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Pattensen StadtGedenken endet mit Gesprächsrunde
Umland Pattensen StadtGedenken endet mit Gesprächsrunde
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00:19 07.12.2018
Gut 30 Menschen besuchen die Finissage, zu der auch eine Gesprächsrunde mit Gertraude Kruse (von links), Ramona Schumann und Ann-Sophie Linnartz gehört. Quelle: privat
Pattensen-Mitte

Mit einer Finissage und einem sogenannten Kamingespräch im Rathaus Pattensen jetzt die Veranstaltungsreihe StadtGedenken zu Ende gegangen. 80 Jahre nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 war im neuen Rathaus den ganzen November über die Wanderausstellung „Deportationsort Ahlem – Judentansporte ab Hannover 1941-44“ zu sehen.

Dazu gab es über die ökumenische Gedenkfeier am 9. November und den Volkstrauertag am 18. November hinaus eine Lesung, einen Film- und Buchabend sowie ein Konzert. Zweimal die Woche konnten Besucher der Ausstellung außerdem Fragen an lokalgeschichtlich bewanderte Pattenser stellen: an den Historiker Dirk Anders, der seit Jahren zur Geschichte der Pattenser Juden forscht, Gertraude Kruse – eine der Initiatorinnen der Stolpersteine, die in der Altstadt an die vertriebenen und ermordeten jüdischen Nachbarn erinnern –, Dr. Wilhelm Habermalz, der mehrere Vorträge über die Vorkriegs- und Kriegsjahre in Pattensen gehalten hat, sowie Pastorin Carola Timpe und Regionaldiakon Jörg Claaßen.

Am letzten Abend der Ausstellung führten zwei Schüler und eine Schülerin der KGS Pattensen mit einer bewegenden szenischen Darstellung in die Gefühlswelt der aus Pattensen vertriebenen jüdischen Mitbürger ein. Mit Schlagworten, ganzen Sätzen und ausdrucksvollen Gesten deuteten sie die Vertreibung, die Verzweiflung und die Angst vor dem Tod im KZ an. Schulelternratsvorsitzende Susanne Farkhar las aus dem Brief einer Vertriebenen vor und zeigte den von ihr initiierten Film „Pattensen gegen das Vergessen“, in dem fünf Jugendliche die Judenverfolgung in Pattensen erforschen.

Gut 30 Besucher sind bei der Finissage, zu der auch eine Gesprächsrunde mit Gertraude Kruse (von links) Ramona Schumann und Ann-Sophie Linnartz gehört. Quelle: privat

Außerdem erlebten die gut 30 Gäste eine Gesprächsrunde mit Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann, Gertraude Kruse und KGS-Schülersprecherin Ann-Sophie Linnartz. Die drei Frauen aus drei Generationen diskutierten angeregt über die Geschichte der Pattenser Juden und die Erinnerungskultur in ihrer Stadt. Es war ihnen besonders wichtig, den direkten Bezug zwischen der Geschichte der deutsche Juden und den aus Pattensen vertriebenen Juden herzustellen. „Damit endet nicht die Auseinandersetzung der Pattenser Bürgerinnen und Bürger mit unserer Vergangenheit. Wir haben fest vereinbart, weiter zu forschen, zu erinnern und im Gespräch zu bleiben“, sagte Bürgermeisterin Schumann.

Von Kim Gallop

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