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Nachrichten Südlink: Tennet verspricht behutsames Vorgehen
Umland Ronnenberg Nachrichten Südlink: Tennet verspricht behutsames Vorgehen
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12:32 14.03.2019
Erdverkabelung: Von einer großen Kabeltrommel werden die Leitungen in den Boden gelassen. Quelle: Tennet
Gehrden

Thomas Wagner und Saskia Albrecht machen den Eindruck, als ob sie so schnell nichts aus der Ruhe bringen kann. Ein Wesenszug, der angesichts ihrer Aufgabe durchaus hilfreich ist. Beide vertreten für die beiden Vorhabenträger Tennet und TransnetBW in der Öffentlichkeit die geplante 700 Kilometer lange Stromtrasse Südlink – ein Projekt, das bei Bürgern, Grundstückseigentümern und Landwirten, durch deren Gebiet die Leitungen führen sollen, auf eher zurückhaltende Zustimmung stößt. Wagner und Albrecht habe dafür durchaus Verständnis. „Ich kann die Ablehnung durchaus nachvollziehen“, sagt Wagner. Sein Auftrag sei es deshalb, den Menschen die Furcht und Sorge vor dem Mammutprojekt zu nehmen. „Wir versuchen aufzuklären und das komplizierte technische Verfahren zu erklären – und das möglichst verständlich“, sagt er.

Blick von oben: Im Norden baut Tenntete Stromtrasse. In gleicher Bauweise soll Südlink entstehen. Quelle: Tennet

Völlig überraschend ist vor wenigen Wochen verkündet worden, dass die Südlink-Trasse westlich von Hannover führen soll – und somit auch durch das Calenberger Land . „Die möglichen Korridore wurden noch einmal intensiver begutachtet“, erzählt Wagner. Daraufhin habe sich das Bild gewandelt. „Es konnten aus unserer Sicht viele Konflikte und Raumwiderstände gelöst werden“, sagt Wagner. Ganz entscheidend sei beispielsweise, dass sensible Gebiet relativ problemlos unterquert werden könnten. Durch die detaillierte Betrachtung der möglichen Korridorvarianten sei nun ein konkreter Erdkabelkorridor ermittelt worden, der Mensch und Natur so gering wie möglich belaste. Überhaupt habe die Tatsache, dass die Stromtrasse nahezu ausschließlich unterirdisch verläuft, zu einer größere Akzeptanz geführt, meint Wagner. Die Stadt Gehrden wünscht, dass minimal invasiv gebaut wird, und nicht offen. „Das ist die bessere Technik“, glaubt Fachdienstleiter Holger Spohr. Der Eingriff in den Bodenhaushalt falle nur gering aus.

So in etwa sieht ein Graben aus, in dem die Erdkabel für die Stromtrasse verlegt werden. Quelle: Tennet

Die Ausnahme sind die Landwirte. Sie befürchten, dass die seit Jahrhunderten gewachsene Ackerböden zerstört werde. „Wir sind im Gespräch mit den Betroffenen“, sagt Saskia Albrecht, aber sie weiß auch: „Es gibt keinen goldenen Weg.“ Und Wagner gesteht: „Es ist ein erheblicher Eingriff in den Boden.“ Deshalb lege das Unternehmen ein großes Augenmerk auf die Bauausführung. „Wir wollen, dass die Arbeiten sauber und schonend ablaufen“, betont Wagner. Ein Sachverständiger zum Thema Bodenschutz werde vor Ort die Arbeiten kontrollieren. Das Ziel sei neben der Überwachung der Arbeiten auch ein hohes Maß an Transparenz. Tennet habe ein Eigeninteresse daran, dass die Folgeschäden so gering als möglich ausfallen. „Wir müssten sie sonst erstatten“, sagt Wagner.

