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Ronnenberg Klimaschutz: Steigender Konsum frisst Einsparerfolge auf
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Klimaschutz: Steigender Konsum frisst Ronnenberger Einsparerfolge auf

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15:08 06.01.2020
Vor allem auf öffentlichen Dächern will die Stadt Ronnenberg den Ausbau von Fotovoltaikanlagen vorantreiben. Quelle: Erich Häfele
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Ronnenberg

Die Nachricht überrascht nicht. Wie auf Bundesebene werden auch in der Stadt Ronnenberg die gesteckten Klimaschutzziele nicht erreicht. Bis zu diesem Jahr sollte der CO2-Ausstoß orientiert an dem des Jahres 1990 um 40 Prozent reduziert werden. Lediglich 23 Prozent sind es bis 2015 gewesen, wie der Klimaschutzbericht 2018 der Verwaltung darlegt. Das neue Klimaschutzaktionsprogramm (KAP) 2019 bis 2022, soll nun die Annäherung an mittelfristige Ziele ermöglichen – das hat der Rat nun beschlossen.

Einspareffekte durch Konsumsteigerung kompensiert

Bei dem vorangegangenen Klimaschutzaktionsprogramm wurden zwar Effekte in Sachen Einsparung, etwa durch Energieeffizienzmaßnahmen, wie etwa effizientere Haustechnik und Fahrzeugen, Energiestandards bei Gebäuden erzielt. Doch das sehe die Verwaltung als nahezu kompensiert, wie es im Klimaschutzbericht heißt. Nur um 5 Prozent sei der Energieverbrauch zwischen 1990 und 2015 zurückgegangen. Faktoren waren dabei das erneute Bevölkerungswachstum in Ronnenberg, die anhaltenden und steigenden Konsumansprüche, ein größerer Wohnraumbedarf pro Kopf und ein wachsender Energiebedarf in den Bereichen Haushalte und Verkehr.

Dennoch sieht die Verwaltung für Ronnenberg günstige Voraussetzungen, sich dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf den „nachhaltig vertretbaren Wert“ von 2 Tonnen CO2 pro Kopf zu reduzieren. Dazu wurden im neuen KAP für die Jahre 2019 bis 2022 vier Handlungsfelder dargestellt, die von der Stadt aktiv beeinflusst werden können und die nun „intensiv bespielt“ werden sollen, wie es in der Vorlage heißt. Man wolle keine Strategiepapiere entwickeln, die dann „dekorativ in der Bücherwand stehen“, hatte Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler bereits während der Diskussion im Ausschuss betont.

Keine fossilen Energieträger mehr bei Neubauten

Im Handlungsfeld Energieeffizienzmaßnahmen strebt die Stadt Ronnenberg künftig eine klimaneutrale Bebauung in Neubaugebieten an. Neben dem bereits in der Vergangenheit vorausgesetzten Passivhaus-/KfW-40-Standard soll nun auch auf die Verwendung von fossilen Energieträgern verzichtet werden. Bauherren und Hauseigentümer sollen zu diesem Thema allerdings seitens der Stadt unterstützend beraten werden.

Für die AfD im Rat war allein der strengere Energiestandard für Neubauten der Anlass das KAP abzulehnen. Die damit höheren Kosten seien vor allem Familien mit kleinem Geldbeutel nicht zuzumuten, sagte der Fraktionsvorsitzende Georg Zimbelmann. Anders als sein Fraktionskollege Jürgen Lorenz im Fachausschuss stellte er den Klimawandel allerdings nicht komplett infrage. „Der Klimawandel geschieht“, sagte er.

Stadt will 100 neue Bäume bis 2022 pflanzen

Bei allen anderen Parteien stieß das KAP allerdings auf einstimmige Unterstützung. Zumal mit dem Ausbau regenerativen Energien, insbesondere der Solartechnik, und der Förderung klimafreundlicher Mobilität, wie etwa Radwegeausbau und -sanierung sowie Carsharing und des Natur- und Landschaftsschutzes, beispielsweise der Pflanzung 100 neuer Bäume bis 2022 und 10.000 Quadratmeter Blühstreifen, drei weitere umfassende Handlungsfelder dazuzählen.

„Für Ronnenberg haben wir hier sehr viel auf den Weg gebracht“, sagte der SPD-Fraktionschef Dieter Schur. Sein Kollege bei den Grünen, Jens Williges, sieht sogar Parallelen zu den Anstrengungen beim Kita- und Schulausbau. Es bedürfe zur Umsetzung den Einsatz großer finanzieller und personeller Ressourcen, sagte er.

Inwiefern Politik und Verwaltung mit den Ergebnissen des KAP zufrieden sein werden, ist allerdings noch schwer abzusehen. Es gebe viele Akteure, die diese beeinflussen könnten, hatte Fachbereichsleiter Zehler betont, was der Klimaschutzbericht 2018 trotz der engagierten Maßnahmen der zurückliegenden Jahre gezeigt habe.

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Von Uwe Kranz

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