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19:32 06.07.2015
Von Kerstin Siegmund
In der KGS hat Thomas Karl (von links) einen Aufnahmeraum eingerichtet. Die Lehrkräfte Berit Magnussen und Florian Aurisch sowie die Schülerinnen Ava Rücker und Mira Schilling nehmen dort ihr Rollen auf. Quelle: Gert Deppe
Ronnenberg

Der gebürtige Schweinfurter mit langjährigem Wohnsitz in Bennigsen hat bereits mehrere Kinderbücher geschrieben und würde sein Hobby wahrscheinlich liebend gern zum Beruf machen. Aber er ist realistisch genug um zu wissen, dass er mit dem Schreiben von Kinderbüchern nicht unbedingt eine Familie ernähren kann. Das hält den 41-Jährigen allerdings nicht davon ab, eine Geschichte nach der anderen aufs Papier zu bringen - und sogar zum Hörspiel umzuarbeiten.

Ein Casting mit über 60 Kandidaten

Vor Kurzem ist „Die Zuckerfabrikaner - Der verbotene Turm“ fertig geworden, hinter allen Mitwirkenden liegt eine anstrengende, aber auch sehr fruchtbare Zeit. „Profis konnte ich mir für die Sprecherrollen nicht leisten, also habe ich mit Laien gearbeitet“, erklärt Karl. Kurzerhand und mit Zustimmung der Rektorin Ute Lendeckel hat er ein Casting an der Schule organisiert. Ziemlich schleppend sei das zunächst angelaufen, erzählt er, aber am Ende testete er rund 60 Kandidaten. Vor allem die Schüler hätten zunächst Berührungsängste gehabt und seien sehr zögerlich gewesen. Als sie aber gemerkt hätten, dass sie das könnten, waren sie mit Feuer und Flamme dabei.

Der Astrid-Lindgren-Fan hat neue Pläne

Aber wirklich fertig ist so einer wie Karl wahrscheinlich nie. „Klar bin ich zufrieden und begeistert, aber es fallen trotzdem immer wieder Sachen auf, die besser sein könnten.“ Nach wie vor angetan ist Karl von der Zusammenarbeit mit Schülern und Kollegen seiner KGS. Sie haben in vielen Stunden die Haupt- und Nebenrollen aufgenommen, die Karl dann mit Musik und den entsprechenden Geräuschen beziehungsweise Klangeffekten ausgeschmückt und zu einem beeindruckenden Hörspiel geschnitten hat. „Ich war ein strenger Regisseur, aber wir hatten auch sehr viel Spaß“, denkt Karl an die „tolle Zusammenarbeit mit den Jungs und Mädchen“ zurück. Ebenfalls mit von der Partie waren einige Lehrer sowie sein Hausmeisterkollege von der KGS, ein Kollege von der Stadt Ronnenberg inklusive Sohn, ein Freund und natürlich der Autor selbst.

Das Ergebnis kann sich hören lassen. Das findet auch die Tochter seiner Lebensgefährtin Susanne Kröger-Finze. „Wenn es Selina gefällt, ist alles gut“, findet Karl. Die Achtjährige ist sein größter Fan und schärfster Kritiker. Das könnte sich ändern, denn der zweijährige Sam beginnt sich auch schon für die Geschichten seines Papas zu interessieren. Und deshalb hat der bekennende Astrid-Lindgren-Fan auch schon wieder neue Pläne. Weitere Bücher und Hörspiele sind in Planung beziehungsweise bereits in Arbeit. Sogar etwas für Erwachsene.

Das Stück

Das Hörspiel „Die Zuckerfabrikaner – Der verbotene Turm“ kann im Internet auf hörspielsounds.de bei Bixx-Hörspiele heruntergeladen werden. Teil eins ist gratis, der zweite Teil kostet zwei Euro. Rund zweieinhalb Stunden lang dauern die spannenden Abenteuer von vier Kindern, die durch ein Zeitfenster in das 18. Jahrhundert gelangen und dort einen zum Tode verurteilten Piratensohn vor der Hinrichtung retten. Angefangen vom Buch über das Hörspiel-Skript bis hin zu den Aufnahmen inklusive Regie und Musik beziehungsweise Geräuschen und Schnitt hat Thomas Karl insgesamt rund eineinhalb Jahre gebraucht. „Das war wahnsinnig viel Arbeit“, erinnert sich der Autor. Das Buch gibt es als E-book zu kaufen, ebenso die beiden anderen Kinderbücher von Karl. Sie heißen „Franz, der etwas andere Superheld“ und „Joshuas zauberhafte Welt“.

Von Gerd Deppe

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