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Umland Ronnenberg Nachrichten Wasserbüffel beleben Ihmeaue
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19:55 06.10.2014
Genügsam und nützlich: Thomas Fanghänel (links) und Barotfz Lysakowsk streicheln einen der Wasserbüffel.
Genügsam und nützlich: Thomas Fanghänel (links) und Barotfz Lysakowsk streicheln einen der Wasserbüffel. Quelle: Lisa Malecha
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„Das hier ist definitiv ein Vorzeigeprojekt“, sagte René Krawczynski, Vizepräsident des IFWL. In der Nähe der Vörier Mühle fließt die Ihme seit Sommer 2011 in einem naturnah gestalteten Flussbett. Zum Pflegekonzept der Auenlandschaft gehört auch eine Herde Wasserbüffel, die auf insgesamt 4,6 Hektar Weiden lebt. In der Ihmeaue könne man die Vorteile des Einsatzes der 29 Büffel sehr gut sehen, sagt Krawczynski.

Die Tiere eigneten sich ideal, um ein Gebiet zu renaturieren, da sie nicht nur den Boden auflockerten, sondern im Vergleich zu anderen Weidetieren wesentlich mehr Pflanzenarten abgrasten, erläutert Krawczynski. „Pferde und Kühe würden Disteln, Brennnesseln und Schilf links liegen lassen“, sagt er. Die Büffel seien nicht so wählerisch. Da die Tiere auch keine Feuchtigkeit scheuen, sorgten sie für eine ganz eigenen Dynamik des Wasserflusses. „Sie verändern beispielsweise die Fließgeschwindigkeit, in dem sie sich ins Wasser legen.“

Doch auch für die Artenvielfalt seien die Büffel extrem wichtig. „Allein die Pflanzenarten haben sich seit ihrer Ansiedlung verfünffacht, und auch immer mehr Zugvögel nutzen die Aue nun vermehrt als Rastplatz“, berichtet der Experte. Im vergangenen Jahr hätten seit langer Zeit sogar wieder Kiebitze versucht, dort zu brüten. Andere Arten, wie Rot- und Schwarzmilane, Silber- und Graureiher und Weißstörche würden dank der Renaturierung nun auch wieder häufiger beobachtet. „Ihr Kot lockt Insekten an, diese legen ihre Eier auf ihm“, erläutert Projektmanager Friedrich Hüper. Mehr Insekten bedeuteten immer auch mehr Vogel- und Amphibienarten, die sich von den Fliegen, Mücken und ähnlichem ernähren. Bis sich wieder mehr Frösche und andere Amphibien ansiedeln, könne jedoch noch einige Zeit vergehen.

Besonders erfreut ist Hüper darüber, dass in diesem Jahr alle Kühe gekalbt haben. „Wir haben zehn Kälber, das älteste ist im März geboren, das jüngste ist fünf Tage alt“, sagt er. „Unser züchterisches Soll haben wir also auf jeden Fall erfüllt.“ Die 45 Gäste, die aus ganz Deutschland, Belgien und Polen angereist waren, zeigten sich begeistert von der Tagung und dem Projekt. „Es ist einfach wunderbar - aber so schnell kann ich die Informationen gar nicht aufnehmen, wie ich sie hier geliefert bekomme“, sagte Züchter Heino Runge aus Bremen.

Von Lisa Malecha

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