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Ronnenberg Bande aus Hannover erpresst private Autoverkäufer
Umland Ronnenberg

Bande aus dem Raum Hannover erpresst private Autoverkäufer

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15:39 06.12.2019
Polizeibeamte sind am frühen Freitagmorgen zu insgesamt zwölf Wohnungen und Grundstücken in Hannover, Langenhagen, Ronnenberg, Braunschweig und Lemgo in Ostwestfalen ausgerückt. Quelle: Uwe Dillenberg (Symbolbild)
Hannover

Mit einer ausgeklügelten Masche hat eine achtköpfige Bande private Autoverkäufer in mehreren Bundesländern hereingelegt und erpresst, die ihre Fahrzeuge im Internet angeboten haben. Bei einer Razzia wurden ein 21-jähriger und ein 25-jähriger Mann festgenommen. Die beiden gelten als Drahtzieher und besitzen jeweils sowohl die deutsche als auch die libanesische Staatsbürgerschaft. Ermittelt wird in rund 60 Einzelfällen. „Vermutlich gibt es aber weitere Opfer, die noch gar nicht wissen, dass sie welche sind“, sagt Staatsanwalt Oliver Eisenhauer.

Zwölf Wohnungen und Grundstücke durchsucht

Polizeibeamte des Fachkommissariats für Raub- und Erpressungsdelikte und Staatsanwaltschaft sind am frühen Freitagmorgen zu insgesamt zwölf Wohnungen und Grundstücken in Hannover, Langenhagen, Ronnenberg, Braunschweig und Lemgo in Ostwestfalen ausgerückt. „Es wurden Beweismittel wie gefälschte Dokumente, Mobiltelefone, Computer und Geld beschlagnahmt“, erklärt die Polizei.

Die Erpresser hatten es auf private Autoverkäufer abgesehen, die ihre Fahrzeuge auf den einschlägigen Internetplattformen inserierten. Ihnen gegenüber gaben sie sich als Autohändler aus. Am Anfang standen Kauf- und Preisverhandlungen per Telefon mit den späteren Opfern. Kam man überein, wurden die Verkäufer zu einer Internetseite gelotst, für die sie von den Tätern private Zugangsdaten erhalten hatten. Nach Anmeldung fanden die Geschädigten ihre Fahrzeugdaten auf der Seite vor, allerdings hatten die Täter das Baujahr geändert. Wenn die Opfer dies nicht bemerkten und via Internet einen Kaufvertrag abschlossen, war die Basis für die folgende Erpressung gelegt.

Erfundene Fahrzeugmängel

Im nächsten Schritt traten sogenannte Abholer auf den Plan. Sie überprüften bei den Verkäufern die Autos und verglichen die Fahrzeugzulassungen mit den Kaufverträgen, wiesen schließlich die Opfer auf den vermeintlich von diesen begangenen Fehler beim Baujahr hin und erfanden außerdem noch Fahrzeugmängel.

Danach schalteten sich wieder die Haupttäter ein. Per Telefon erklärten sie den Verkäufern, es sei ihnen durch Falschangaben und Mängel ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden. Sie legten gefälschte Rechnungen vor und drohten außerdem mit Gerichtskosten und Schadenersatzforderungen. „Als Alternative haben sie angeboten, die Autos zu stark gesenkten Preisen doch zu übernehmen“, sagt Staatsanwalt Oliver Eisenhauer.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Polizei und Staatsanwaltschaft haben mehr als 60 Fälle ermittelt, in denen die Masche zog. Eisenhauer glaubt jedoch, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt: „Wahrscheinlich haben einige Opfer gar nicht gemerkt, dass sie hereingelegt worden sind und tatsächlich geglaubt, sie hätten einen Fehler gemacht“, erklärt Eisenhauer.

Die Polizei wiederum rät, beim Autoverkauf generell detailliert die angegebenen Fahrzeugdaten zu überprüfen und sich bei Verkaufsgesprächen nicht unter Druck setzen zu lassen. Weitere Tipps und Hinweise stehen auf der Seite https://sicherer-autokauf.de im Internet.

Von Bernd Haase

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