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Ronnenberg Platz für 140 Busse: Regiobus baut riesigen Betriebshof in Gehrden
Umland Ronnenberg

Gehrden: Regiobus baut Betriebshof in Gehrden

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14:30 31.07.2019
An der Ronnenberger Straße entsteht der größte Regiobus-Betriebshof. Quelle: Mario Moers
Gehrden

Das regionseigene Busunternehmen Regiobus wird seinen neuen Betriebshof in Gehrden bauen. Es ist der bisher größte seiner Art in der Region Hannover. Die Entscheidung für den Standort gab die Geschäftsführung am Dienstag im Gehrdener Rathaus bekannt. Der Neubau soll mit der geplanten Inbetriebnahme 2023 zwei Betriebshöfe in Wunstorf und Eldagsen (Springe) ersetzen. In Neustadt am Rübenberge ist im Zuge dieser Umstrukturierung eine Erweiterung des dortigen Betriebshofs geplant. Der neue Standort in Gehrden soll perspektivisch zum zentralen Betriebshof für die im Aufbau befindliche Regiobus-Elektrobusflotte werden. Der Baubeginn ist für 2021 avisiert.

An der Ronnenberger Straße zwischen Gehrden und Ronnenberg soll ab 2021 der größte Betriebshof der regionseigenen Regiobus-Flotte entstehen.

„Ein großer Tag für Gehrden

Die Unterschriften unter dem Kaufvertrag für das 35.000 Quadratmeter große Ackergrundstück zwischen Gehrden und Ronnenberg waren gerade erst getrocknet, als Gehrdens Bürgermeister Cord Mittendorf die frohe Botschaft verkündete. „Heute ist ein großer Tag für Regiobus und für Gehrden“, sagte Mittendorf. Mit 250 Mitarbeitern am Standort wird Regiobus in der Burgbergstadt zum drittgrößten Arbeitgeber, nach dem Klinikum Region Hannover und der Stadt.

Mittendorf verspricht sich von der Neuansiedlung „einen gewaltigen Schub für junge Menschen, die zusätzliche Jobs und Ausbildungsplätze vor Ort finden können“. Er könne sich vorstellen, dass Mitarbeiter sich in den Neubaugebieten ansiedeln oder in ihrer Freizeit die Wirtschaft vor Ort ankurbeln. „Alle Mitarbeiter sind herzlich willkommen, sich hier anzusiedeln“, so Mittendorf.

Neben Gehrden war auch die Stadt Ronnenberg, namentlich der Ortsteil Weetzen, in der engeren Auswahl für den neuen Standort. Gehrdens Vorteil sei schließlich die gute Lage Gehrdens im Südwesten der Region und die verkehrstechnische Anbindung (B65, B217 und K231) gewesen, erklärte Regiobus Geschäftsführerin Elke van Zadel. Über die konkreten Kosten des Grundstücksankaufs oder des Neubaus wollte am Dienstag weder Regiobus, noch Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz Auskunft geben. Ein in der Vergangenheit in Eldagsen angedachter Neubau war laut van Zadel mit knapp 17 Millionen Euro veranschlagt.

Platz für 140 Busse

Der neue Betriebshof am Rande des Gewerbegebiets Ost soll Platz für 140 Busse bieten. Etwa ein Drittel der rund 120 Regiobus-Linien wird dann ab Gehrden starten, beinahe rund um die Uhr. Als designierter Hauptbetriebshof für Elektrobusse entsteht auf dem Gelände auch die zentrale Werkstatt für diese Flotte. Regiobus rechnet damit, im kommenden Jahr die ersten 15 Elektrobusse auf den Linien 500 und 700 in Betrieb zu nehmen. Von einer Belastung für die anliegenden Orte gehen die Planer nicht aus. „Das Stadtgebiet ist davon überhaupt nicht betroffen“, so Mittendorf.

Regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel stellt den neuen Standort vor. Quelle: Mario Moers

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Die Mitarbeiter an den Regiobus-Standorten Eldagsen (184) und Wunstorf (121) erfuhren ebenfalls erst Dienstag von der Standortwahl. Regiobus-Geschäftsführerin Regina Oelfke versicherte, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung sieht gleichwohl vor, dass Mitarbeiter ab 58 Jahren eine Altersteilzeit angeboten wird.

„Es wird auch Stellen geben, die wir nicht wiederbesetzen“, so Oelfke. Mitarbeiter könnten in Härtefällen außerdem Unterstützung beim Umzug oder Fahrkosten erhalten. Der große Teil der Beschäftigten kann künftig in Gehrden arbeiten. Ein kleiner Teil der Arbeitsplätze wird wohl nach Neustadt verlagert. Dort ist geplant, Platz für etwa 20 zusätzliche Stellplätze zu schaffen. Die Betriebshöfe in Burgdorf, Mellendorf und Hannover sind von der Umstrukturierung nicht betroffen.

Hintergrund der Neuaufstellung sind hohe Kosten, die durch die logistisch ungünstig gelegenen Standorte in Wunstorf und Eldagsen anfallen. Durch die günstigere Lage zum eigenen Streckennetz soll der Betriebshof Gehrden helfen, Leerfahrten zu vermeiden. Nach Schätzungen von Regiobus lassen sich so jährlich etwa 1,4 Millionen Euro einsparen.

Gelassenheit am Alternativstandort Ronnenberg

Auch die Nachbarstadt Ronnenberg war als möglicher Standort lange Zeit im Gespräch. Zuletzt war eine Fläche an der Bundesstraße 217 in Weetzen in den Fokus geraten. Dass der Zuschlag jetzt an Gehrden sieht, nimmt Bürgermeisterin Stephanie Harms gelassen hin. Sie akzeptiert den „zeitlichen Vorsprung“, den man in Gehrden habe, da die Flächen in Ronnenberg noch gar nicht erschlossen seien. Aus finanzieller Sicht könne man das „nur begrüßen“. In den Gesprächen mit der Region Hannover seien zudem die Vorteile einer Ansiedlung für Ronnenberg nicht deutlich geworden. Für den neuen Betriebshof seien keine Gewerbesteuereinnahmen zu erwarten, aber ein großer Flächenverbrauch, so die Bürgermeisterin. Und als Arbeitgeber sei Regiobus in Gehrden auch aus Ronnenberg gut zu erreichen. uwe

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Von Mario Moers

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