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Nachrichten Schicksale von Flüchtlingen zum Nachempfinden
Umland Ronnenberg Nachrichten Schicksale von Flüchtlingen zum Nachempfinden
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19:36 20.04.2015
Von Kerstin Siegmund
Missio-Mitarbeiterin Ann-Christin Verholen führt die Besucher durch die Ausstellung im Truck. Sie informierte Bürgermeisterin Stephanie Harms und Missio-Referent Georg Poddig. Quelle: Kerstin Siegmund
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Wer die Ausstellung in dem großen Lastwagen betritt, nimmt die Identität eines Ostkongolesen an. Innerhalb von 15 Minuten breitet sich anhand einer beispielhaften Identität vor den Augen des Besuchers in sechs thematisch gestalteten Räumen eine Fluchtgeschichte aus - aber auch die Problematik des afrikanischen Landes mit den begehrten Bodenschätzen, das von Warlords beherrscht wird und dessen Bewohner unglaubliches Leid erfahren. Es werden aber auch konkrete Angebote der Solidarität mit Flüchtlingen vorgestellt.

Die Situation der Menschen im Kongo könne auf andere Krisengebiete übertragen werden, meint Ronnenbergs Integrationsbeauftragte Emine Öztürk. Mit der Schau im Truck will sie Verständnis wecken für die aus ihrer Heimat Vertriebenen, die auch in Ronnenberg Sicherheit und eine neue Heimat suchen. Bis Freitag steht der Missio-Truck auf dem Schulparkplatz am Sportpark.

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Vormittags schauen sich Schüler und Lehrer die Ausstellung an. Jeweils 90 Minuten lang wird das Thema Flucht und Vertreibung mit den Missio-Mitarbeiterinnen besprochen und im Unterricht nachbereitet. Der stellvertretende Schulleiter Kay Warneke und sein Lehrerkollege Dirk Horsten sind täglich mit der Problematik befasst. Sie kennen die Schicksale der 18 Flüchtlinge im Alter von zehn bis 17 Jahren aus Afghanistan, Irak, Syrien und Rumänien, die derzeit in einer Sprachlernklasse der Marie-Curie-Schule unterrichtet werden. „Einige von ihnen kommen ohne ihre Eltern nach Deutschland und müssen sich hier selbst eine Schule suchen, ohne jegliche Deutschkenntnisse“, berichtet Dirk Horsten. Der Begriff Gastfreundschaft erhalte eine neue Bedeutung. „Unsere Schule weist niemanden ab“, betont Warneke.

Kerstin Siegmund 19.04.2015