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Umland Ronnenberg Nachrichten Hund Leila gibt Rentnerin neue Lebensfreude
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21:24 10.06.2014
Magdalene Schmedes ist wieder glücklich: Ihr Miethund Leila spendet der Rentnerin Trost.
Magdalene Schmedes ist wieder glücklich: Ihr Miethund Leila spendet der Rentnerin Trost. Quelle: Lisa Malecha
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Ronnenberg

Mit der Malteser-Yorkshire-Hündin Leila hat sich der Alltag der 83-Jährigen geändert. Sie sei wieder fröhlich und guter Dinge. „Und wenn ich traurig bin, springt sie sofort auf meinen Schoß und tröstet mich“, sagt sie. Schon morgens zaubere ihr die Hündin ein Lächeln in ihr Gesicht.

Leila bleibt bei Schmedes, solange ihr neues Frauchen noch in der Lage ist, sich um ein Haustier zu kümmern - danach wird sie von der Partnerhundvermittlung BlueBello von Katrin Rösemeier wieder aufgenommen. Die Geschäftsidee von Rösemeier ist einmalig in Deutschland: Sie „vermietet“ kleine Hunde an ältere Menschen. Für 150 Euro im Monat lebt das Tier bei den Senioren, bis diese sich nicht mehr um es kümmern können. In dem Betrag sind Futter, Tierarztkosten und die Haftpflichtversicherung des Haustiers enthalten. Auch im Fall eines Krankenhausaufenthalts oder eines Urlaubs wird der Hund von Rösemeier innerhalb von 24 Stunden abgeholt und versorgt. „Wir besuchen unsere Hunde und ihre Partner regelmäßig, um sicherzustellen, dass es ihnen gut geht“, sagt Rösemeier.

Seit November hat Schmedes die dreijährige Hündin Leila. „Wir hatten schon immer Hunde“, sagt Schmedes. Seit 1967 gehörten Schäferhunde, Schnauzer und Boxer zu ihrer Familie. Vor zwei Jahren war zunächst ihr Mann gestorben, dann musste im vergangenen Jahr auch ihre Hündin eingeschläfert werden. „Meine Kinder wollten nicht, dass ich mir noch einen Hund hole“, sagte sie - doch die Zeit ohne Tier war für sie unerträglich: „Vor allem die Wochenenden waren furchtbar“, sagt Schmedes. Eines Tages habe sie einen Handzettel von BlueBello bekommen. „Ich wusste erst gar nicht, was ich mit dem Begriff Miethund anfangen soll“, sagt Schmedes. Doch sie war neugierig geworden, rief bei Rösemeier an und vereinbarte einen Termin. „Sie ist mit Leila vorbeigekommen, und es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Schmedes. Doch Leila durfte nicht sofort bleiben: Sie musste noch sterilisiert werden. Die zehn Tage, in denen sie ihre neue Begleiterin nicht bei sich hatte, waren für sie furchtbar, erinnert sich die Rentnerin.

Doch es gibt auch Kritik an dem Mietmodell. Kritik, die Schmedes nicht nachvollziehen kann. Immer wieder höre sie, dass man einen Hund nicht mieten könne wie ein Auto. „Die fragen, was mit ihm passiert, wenn es mich nicht mehr gibt“, sagt sie. Aber Leila müsse ohne sie nicht in ein Tierheim, sondern bleibe bei der Agentur in guter Obhut. Daran könne sie nichts Falsches entdecken, sagt Schmedes und streichelt Leilas Fell.

Lisa Malecha

10.06.2014
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