Bürgerprotest in Ronnenberg: Retter können Privatstraße in Empelde schwer erreichen
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Ronnenberg Bürgerprotest: Retter können schmale Straße nur schwer erreichen
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Bürgerprotest in Ronnenberg: Retter können Privatstraße in Empelde schwer erreichen

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17:06 02.04.2021
Marcus und Beata Krahl (von links), Mehmed Demir mit seinen Söhnen Mehmedin (11) und Ilyas (4) und Dieter Jachmann fordern ein Halteverbot gegenüber der Privatstraße.
Marcus und Beata Krahl (von links), Mehmed Demir mit seinen Söhnen Mehmedin (11) und Ilyas (4) und Dieter Jachmann fordern ein Halteverbot gegenüber der Privatstraße. Quelle: Heidi Rabenhorst
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Empelde

Wenn ein Rettungsfahrzeug nicht in eine Straße einfahren kann, kann das schon mal zu lebensbedrohlichen Situationen führen. In Empelde ist eine solche Situation, berichten Anwohner, jetzt glimpflich ausgegangen. Die Anwohner der betroffenen Privatstraße im Baugebiet Silberbergweg um Marcus Krahl haben trotzdem ihrem Ärger in der jüngsten Ratssitzung Luft gemacht. Seit einem Jahr weisen sie gegenüber der Verwaltung auf die schwierigen Verhältnisse bei der Ein- und Ausfahrt an ihrer Straße hin.

Seitdem auch eine westlich am Waldberg gelegene Fläche bebaut wird, haben größere Fahrzeuge wie die Müllabfuhr oder die Drehleiter der Feuerwehr offenbar Probleme, in die schmale Straße zu gelangen. In dem Einfahrtsradius sei immer wieder Material abgelagert worden, oder Fahrzeuge schränkten die Einfahrt ein. Die Anwohner hatten deshalb bei der Bürgermeisterin um einen Ortstermin gebeten. „Dazu ist es nicht gekommen“, so Krahl.

Grundstücksecke schon fünfmal beschädigt

Stattdessen habe der zuständige Sachbearbeiter die Situation aus Sicht der Kommune im Alleingang beurteilt. „Er meint, die Straße sei so gebaut worden, wie sie geplant und genehmigt wurde“, erzählt Krahl. Das Argument der Stadt, dass das Entsorgungsunternehmen Aha mit seinen Fahrzeugen ohnehin nicht in Privatstraßen fahre, lässt Krahl nicht gelten und verweist auf einen Notarvertrag mit dem Investor, der genau das in Absprache mit der Stadt zusichere.

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Nachbar Dieter Jachmann sagt, bei ihm hätten schon fünfmal Transporter, Lieferwagen und andere größere Fahrzeugen eine Ecke seines Grundstücks beschädigt. Wenn in Zukunft die auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstandenen Parkbuchten als solche genutzt würden, hätten größere Fahrzeuge dauerhaft keine Möglichkeit zur Einfahrt mehr.

Vorschlag für einfache Problemlösung

Aha fahre derzeit nicht in die Straße. „Wir bringen die Mülltonnen jetzt zur Sammelstelle“, erzählt Krahl. Das Problem könne aber relativ einfach und schnell gelöst werden: Die Stadt müsse lediglich für einen Teil der Parkbuchten ein Halteverbot aussprechen.

Ein Container in der gegenüberliegenden Parkbucht erschwert die Zufahrt zur Privatstraße. Quelle: privat

Glück im Unglück hatte jüngst ein Mann bei einem Arbeitsunfall in der Privatstraße. Die Feuerwehr entschied sich, zur Bergung vom üblichen Anfahrtsweg abzuweichen. Im Regelfall würde der Leiterwagen von der Straße In der Beschen in die kleine Straße einfahren. „Weil dort schon der Rettungswagen stand, haben wir uns entschieden, über den südlichen Bereich reinzufahren“, berichtet Stadtbrandmeister Gunnar Scheele. Er verweist aber auch auf ein von den Bewohnern erzeugtes weiteres Problem: So sei die Anfahrt auch erschwert worden, weil die hohen Sichtschutzzäune ein beträchtliches Hindernis für den an der Drehleiter vorgebauten Korb darstellten. „Wir werden uns die Situation vor Ort noch mal genau ansehen“, kündigte Scheele an.

Keine Einfahrt möglich: Für das Müllfahrzeug wird es zu eng. Quelle: privat

Bürgermeisterin verspricht Ortstermin

Das hatte auch Bürgermeisterin Stephanie Harms während der Ratssitzung versprochen. Die Vertreter der Verwaltung könnten sich dann vielleicht noch um weitere Probleme kümmern: Krahl bemängelt nämlich auch, dass die Straße durch die Baumaßnahmen stark beschädigt worden sei, da sich offenbar nicht alle Baufahrzeuge an die Zusage gehalten hätten, das neue Baugebiet ausschließlich über die Hansastraße anzufahren.

Diesen Weg sollten eigentlich auch die neuen Nachbarn nutzen, die vielfach aber lieber die Spielstraße, in der Krahl, Jachmann und Co. wohnen, als Abkürzung benutzen. Mit dieser Verkehrssituation unzufrieden sind auch Eltern von kleinen Kindern. „Unser vierjähriger Sohn kann nicht allein auf der Spielstraße fahren“, sagt Mehmed Demir. „Es ist einfach zu gefährlich. Vor allem die Bewohner aus dem gegenüberliegenden Neubaugebiet fahren viel zu schnell, obwohl es ein verkehrsberuhigter Bereich ist.“

Mit einem Halteverbot in einer Parkbucht allein sind die Schwierigkeiten am Silberbergweg offenbar nicht zu lösen.

Von Heidi Rabenhorst