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Nachrichten Kommunen stellen Container für Flüchtlinge auf
Umland Ronnenberg Nachrichten Kommunen stellen Container für Flüchtlinge auf
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22:33 04.12.2014
Von Kerstin Siegmund
So könnten die Container aussehen, die in Empelde aufgestellt werden sollen - hier ein Beispiel für Flüchtlinge in Hamburg-Bahrenfeld. Quelle: Bodo Marks
Ronnenberg

Nur die Stadt Barsinghausen verfügt über ausreichend angemietete Wohnungen. Die Kommunen müssen dringend zusätzlichen Wohnraum für Flüchtlinge schaffen, die aus den Kriegs- und Krisengebieten in Deutschland eintreffen und von den Ausländerbehörden anhand der Einwohnerzahl auf die Städte und Gemeinden verteilt werden. Dabei stoßen die Kommunen an ihre Grenzen, personell und finanziell. Wegen der Finanzierung müssen sich die zumeist hoch verschuldeten Gemeinden vorerst keine Sorgen machen. „Ausgaben für die Unterbringung von Flüchtlingen sind Zwangspositionen, die von der Kommunalaufsicht genehmigt werden“, sagt Ronnenbergs Fachbereichsleiter Finanzen, Frank Schulz.

Die vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte reichen nicht aus, und Privatwohnungen können meist nicht in ausreichender Zahl angemietet werden. Barsinghausen bildet dabei eine Ausnahme. Dort werden der Stadt genug Wohnungen zur Miete angeboten, in denen sie Asylbewerber unterbringen kann. Für 76 weitere Flüchtlinge, die demnächst in Barsinghausen erwartet werden, stehen dann Betten im städtischen Asylbewerberheim in Goltern zur Verfügung.

In Wennigsen, Gehrden und Ronnenberg gibt es zu wenig städtische und private Wohnungen für Flüchtlinge. Deshalb wollen die drei Kommunen für die Unterbringung weiterer Zuwanderer Wohncontainer aufstellen. Die Gemeinde Wennigsen hat vorsorglich rund 400.000 Euro für Flüchtlingsunterkünfte in ihrem Etat2015eingeplant. Für diesen Betrag soll entweder ein leerstehendes Firmengebäude, das der Stadt gehört, umgebaut werden – oder auf dem dazu gehörenden Grundstück werden Wohncontainer aufgestellt.

Eine ähnliche Lösung strebt Gehrden an. Die Kommune muss bis Mitte 2015 mindestens 40 Asylbewerber aufnehmen. Die Verwaltung plant ebenfalls mit Wohncontainern, die auf dem stadteigenen Gelände am Bünteweg platziert werden sollen. Die Kosten dafür gibt Gehrdens Verwaltung mit etwa 1,2Millionen Euro an.

Ronnenberg will ebenfalls bis zu 50 neu ankommende Flüchtlinge in Wohncontainern unterbringen, die auf einem städtischen Grundstück gegenüber dem Rathaus in Empelde aufgestellt werden. Rund 900.000 Euro plant die Kommune dafür ein. Städtische Wohnungen, etwa in Linderte, Ihme-Roloven oder Empelde, sind belegt, oder der Bezug steht kurz bevor. Auch das angemietete Asylbewerberheim in Weetzen ist mit mehr als 70 Personen ausgelastet.

Die Stadtverwaltung bereitet die Ausschreibung für den Kauf von Wohncontainern vor. Bürgermeisterin Stephanie Harms geht davon aus, dass Ronnenberg 50 bis 75 weitere Flüchtlinge unterbringen muss.

Im Februar will die Verwaltung den Ankauf von Wohncontainern ausschreiben, damit im Frühsommer ausreichend Unterkünfte vorhanden sind. Dann rechnet die Stadt mit der nächsten Flüchtlingswelle, die laut Bürgermeisterin Stephanie Harms 50 bis 75 weitere Asylbewerber nach Ronnenberg bringen wird. Im Rathaus sind die Mitarbeiter verschiedener Fachbereiche wie Gebäudewirtschaft oder Tiefbau intensiv mit der Wohnraumbeschaffung beschäftigt. Der Fachbereichsleiter Frank Schulz stellte den Kommunalpolitikern am Mittwochabend im Finanzausschuss die Pläne vor.

Spätestens im Januar sind die vorhandenen städtischen Wohnungen, aber auch die angemieteten, in Empelde, Ronnenberg, Weetzen, Benthe, Ihme-Roloven und Linderte, komplett bezogen. Dann muss die Stadt auf Wohncontainer ausweichen. Diese mobilen Unterkünfte sollen höherwertig und besser gedämmt sein als etwa ein einfacher Baucontainer, berichtete Schulz. „Wir gehen davon aus, dass wir die Container länger benötigen.“ Aus Kostengründen sollen die Unterkünfte nicht mit Strom, sondern mit Gas geheizt werden.

Damit die Module aufgestellt werden können, muss das dafür vorgesehene städtische Grundstück gegenüber dem Hauptgebäude des Rathauses entsprechend hergerichtet werden. Laut Schulz sind Erdbewegungen nötig, um das Gefälle des Geländes auszugleichen. Außerdem müssen sämtliche Leitungen für Wasser, Abwasser, Gas und Strom auf das Grundstück installiert werden.

Die Verwaltung rechnet damit, dass der Aufbau der mobilen Heime etwa zehn bis zwölf Wochen dauert. „Einfache Container sind in zwei Wochen aufgebaut“, sagte Schulz. Die Befürchtungen einiger Kommunalpolitiker wegen eines tristen äußeren Erscheinungsbildes der Wohncontainer wies die Bürgermeisterin in der Ausschusssitzung zurück. „Die Funktionalität hat Priorität, nicht die Optik“, sagte Harms.

Die Poggenburg an dem Knotenpunkt Holtenser Straße/Lindenbrink/Im Schwarzfeld muss am Donnerstag bis voraussichtlich zum Freitag, 19. Dezember, für Autofahrer gesperrt werden. Fußgänger, Radfahrer und Anwohner können den Bereich passieren.

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