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Umland Ronnenberg Nachrichten Ein seltener Einblick in die Weltraumforschung
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10:49 11.12.2016
Von Uwe Kranz
Wolfgang Claas posiert auf der umgebauten Boeing 745 SP, mit der er zu den beiden Forschungsflügen aufbricht. Quelle: privat
Empelde

Mit einem seligen Gesichtsausdruck erzählt der Diplom-Physiker von seinen Erlebnissen in Kalifornien. Seit 2007 unterrichtet er an der Marie-Curie-Schule in Empelde die Fächer Mathe und Physik - jetzt können sich seine Schüler darauf freuen, zumindest in seinem Seminarfach an den Erfahrungen ihres Lehrers teilhaben zu können.

Die Reise im November war für Claas wie ein kleiner Lottogewinn. Nach einer Bewerbung beim deutschen Sofia-Institut, wurde der 55-Jährige als einer von vier Begleitern für die Flüge in die untere Stratosphäre ausgewählt. Sofia steht dabei für Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie. "Meistens werden Physiker ausgewählt. Berwerben kann sich aber theoretisch jeder", erzählt er. Für Claas bedeutete das eine kostenlose Reise nach Los Angeles, angereichert mit einem seltenen Einblick in Weltraumforschung.

Dass das nicht nur ein Vergnügungsurlaub werden würde, wurde dem Lehrer bereits kurz nach der Ankunft klar. Ein schneller Trip an den St. Monica Beach ein kurzer Blick auf die Hügel von Hollywood - dann wurde es ernst. Nach einem Sicherheitscheck und einer Gesundheitsüberprüfung folgte am Stützpunkt in Palm Dale die Einsatzbesprechung, in der alle Einzelheiten des Fluges geklärt wurden. Nur eine halbe Stunde später schlossen sich hinter Claas die Türen. "Jetzt gab es kein zurück mehr", sagte er. 

Zehn Stunden flog die Boeig 745 SP nonstop quer über die USA, zunächst in Richtung kanadische Grenze, dann nach Osten, um schließlich wieder in Kalifornien zu landen. Auf Monitoren und per Sprechfunk verfolgten die Gäste gespannt die Abläufe an Bord. "Ein Rundflug über die USA macht die Flugsicherung ziemlich nervös", erzählt Claas mit einem Schmunzeln. Der zweite Trip führte das Forschungsteam auf den Pazifik hinaus.

Im Heck des Flugzeuges befand sich derweil das Hauptobjekt der Forschung, das riesige Teleskop, in einer Aufhängung, die die Bewegungen des Flugzeuges und der Erde in Relation zu den zu beobachtenden Sternen ausgleichen kann. "Ein Referenzstern wird angepeilt. Dann richtet sich das Teleskop danach aus", erzählt Claas, der vor allem von der nahtlosen Teamarbeit der Forscher und Techniker an Bord begeistert war.

Eine der Landungen erlebte Claas, der mit einer Physikerin verheiratet ist, im Cockpit der Maschine - mit einer gehörigen Gänsehaut. "Wir hatten starken Seitenwind und lagen schräg in der Luft", erzählt er. "Aber die coolen Nasa-Piloten hatten alles im Griff."

So kam der Lehrer nach einer Woche wieder heil zurück nach Empelde. Im Gepäck seine Nasa-Ausrüstung, inklusive der blauen Jacke, die er auch zu Hause noch stolz trägt und eine Erkenntnis, die auf seinen Beobachtungen in dem Forschungsflieger beruht: "Was ich den Schülern vermitteln möchte ist, dass sie von von allem eine Ahnung haben sollte. Nur so ist eine solche Teamleistung möglich."

Die Flüge in die Stratosphäre

Mit dem in eine verkürzte Boeing 747SP integrierten 2,7 Meter-Teleskop werden astronomische Beobachtungen im Infrarot- und Submillimeter-Wellenlängenbereich weitgehend oberhalb der störenden irdischen Lufthülle durchgeführt. Die Technik des Teleskopes kommt weitestgehend von MAN aus Deutschland. Continental ist mit schwingungsdämpfenden Kunstoffen an der Lagerung beteiligt. Das 17.000 Kilo-Fernrohr gleitet zudem auf einer 5 Mikrometer dicken Ölschicht. Ein Flug über zehn Stunden wird mit rund einer halben Million Dollar kalkulliert. Schwerpunkt der wissenschaftlichen Zielsetzung ist die Erforschung der Entwicklung von Milchstraßensystemen sowie die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Sonnensystemen aus interstellaren Molekül- und Staubwolken.

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