Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Ronnenberg Erinnerungsverein verlegt 22 Stolpersteine in Ronnenberg
Umland Ronnenberg

Erinnerungsverein verlegt 22 Stolpersteine in Ronnenberg

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:07 13.11.2019
Solche Stolpersteine werden nun in Ronnenberg wieder ins Pflaster eingearbeitet. Quelle: privat
Ronnenberg

Das jährliche Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 verbindet der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg in diesem Jahr mit einem besonderen Projekt. Am Sonnabend, 23. November, soll die Verlegung von 22 sogenannten Stolpersteinen um 11.30 Uhr an der Empelder Straße 1a in Ronnenberg beginnen. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, an diesem Akt des Gedenkens teilzuhaben.

Die Steine sind zum Gedenken an die Vertriebenen und Ermordeten mit den Namen und persönlichen Daten versehen und werden vor deren ursprünglichen Adressen in das Gehwegpflaster eingearbeitet. 2005 hatte die Stadt Ronnenberg als erstes politisches Gemeinwesen in der Region Hannover Stolpersteine verlegt, und zwar für drei Ronnenberger Juden, die im Holocaust ermordet worden sind. Nun ehrt der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg auch die übrigen 22 Juden, die aus Ronnenberg vertrieben wurden und damit den Holocaust überlebt haben. Vom 10. November bis Mitte Dezember 1938 waren fünf jüdische Männer aus Ronnenberg im KZ Buchenwald eingesperrt, wo sie gefoltert und nur unter der Bedingung entlassen wurden, sich um eine Ausreise mit ihren Familien zu bemühen und Deutschland binnen kurzer Zeit zu verlassen.

Überlebender schreibt Brief

Einer der Überlebenden ist der 97-jährige Fritz G. Cohen, Ehrenvorsitzender des Fördervereins und Ehrenbürger der Stadt Ronnenberg, der mit seiner Tochter Elizabeth Cohen zu der Verlegung aus Chicago anreisen wird. Er schrieb dem Förderverein: „Es macht mir Freude, die alte Heimat zu besuchen. Wir erinnern uns nicht nur an die Mitglieder unserer Familien, die von den Nazis ermordet wurden, sondern auch an diejenigen, die ihre Heimat verlassen mussten – unter Umständen, die wir uns nie hätten vorstellen können. Ich möchte den Ronnenbergern meinen Dank aussprechen, die sich dem Frieden und der Toleranz für kommende Generationen widmen und dabei die schreckliche Vergangenheit nicht vergessen."

Weiterhin haben sechs Nachkommen der Ronnenberger Juden aus den USA und Deutschland ihre Teilnahme an dem Gedenken angekündigt. Gemeinsam mit ihnen und mit Fritz G. Cohen wird der Förderverein am Ronnenberger Holocaust-Mahnmal sein jährliches Gedenken an das Novemberpogrom von 1938 halten und einen Kranz niederlegen.

Konzert am 24. November

Am Sonntag, 24. November, 15 Uhr, folgt im evangelischen Gemeindehaus Ronnenberg, Am Kirchhofe 4, ein Gedenkkonzert. Das Gernsheim-Duo – Anna Gann (Sopran) und Naoko Christ-Kato (Klavier) –, das gerade von einer Japan-Tournee zurückgekehrt ist, musiziert Werke jüdischer Komponisten des 19. Jahrhunderts. Anna Gann, die in Ronnenberg aufwuchs, ist Mitbegründerin des Fördervereins Erinnerungsarbeit Ronnenberg.

Lesen Sie auch:

Von Uwe Kranz

Das Ensemble 5te Dimension gestaltet am Sonnabend, 16. November, wieder eine Abend im Café benthe.mitte mit Improvisationstheater. Das Publikum kann sich auf nie dagewesene Szenen freuen, die spontan auf der Bühne entstehen.

12.11.2019

Beim traditionellen St. Martinsumzug in Ronnenberg haben am Montagabend mehr Menschen teilgenommen als im vergangenen Jahr. Zahlreiche Kinder machten sich mit ihren Eltern auf den Weg von der Michaeliskirche quer durch die Kernstadt zur Pfarrgemeinde St. Thomas Morus.

12.11.2019

Pilotprojekt liefert KSG-Mietern in der Löwenberger Straße 22/24 in Empelde günstigen grünen Strom. Fotovoltaikanlage auf dem Dach liefert die Energie. Einrichtungen im Erdgeschoss werden am Mittwoch mit einem Stadtteilfest offiziell eröffnet.

12.11.2019