Tennet hält Erdverkabelung für unproblematisch

Wagner ist überzeugt, dass der Eingriff problemlos sei. „Wir haben seit 2006 viele Kabel verlegt und nirgendwo gab es Ertragseinbußen“, meint Wagner. Der Vorwurf, dass nach Verlegung der Rohre zu Einschränkungen bei der Anpflanzung kommen wird, weist Wagner zurück. „Nur tiefwurzelnde Gehölze sind ein Problem, und nicht etwa Raps oder Zuckerrüben.“ Und auch die befürchtete Erwärmung des Bodens ist aus Sicht von Wagner und Albrecht unproblematisch. Im Betrieb erwärmen sich die Kabel auf 40 Grad Celsius. „Durch Ummantelungen wird an der Oberfläche davon kaum etwas zu merken sein“, sagt Albrecht. Die Grundstückeigentümer werden zudem dafür entschädigt, dass die Trasse über ihr Land verläuft. „Wir halten uns dabei an den gesetzlichen Rahmen“, sagt Saskia Albrecht.

Landvolk fasst Resolution zu Südlink

Die Bekanntmachung des Netzbetreibers Tennet, die westlich durch die Region Hannover verlaufende Südlink-Trasse der Bundesnetzagentur für das weitere Prüfverfahren vorzuschlagen, hat Landwirte und Grundstückseigentümer besorgt. Rund 170 Landwirte haben eine Resolution zum Südlink verabschiedet. Die Bauern fordern, dass landwirtschaftliche Flächen beim Trassenbau „größtmöglich geschont“ werden müssen. Sollten Schäden entstehen, seien Bauern auf Dauer von der Beweislast freizustellen. Zudem dürfe es nach dem Leitungsbau keine Anbaubeschränkungen für landwirtschaftliche Kulturen geben.

Dazu fordern die Landwirte einen finanziellen Ausgleich. Für jeden laufenden Meter landwirtschaftlicher Fläche, den Tennet für die Trasse in Anspruch nimmt, soll der jeweilige Eigentümer zehn Euro bekommen, jedes Jahr. Eine Summe, die der Forderung nach „unbefristetem Schadenersatz für Aufwuchsschäden“ und „wiederkehrender Akzeptanzzahlung für die Nutzung privaten Eigentums durch eine private Firma“ entspricht, wie es in der Resolution heißt. Das Nutzungsrecht für Tennet soll außerdem auf zunächst 30 Jahre befristet werden. gum

Wagner und Albrecht werden in den nächsten Wochen und Monaten auf zahlreichen Informationsveranstaltungen Rede und Antwort stehen. Unter anderem am 29. Mai im Schulzentrum Planetenring in Garbsen. Dort wird der Antrag vorgestellt und erläutert, wie es letztlich zu dem Ergebnis gekommen sei, die Trasse westlich von Hannover zu verlegen. Auch eine Hilfestellung für die formelle Beteiligung wird angeboten. „Außerdem wollen wir natürlich mit den Betroffenen ins Gespräch kommen“, meinen Wagner und Albrecht. Auch Einladung für Ratssitzungen werden angenommen.

Blick auf einen Streifen, in dem die Kabel für die Stromtrasse verlegt werden. Quelle: Tennet

Bundesnetzagentur muss noch zustimmen

Endgültig entschieden ist es im Übrigen noch nicht, ob die Stromtrasse den nun vorgestellten Verlauf nimmt. „Es ist nur ein Vorschlag, letztlich entscheidet die Bundesnetzagentur“, erklärt Wagner. Nun beginnt erstmal ein öffentliches Beteiligungsverfahren. Tennet hofft, dass Ende des Jahres die Entscheidung getroffen ist, dann folgt eine etwa zweijährige Feinplanung. Die Inbetriebnahme der Stromautobahn ist für 2025 anvisiert. Vor Ort wird die Bauzeit etwa vier Wochen dauern. Dort werden vier Gräben á acht Meter bis etwa 1,60 Meter Tiefe gebuddelt. „Es ist ein relativ geringer und unspektakulärer Aufwand“, sagt Wagner. Über eine Kabeltrommel werden die Leitung verlegt und anschließend die Gräben schnell verfüllt. Es werde keine Monstertrasse gebaut, sondern nur kleine Gräben gegraben. Die jeweiligen Baustellen habe eine Länge von etwa zwei Kilometer. Landwirte und Grundstückseigentümer sollen in die Bauphase intensiv einbezogen werden. „Wir wollen eine enge Abstimmung“, sagt Albrecht.

Von Dirk Wirausky

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