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Nachrichten Giftmüll auf dem Zuckerfabrikgelände: Eigentümer akzeptiert Strafbefehl
Umland Ronnenberg Nachrichten Giftmüll auf dem Zuckerfabrikgelände: Eigentümer akzeptiert Strafbefehl
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19:34 23.02.2018
Amtsgericht: Einer der Eigentümer des stillgelegten Zuckerfabrikgeländes muss wegen illegaler Giftmüllentsorgung eine Strafe in Höhe von 1800 Euro zahlen. Quelle: Kristoffer Finn
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Weetzen/Wennigsen

 Einer der beiden Eigentümer der alten Zuckerfabrik hat am Dienstag vor dem Amtsgericht Wennigsen nach einer 90-minütigen Verhandlung einen Strafbefehl in Höhe von 1800 Euro akzeptiert. Ansgar H. soll auf dem Gelände der stillgelegten Fabrik unerlaubterweise und vorsätzlich giftigen sowie für Mensch und Tier gesundheitsschädigenden Abfall gelagert haben. Die Verhandlung war notwendig, da H. zuvor Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt hatte. Bevor Richter Ingo Flasche ein Urteil sprechen konnte, zog der Angeklagte seinen Einspruch jedoch zurück. Der Richter deutete an, dass das Strafmaß ansonsten deutlich höher ausgefallen wäre. 

Bei einer seitens der Staatsanwaltschaft angeordneten Durchsuchung des Geländes im Juli 2017 fand die Polizei mehrere gefährliche Abfälle. Dazu gehörten unter anderem für jedermann zugängliche Fässer mit Altöl, Asbestabfälle, leicht entzündbares Acetylen sowie Sauerstoffflaschen. Auch der als Zeuge geladene Miteigentümer belastete H., indem er von mehreren Personen berichtete, die ihm gegenüber gesagt hätten, H. beim Wegkippen des Mülls beobachtet zu haben.

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Der Beschuldigte und mehrfach wegen illegaler Müllentsorgung sowie Nötigung und Betrug Vorbestrafte gab an, dass die meisten der gashaltigen Flaschen verschweißt gewesen seien. Darüber hinaus würden regelmäßig Jugendliche auf dem Grundstück ihr Unwesen treiben und mit den dort ursprünglich korrekt gelagerten Stoffen hantieren. Mehrmals erklärte H. zudem, dass der Abfall größtenteils nicht sein Eigentum sei. Der Richter erläuterte ihm jedoch, dass dies bei der Verhandlung keine Rolle spiele. Entscheidend sei vielmehr, ob H. als Eigentümer des Geländes dafür gesorgt habe, dass der Müll entfernt wurde oder nicht. „Eigentum verpflichtet nun einmal“, sagte Flasche.

Das ehemalige Zuckerfabrikgelände ist seit sieben Jahren nahezu ungenutzt. Die Stadt Ronnenberg plant seit Längerem, das Gelände zu erwerben, um es als Wohnfläche zu vermarkten – bislang ohne Erfolg. Während der Miteigentümer eigenen Aussagen nach einem Verkauf positiv gegenüber steht, erklärte H. während der Verhandlung noch einmal, dass er dies nach wie vor ablehne.

Im Frühjahr soll seitens der Stadt eine vorbereitende Untersuchung des Geländes erfolgen, um die Möglichkeiten eines Erwerbs zu überprüfen. Zu den diskutierten Instrumenten gehört auch eine erleichterte Enteignung. Laut Wolfgang Zehler, dem zuständigen Fachbereichsleiter im Rathaus, hat der Strafbefehl allerdings keinen Einfluss auf die Erwerbsmöglichkeiten.

Von Marcel Sacha