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Ronnenberg Ausschuss will Hochbahnsteig im Norden bauen
Umland Ronnenberg Ausschuss will Hochbahnsteig im Norden bauen
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00:23 24.02.2019
Bisher liegt der Haltepunkt zu je einer Fahrtrichtung nördlich und südlich der Bundesstraßenbrücke. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Im Zwist mit der Infrastrukturgesellschaft der Region Hannover (Infra) um den Neubau der Stadtbahn-Haltestelle Hermann-Ehlers-Allee an der Stadtgrenze zwischen Empelde und Badenstedt hat sich der Fachausschuss des Ronnenberger Rates hinter eine Stellungnahme der Verwaltung gestellt. Während der nächsten Sitzung am 27. Februar um 18 Uhr in der Aula der Marie Curie Schule soll der Rat diese auf den Weg bringen. Aus Ronnenberger Sicht kann der Neubau als Hochbahnsteig nur nördlich der Bundesstraße 65 angesiedelt werden. In diesem Punkt müsse sich die Stadt „eindeutig positionieren und klare Kante zeigen“, forderte Dieter Schur, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Der Unmut bei den Ronnenberger Bürgervertretern ist groß. Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler verwies darauf, das die Verwaltung ihre Argumente bereits in einer sehr frühen Planungsphase vorgebracht habe, diese seien seitens der Infra zwar gehört worden, man sei ihnen aber nicht nachgegangen, erklärte er. „Mir stinkt es, mit welcher Arroganz die mit uns umgehen“, polterte Schur und regte an, auch mit rechtlichen Mitteln gegen die Planungen vorzugehen.

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„Argumente sind kein Kirchturmdenken“

Dabei sei es keineswegs Kirchturmdenken, was die Stadt zum künftigen Standort des Hochbahnsteigs vorgebracht hatte, wie Zehler betonte. „Wir haben versucht, möglichst objektiv an die Sache heranzugehen.“ Argument ist unter anderem eine höhere Verkehrsbelastung auf der Berliner Straße aufgrund von noch mehr Fahrzeugen und verengten Fahrspuren.

Einzig Andreas Beichler (Grüne) sprach sich im Ausschuss gegen die Stellungnahme aus. Sie argumentiere ausschließlich mit Belangen des Autoverkehrs, monierte er. Als Reaktion der Infra befürchtet er, dass diese komplett auf die Haltestelle Hermann-Ehlers-Alle verzichten würde. Für den Erhalt der Haltestelle nehme er eine Verschlechterung des Autoverkehrs aber inkauf, sagte Beichler.

Die anderen Ausschussmitglieder teilten diese Befürchtungen allerdings nicht. Die Infra habe nur ein Argument und das sei die Entfernung zwischen den Haltestellen, sagte Georg Zimbelmann (AfD). Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass sie auf eine Haltestelle komplett verzichten würde.

Zehler fordert einheitliches Planfeststellungsverfahren

Auch die Entfernung eines auf der südlichen Seite der B 65 geplanten Baugebietes der Stadt Hannover zu einem nördlich angesiedelten Hochbahnsteig sei zumutbar hieß es im Ausschuss. Schließlich sei dies auch aktuell offenbar für Anwohner beider Seiten kein Problem, obwohl der Haltepunkt derzeit noch geteilt ist und in einer Fahrtrichtung nördlich und in der anderen südlich der Bundesstraße liegt.

Zehler äußerte noch einmal seine Hoffnung, dass die Ronnenberger Argumente im Laufe des Planfeststellungsverfahrens von der übergeordneten Behörde anders bewertet werden, als sie bislang bei der Infra gewürdigt worden sind. Pferdefuß bei der Planung sei ohnehin, das die Planfeststellungsverfahren der insgesamt noch drei zu bauenden neuen Hochbahnsteige entlang der Stadtbahnlinie 9 nicht zusammengefasst würden. Nur in einem einheitlichen Verfahren mit den Neubauten Riechersstraße und Safariweg sei zu erwarten, dass nicht Fakten geschaffen werden, die sich auf die spätere Lage des Haltepunktes Hermann-Ehlers-Allee auswirken könnten.

Von Uwe Kranz

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