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Ronnenberg Neues Naturschutzgebiet: 200 Seiten Einwendungen
Umland Ronnenberg Neues Naturschutzgebiet: 200 Seiten Einwendungen
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20:30 06.05.2019
Der Streit um das geplante Naturschutzgebiet Linderter und Stamstorfer Holz geht weiter. Quelle: Torsten Lippelt
Hemmingen

Die Wege von Politik und Verwaltung sind manchmal nicht ganz leicht nachzuvollziehen. Die Stadt Hemmingen befürwortet, dass das Linderter und Stamstorfer Holz als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird, allerdings bisher eher unfreiwillig, denn es gibt schließlich noch Streitpunkte. Diese Zeitung fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema zusammen.

Die Stadt hat die Region Hannover gebeten, die Frist für ihre Stellungnahme auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Warum hat die Region das abgelehnt?

Regionssprecher Klaus Abelmann verweist unter anderem darauf, dass alle Kommunen gleich zu behandeln seien und die Beratungszeit in Hemmingen ausgereicht hätte. Weitere Verzögerungen seien nicht möglich, denn es laufe ein Verfahren gegen die Bundesrepublik, dass sie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU noch nicht in nationales Recht umgesetzt hat.

Was bedeutet es, wenn die Stadt bisher keine Stellungnahme abgegeben hat?

Dies gelte als Zustimmung das Gebiet auszuweisen, erläutert die Erste Stadträtin Regina Steinhoff. Die Stadtverwaltung hatte in der Drucksache für den Hemminger Rat vorgeschlagen, keine Stellungnahme abzugeben, also auf Kritik und Anregungen ganz zu verzichten. Werden die Flächen Naturschutzgebiet, ist es für Spaziergänger verboten, Wege zu verlassen oder Hunde unangeleint laufen zu lassen.

Warum wurde das Thema überhaupt von der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung genommen?

Es sind vor allem Waldeigentümer, die das Vorhaben kritisieren. Weil die Ratsfraktionen noch beraten wollen, wurde das Thema von der jüngsten Ratssitzung genommen.

Also ist das Thema für Hemmingen jetzt erledigt?

Nein, die Stadt macht von dem Angebot der Region Gebrauch in die Ausschüsse zu kommen. Nach Auskunft der Ersten Stadträtin Regina Steinhoff wird ein Vertreter der Region am Donnerstag, 9. Mai, an der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt in Hemmingen-Westerfeld teilnehmen und die Beweggründe der Region erläutern. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Also hat die Stadt noch die Chance für eine Stellungnahme?

Regionssprecher Klaus Abelmann macht deutlich: „Eine unmittelbar nach der Hemminger Ratssitzung am 23. Mai 2019 eingehende Stellungnahme könnte noch für das Verfahren berücksichtigt werden.“ Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz der Region diskutiert am 13. Juni über das Linderter und Stamstorfer Holz.

Wie viele Stellungnahmen sind bei der öffentlichen Auslegung, unter anderem in Hemmingen, eingegangen?

Sie umfassen Abelmann zufolge mehr als 200 Seiten. Aus Hemmingen gibt es fünf private Einwendungen, davon allein 130 Seiten eines Rechtsanwaltes.

Worauf zielen die Kritik und Anregungen?

Abelmann zufolge wird beispielsweise bezweifelt, ob es in dem Gebiet Fledermäuse und Kammmolche gibt.

Welche Anregungen sollen zum Beispiel aus Sicht der Regionsverwaltung aufgenommen werden?

Tatsächlich als Acker genutzte Flächen sollen in der Karte als solche und nicht als Grünland gekennzeichnet werden. „Das wird erfolgen, soweit die Flächen Ackerstatus haben“, erläutert Abelmann.

Und was hat keine Chance?

Es gibt Kritik daran, dass Acker zum Schutzgebiet gehören. Die Abgrenzung geschehe aber nach den Vorgaben aus dem Ministerium, erläutert Abelmann. Ein Vorschlag laute, andere Waldgebiete unter Naturschutz zu stellen. „Darauf haben wir keinen Einfluss, wir müssen die gemeldeten Gebiete umsetzen“, erklärt Abelmann. Die Forderung nach einem Landschafts- statt nach einem Naturschutzgebiete lehnt die Region ab, denn die Verordnung im Landschaftsschutzgebiet, „die das gleiche Sicherungsniveau erreichen würde, wäre nicht weniger streng“.

Das Naturschutzgebiet zieht sich auch durch Ronnenberg und Springe. Wie steht Ronnenberg zu dem Thema?

Nach Auskunft der Ronnenberger Verwaltung sind dort keine Hinweise eingegangen. „Die Ausweisung wird von Seiten der Stadt Ronnenberg für den Erhalt der dort vorhandenen Biotope grundsätzlich als positiv angesehen“, teilte Andrea Unterricker vom Team Ökologie und Klimaschutz auf Anfrage dieser Zeitung mit. „Eine Einflussnahme von Seiten der Stadt Ronnenberg auf das Verfahren wurde nicht gesehen, da die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover die Umsetzung des Naturschutzgebietes aufgrund rechtlicher Vorgaben umsetzen muss. Daher wurde auch keine Drucksache erstellt.“

Und wie wird das Thema in Springe beurteilt?

In der Deisterstadt wurde die Drucksache im Fachausschuss diskutiert und danach im Verwaltungsausschuss so beschlossen, wie es die Stadtverwaltung vorgeschlagen hat. Die Stadt befürwortet das Vorhaben, ergänzt aber unter anderem: „Die privaten Waldbesitzer sollten im Rahmen des Beteiligungsverfahrens seitens der Region angeschrieben und um Stellungnahme gebeten werden.“

Lesen Sie hier: So endete die Diskussion im Fachausschuss

Von Andreas Zimmer

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