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Ronnenberg Ist Ronnenberg doch schon fast 1500 Jahre alt?
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Ist Ronnenberg doch schon fast 1500 Jahre alt?

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00:20 23.06.2019
Stephanie Harms und Karl-Friedrich Seemann enthüllen die neue Hinweistafel am Hagentor. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

 Der Streit der Historiker erhält neue Nahrung. Seit vielen Jahren ringen sie um die Festlegung des Schauplatzes der Schlacht von Runibergun im Jahr 531. Ronnenberg beanspruchte dies lange Zeit genauso für sich wie beispielsweise der Ort Ronneburg bei Nebra in Thüringen. Zuletzt galt es für viele Fachleute als unwahrscheinlich, das die Ronnenberger sich zurecht auf diese Wurzel zur Bestimmung des Alters ihrer Siedlung berufen. Jetzt wendet sich offenbar das Blatt. Während der Enthüllung einer Hinweistafel an der Straße am Hagentor präsentierte Karl-Friedrich Seemann, Vorsitzender des Heimatbundes, auch die neuen Erkenntnisse.

Zwei Jahreszahlen künden von der Siedlungsgeschichte

Auf dem kleinen Platz am Hagentor zeugen zwei Steine vom Alter Ronnenbergs. Die Stele, die seit dem vergangenen November mit der Jahreszahl 968 beschriftet ist, verweist auf die älteste, belegte urkundliche Erwähnung der Stadt. Ein Findling, wenige Meter entfernt, trägt die Jahreszahl 530, mit Bezug auf die umstrittene Schlacht. Die neue Hinweistafel es Heimatbundes soll diesen Umstand und weitere historische Daten der Ronnenberger Vergangenheit erklären. Außerdem sei sie, so Seemann, ein Ersatz für eine vor dem Gemeinschaftshaus „widerrechtlich entfernte“ Tafel, die auf die Historie der Stadt verwiesen habe.

Dass Heimatbund und auch Stadtverwaltung wieder offensiver mit ihrem Anspruch auf das historische Runibergun umgehen, hängt mit der Ausstellung „Saxones“ zusammen, die noch bis zum 18. August im Landesmuseum Hannover zu sehen ist. Ein eigener Bereich in der Aufarbeitung der Geschichte der Sachsen ist dort Grabfunden aus Hiddestorf vorbehalten. Diese wiederum geben auch anhand der Begleitlektüre zur Ausstellung Hinweise auf eine mögliche Schlacht in der Nähe von Ronnenberg. Bürgermeisterin Stephanie Harms sieht ihre Kommune deshalb „wieder im Rennen“. Wie die Ronnenberger Verwaltungschefin erklärt, sei nichts ausgeschlossen, „so lange es nicht nachgewiesen wurde, das die Schlacht hier nicht stattgefunden hat“.

Gebeine aus Hiddestorf stammen aus der Zeit um 530

Beweise dafür gibt es zwar auch nicht, wie Seemann einräumt. „Aber so nah waren wir der Schlacht von Runibergun noch nie“, wie Rudi Heim urteilt, der sich ebenfalls mit den Hiddestorfer Details der Ausstellung in Hannover befasst hat. Als klare Hinweise sieht er den gewaltsamen Tod der in den Gräbern gefundenen Personen, der auf kriegerische Handlungen schließen lassen kann, und deren Alter, das mithilfe der anerkannten C-14-Methode um das Jahr 530 datiert worden ist.

Seemann, der sich durch die anspruchsvolle Fachliteratur des Begleitbuches zur Ausstellung gearbeitet hat, kündigte indes die baldige Veröffentlichung einer Buchbesprechung sowie eine Autorenlesung zu diesem Werk in Ronnenberg an. Neue Erkenntnisse erhofft er sich allerdings auch von der geplanten Stromtrasse Südlink. Nach seinen Schätzungen könnte diese den Bereich kreuzen, in dem er das historische Schlachtfeld vermutet.

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

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