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Umland Ronnenberg Nachrichten DLRG kämpft für Erhalt des Freibads
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20:07 08.12.2014
Von Kerstin Siegmund
Das Freibad in Empelde. Quelle: Kerstin Siegmund
Ronnenberg

Die Rettungsschwimmer wollen das Bad retten. Die DLRG-Vorsitzende Christa Kuck-Meens hat Ronnenbergs Kommunalpolitikern erläutert, warum das Bad so wichtig ist für den städtisch geprägten Stadtteil. Sie nennt einen bedeutsamen Aspekt. Tödliche Badeunfälle ereigneten sich häufig in Orten, in denen es keine Schwimmbäder gibt. „Die Kinder und Jugendlichen nutzen dann unbewachte Badegelegenheiten.“

Die Empelderin nennt Zahlen aus der DLRG-Statistik. 2013 sind in Niedersachsen 32 Kinder im Wasser tödlich verunglückt. Insgesamt habe es landesweit 125 Tote bei Badeunfällen gegeben, dazu zählen auch Kinder ab zwölf Jahren. „Wir stehen verzweifelten Eltern gegenüber, weil wir nur noch bergen und nicht retten können“, sagt die DLRG-Vorsitzende. Sie weiß aus Gesprächen mit Lehrern, dass in Empelde viele Zehnjährige nicht schwimmen können, trotz des Unterrichts in den Schulen.

Die DLRG bezeichnet das Bad als unverzichtbar. „Es ist ein Treffpunkt für Menschen aller Generationen und Herkunft. Dort findet Integration statt“, sagt Kuck-Meens. Das Bad sei für viele Empelder eine Freizeiteinrichtung, die sie bezahlen könnten. „Das Zeltlager, das DLRG und Feuerwehr in den Sommerferien gemeinsam anbieten, wird von 400 Kindern besucht. Für die meisten ist das die einzige Ferienaktivität“, berichtet die Vorsitzende. „In Empelde leben viele sozial schwache Menschen. Wo sollen die Jugendlchen hin, wenn das Bad geschlossen wird? Für sie gibt es hier nichts“, ergänzt Kuck-Meens.

Die DLRG fordert ein professionelles Konzept für das Bad. An Ideen mangele es nicht. Das Freibadgelände an der Hansastraße könnte unter anderem mit einem Kleinkind- sowie Wellnessbereich, mit Getränke- und Kaffeeautomaten aufgewertet werden.

Was sagt die Politik?

Am Montagabend ist das Freibad Thema im Sozialausschuss gewesen. Die Mitglieder diskutierten über den Antrag von SPD und Grünen, Dauerkarten für 50 beziehungsweise 25 Euro einzuführen. Das solle zügig geschehen, aber nicht mehr vor Weihnachten, sagte Dorothea Pein (Grüne). Die Saisonkarte sei ein wichtiges Signal, dass die Stadt das Bad dauerhaft sichern wolle, ergänzte Pein. Ihre Ratskollegin Helga Benne-Serbent (SPD) ergänzte: „Das Bad ist für viele eine Herzensangelegenheit. Deshalb müssen wir jetzt ein Signal geben.“ Die CDU steht laut Florian Wehrkamp der Dauerkarte ebenfalls wohlwollend gegenüber, will diese aber erst zu Ostern einführen. Der Rat wird voraussichtlich am 4. Februar abschließend über die Dauerkarte entscheiden.

Rüdiger Waldeck forderte in der Bürgerfragestunde, dass jeder Ratspolitiker 20 Karten kauft. Das würde der Stadt 17.000 Euro Einnahmen bringen. „Und Sie sehen, wie schwer er ist, an 50 oder 25 Euro der Bürger zu kommen“, rief Waldeck den Ausschussmitgliedern zu.

Kleine Preise, große Wirkung: Das Diakonielädchen in Empelde hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Deshalb geht das gute Geschäft mit den Schnäppchen mindestens bis 2018 weiter. Die Vertragsverlängerung war reine Formsache.

Ingo Rodriguez 07.12.2014

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Kerstin Siegmund 05.12.2014

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Kerstin Siegmund 05.12.2014