junge Frau der Jugendrichterin am Amtsgericht Springe. Und meinte damit außer ihrem ehemaligen Freund auch einen Bekanntenkreis um die Hannoveranerin, bei der sie Unterschlupf gefunden hatte. Denn der einstige Freund habe ihr die Bankkarte abgenommen und ihr Konto abgeräumt. „Mein ganzes Geld wurde dann von ihm und den anderen auf den Kopf gehauen“, sagte sie. Der Jugendgerichtshelfer berichtete von einer Hörigkeit der jungen Frau ihrem ehemaligen Freund gegenüber. Dieser habe sie misshandelt und derart abgeschirmt, dass für lange Zeit weder für die Familie noch für Freunde oder das Jugendamt ein Kontakt möglich gewesen sei. Inzwischen lebt die junge Frau mit ihrem kleinen Kind wieder bei ihrer Familie. Von dem Mann werde sie auf subtile Weise aber immer noch bedroht, sagte der Jugendgerichtshelfer.

Hannoveranerin wehrt sich gegen Vorwürfe der Angeklagten

Bei der Polizei hatte sie behauptet, die Hannoveranerin habe einen Router für ihre Wohnung bestellt und dafür die Personalien der Angeklagten verwendet, die damals bei ihr wohnte. Sie habe selbst weder ein Handy noch die Möglichkeit gehabt, online etwas zu bestellen, berichtete die junge Frau. Und sie sei auch nicht in der Wohnung gewesen, als der Router installiert werden sollte. Das hatte letztlich aus technischen Gründen gar nicht funktioniert, das Gerät verblieb aber in der Wohnung der Hannoveranerin. „Irgendwann wurde es von der Firma wieder abgeholt“, berichtete die Hannoveranerin, die als Zeugin vor Gericht aussagte und bekräftigte, dass die Angeklagte selbst den Vertrag abgeschlossen habe. Wegen der falschen Verdächtigungen hatte sich die Hannoveranerin selbst einem Verfahren unterziehen müssen, wurde aber freigesprochen.

Angeklagte gibt vorm Springer Amtsgericht zu, dass sie gelogen hat

Die junge Angeklagte räumte schließlich mit Blick auf die Hannoveranerin ein: „Ich wusste, dass sie das Gerät nicht bestellt hat.“ Der Staatsanwalt redete der jungen Frau ins Gewissen: „Bleiben Sie bei der Wahrheit, sonst fällt Ihnen das auf die Füße.“ Denn gerade sie müsse darauf vertrauen, dass ihr die Polizei in einer möglichen Notsituation helfe. Die Jugendrichterin stellte das Verfahren gegen die Pattenserin ein, gab ihr aber ganz offiziell eine Ermahnung mit auf den Weg. Sie habe billigend in Kauf genommen, dass eine unschuldige Frau strafrechtlich sanktioniert worden sei.

Von Annegret Brinkmann-Thies

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