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Ronnenberg Auf Schatzsuche: Matthias Biester ist der neue Stadtarchivar in Ronnenberg
Umland Ronnenberg

Matthias Biester ist neuer Stadtarchivar in Ronnenberg

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13:49 22.11.2019
Fundstücke: Der neue Stadtarchivar Matthias Biester durchstöbert eine Auflistung Calenberger Landwirte aus dem 19. Jahrhundert. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Ein bisschen Anlauf brauchte Matthias Biester noch bei seinem ersten öffentlichen Termin. „Ich muss mir mein Namensschildchen noch anstecken“, sagte er entschuldigend, ehe er sich mit einigen Ronnenberger Bürgern auf einen Rundgang durch die Kernstadt zu archäologischen Fundorten machte. Bislang war er bei solchen Terminen stets als neutraler Experte dabei gewesen. Seit 1. November füllt er als Stadtarchivar eine neue Stelle in der Stadtverwaltung aus.

Wenn es um die Geschichte Ronnenbergs geht, dann ist Biester seit Jahren die erste Adresse. Die Besetzung der neu geschaffenen Stelle erscheint daher nur folgerichtig. Seit 1985 ist er in der Stadt geschichtlich tätig, wie er erzählt. Im heutigen Heimatmuseum traf er mit dem Gründer der Einrichtung, Bruno Kaleschke, zusammen, den Biester seinen Mentor nennt. Immer wieder pilgerte er seit dieser Zeit ins Hauptstaatsarchiv nach Hannover, um sein Bild über die Historie der Stadt zu vervollständigen.

Baubetrieb als Lebensgrundlage

Zehn Jahre lang motivierte Biester Kinder und Jugendliche, sich im Museum mit geschichtlichen Themen zu befassen. Nach seinem Studium in Geschichte und Pädagogik machte sich der 54-Jährige mit geschichtlichen Themen selbstständig und schrieb beispielsweise zahlreiche Bücher. „Davon kann man aber nicht leben“, stellt er fest. Die Reaktion war die Gründung eines Baubetriebs, der noch bis zum 31. Oktober Bestand hatte. Fast schweren Herzen bewarb er sich um die Stelle des Stadtarchivars. „Ich hänge noch sehr am Bau“, sagt Biester, der vor allem das Gestalterische an diesem Metier schätzt.

In all diesen Jahren war die Geschichte sein Hobby und Biester selbst der erste Ansprechpartner in Ronnenberg, wenn es um die Vergangenheit seiner Heimatstadt ging. Nun hat er mit dem Aufbau des Stadtarchivs im Keller des Gemeinschaftshauses eine neue Passion gefunden. Das Präparieren und die Einlagerung der einzelnen Stücke ist dabei aber nur ein Teil seiner neuen Aufgabe. In den neuen Räumen aber auch in Ausstellungen möchte er die Belege der städtischen Historie für alle sichtbar machen. „Die Bevölkerung in Ronnenberg weiß nichts über ihre Vergangenheit“, stellt er fest. Zu seiner künftigen Zielgruppe zählt er nicht zuletzt auch Schulklassen.

Archivarbeit ist wie eine Schatzsuche

Die Archivarbeit habe für ihn auch ein bisschen etwas von einer Schatzsuche, sagt Biester und blättert in der ersten Ronnenberger Wählerliste der Weimarer Republik. „Es ist schön wenn man so etwas findet.“ Die Kunst ist es, sich nicht darin zu verlieren, in alten Dokumenten zu stöbern. Zum Beispiel, wenn man wie der Stadtarchivar die spannende Lebensgeschichte von Heinrich Bodenstab verfolgt. Der erste in Ronnenberg niedergelassene Arzt konnte im 19. Jahrhundert von seinen Honoraren nicht leben, verließ die Stadt und wanderte schließlich in die Vereinigten Staaten aus. Beerdigt wurde er im US-Bundesstaat Wisconsin.

„All das findet man in alten Akten“, sagt Biester begeistert und blättert als nächstes in einer fast 200 Jahre alten Auflistung Calenberger Landwirte.

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Von Uwe Kranz

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