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Ronnenberg Johanniter in Ronnenberg testen Rettung vieler Verletzter
Umland Ronnenberg

Johanniter in Ronnenberg proben Rettung vieler Verletzter

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12:16 20.10.2019
Aufbau eines Behandlungsplatzes: Lena Köhne (Zweite von links) weist ihr Aufbauteam ein. Quelle: privat
Ronnenberg

Lichtstrahlen der Taschenlampen streifen durch den dunklen Keller der Johanniter-Dienststelle am Hagacker in Ronnenberg. Niklas Tracht sucht mit einem Helfertrupp nach Verletzten. Sie durchlaufen ein Einsatzszenario, das es in sich hat: Die jungen Johanniter befinden sich am Ort einer fiktiven Party, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Tracht und die anderen acht Helfer werden es mit insgesamt 24 Opfern zu tun bekommen. Die Diagnosen reichen von Schock über leichten Schwindel bis hin zu inneren Verletzungen.

Genauigkeit und Achtsamkeit können Leben retten

Die Übung wird nicht reibungslos ablaufen. Das sieht das Szenario vor, denn die Helfer sollen lernen, wie sie als Team bei einem sogenannten Massenanfall an Verletzten (ManV) vorzugehen haben und dass in einer solchen Situation sowohl Schnelligkeit als auch Genauigkeit und Achtsamkeit gefordert sind. Die richtige Kombination rettet im Ernstfall Leben.

Übungsleiter Nisse Winkelholz ist Freiwilligendienstleister bei den Johannitern und im Sondereinsatzdienst des Ronnenberger Ortsverbands Deister aktiv. Helfer wie er werden gemeinsam mit anderen Johanniterteams zu Einsätzen gerufen. Winkelholz hat sich das Szenario ausgedacht und dazu die Darsteller der Verletzten im Keller verteilt. Es sind Zettel mit Patienteninformationen, wie sie auch Einsatzkräfte auf den ersten Blick erkennen müssen.

Im Notfall arbeiten die Rettungsdienste Hand in Hand

Tracht, mitten in der Ausbildung zum Notfallsanitäter, führt die Suche an. ManV ist eine Situation mit zahlreichen betroffenen Menschen, bei der Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Rettungsdienst Hand in Hand arbeiten. Trachts Mannschaft trainiert an diesem Abend den eigenen Aufgabenbereich. Das Team soll alle Personen finden und einschätzen, wer in die Notaufnahme gebracht werden muss und wer noch vor Ort erstversorgt werden kann.

Im Hof steht Lena Köhne bereit, eine frisch ausgebildete Rettungssanitäterin. Sie leitet den Aufbau eines Behandlungsplatzes. Möglichst rasch sollen ein großes Zelt und viel Material bereitstehen – von Tragen, Einsatztaschen, Diagnosegeräten, Sauerstoffflaschen bis hin zu Lampen und Stromversorgung.

Niklas Tracht (Mitte) leitet die Suche nach den Verletzten. Quelle: privat

Dann werden bereits die ersten Patienten gebracht. Per Funk stehen Tracht und Köhne in Kontakt. Winkelholz gibt neue Informationen: Die Vitalwerte eines Patienten verschlechtern sich. Seine Überlebenschancen sinken rasch. Tracht und Köhne müssen ihre Teams umdirigieren. Bald ist das Zelt voller Liegen, sortiert nach Dringlichkeit. Alles ist bereit für die Erstversorgung.

Abbruch nach einer halben Stunde

Winkelholz bricht die Übung ab. Gut eine halbe Stunde ist vergangen. „Zu lange“, lautet das kritische Fazit. Die Erfahrensten unter den Helfern sind dennoch zufrieden mit dem Ergebnis. Kein Patient ist vergessen worden, der Behandlungsplatz komplett fertig. „Das ist eine respektable Leistung“, sagt Köhne. „Etliche Helfer hatten noch nie vorher einen Behandlungsplatz aufgebaut oder eine Erstsichtung vorgenommen.“ Eine ManV-Situation fordert Rettungskräften alles ab. Von der Alarmierung bis zur Erstversorgung müssen Hunderte Handgriffe getan und zig Details berücksichtigt werden. Und das in stressiger Atmosphäre. Auch deshalb müssen die Johanniter diese Szenarien immer wieder trainieren.

Info: Am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr beschäftigen sich die Johanniter bei ihrem Dienstabend, Hagacker 5, in Ronnenberg noch einmal mit dem Thema ManV. Interessierte sind willkommen.

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Von Uwe Kranz

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