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Ronnenberg Kunstraum präsentiert Bilder einer langen Reise
Umland Ronnenberg Kunstraum präsentiert Bilder einer langen Reise
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16:45 18.10.2018
Mara Peres da Silva-Schleper präsentiert im Kunstraum Benther Berg die Werke ihrer Ausstellung "Einsicht und Ansicht".
Mara Peres da Silva-Schleper präsentiert im Kunstraum Benther Berg die Werke ihrer Ausstellung "Einsicht und Ansicht". Quelle: Ingo Rodriguez
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Benthe

Im Leben der Künstlerin Mara Peres da Silva-Schleper spielen lange Wege und zeitaufwändige Prozesse eine große Rolle. Die 56-Jährige wurde in Südostafrika in Mosambik geboren, kehrte der früheren portugiesischen Kolonie aber mit ihrer Familie als 14-Jährige wegen des Bürgerkrieges den Rücken und lebte ab 1976 in Lissabon. Erst 1992 zog sie der Liebe wegen nach Hannover. „Ich hatte in Lissabon einen deutschen Urlauber kennengelernt, mit dem ich heute in Bemerode wohne“, sagt die verheiratete Mutter von zwei Kindern in perfektem Deutsch. Dass sich die studierte Künstlerin auch nahezu täglich in ihrem Atelier am Kronsberg auf eine lange Reise begibt, davon können sich jetzt die Besucher im Kunstraum Benther Berg überzeugen. Am Sonntag, 21. Oktober, wird dort um 11 Uhr ihre neue Ausstellung „Einsicht und Ansicht“ eröffnet – mit insgesamt 27 Landschaftsbildern, die jeweils das Ergebnis eines langen Weges sind.

In den Bildern sind verfremdete Elemente einer realistischen Momentaufnahme mehrschichtig gemalt und immer wieder auch mit zeichnerischen Elementen angereichert. Quelle: Ingo Rodriguez

Mara Schleper – so nennt sie sich in Kurzform – überschreitet in ihrem künstlerischen Schaffen fast ständig Grenzen. Gelernt hat sie dies während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste in Lissabon. „Ich verlasse mit abstrakten Elementen und Verfremdungen den Grenzbereich zur Gegenständlichkeit und entwerfe so imaginäre Bildräume und eigene Wirklichkeiten“, sagt Schleper, die auch Mitglied im Bund Bildender Künstler ist. In den Neunzigerjahren hat sie ihre Bilder auch schon bei Ausstellungen in Portugal, New York, Hamburg und Lüneburg präsentiert.

Die Künstlerin verweist aber nicht nur auf den gedanklichen Prozess während des Arbeitens. Auch technisch vollziehen ihre Bilder eine Entwicklung: Auf Leinwand und Papier malt Schleper mit Acryl mehrschichtig und vervollständigt die Motive immer wieder mit zeichnerischen Elementen. „Linien, die neue Konturen schaffen, aber auch den Gesamtwerk Struktur, Halt und Rhythmus geben sollen an“, sagt Schleper. Sie fasst ihre Arbeit ganz einfach zusammen. „Beim Malen begebe ich mich auf eine Reise mit unbekanntem Ziel, dabei verselbständigen sich die Bilder.“

Trotz ihrer anspruchsvollen Ausbildung und ihres hohen Anspruches an ihre Werke will sie aber dem Betrachter keine Botschaft vermitteln. „Deshalb gebe ich den Bildern auch keinen Namen: um keine Blickweisen zu suggerieren. Jeder soll das sehen und entdecken, was sich ihm selbst erschließt“, betont die nebenberufliche Kunstlehrerin beim Aufhängen ihrer Werke im Kunstraum Benther Berg.

In den Bildern sind verfremdete Elemente einer realistischen Momentaufnahme mehrschichtig gemalt und immer wieder auch mit zeichnerischen Elementen angereichert. Quelle: Ingo Rodriguez

Die Ausstellung ist bis zum 25. November im Kunstraum an der Bergstraße 3 in Benthe zu sehen. Informationen zu den Öffnungszeiten sind im Internet auf www.kunstraum-benther-berg.de zu finden.

Von Ingo Rodriguez