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Ronnenberg Politiker fordern eine Tafel für Ronnenberg
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Politiker fordern eine Tafel für Ronnenberg

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19:10 02.01.2020
Die Tafeln versorgen bundesweit bedürftige Menschen mit Lebensmitteln. In Ronnenberg fehlt bislang eine solche Einrichtung. Quelle: Patrick Pleul
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Ronnenberg

Die Gruppe 1 im Stadtrat, SPD und Linke, will die Einrichtung einer Tafel möglichst nun auch in der Stadt Ronnenberg ermöglichen. Ein entsprechender Prüfantrag hat kurz vor Weihnachten die Verwaltung erreicht. Diese soll nun die Möglichkeiten ermitteln, ein solches Angebot zu starten.

Die Tafeln in Deutschland sammeln bei Produzenten, dem Lebensmittelhandel und Veranstaltungen überschüssige, aber noch einwandfreie Lebensmittel ein, die sonst im Müll landen würden. Sie verteilen diese kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag an bedürftige Menschen.

Besonders viele finanzschwache Familien in Empelde

Der Bedarf an den Leistungen der Tafeln ist unbestritten. Rund 1,65 Millionen Menschen versorgen sich inzwischen bei einer der 940 Einrichtungen in Deutschland mit Lebensmitteln – 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Und auch die Zahl der Kunden der Tafeln in Niedersachsen und Bremen hat sich nach Angaben des Landesverbandes von 2018 bis 2019 in gleichem Maße vergrößert. 16.000 Frauen und Männer engagieren sich bei den 106 Tafeln in beiden Ländern, 90 Prozent von ihnen ehrenamtlich.

SPD und Linke verweisen in ihrer Begründung auf den Sozialreport der Region Hannover. Dieser habe „noch einmal deutlich unterstrichen, dass Empelde der Stadtteil von Ronnenberg ist, der die meisten finanzschwachen Familien in Ronnenberg hat“. Diese Familien seien oftmals auf Leistungen der Tafeln angewiesen. Die nächstgelegenen Tafeln befinden sich allerdings in Mühlenberg, Linden und Gehrden.

Davon betroffen seien vor allem „ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen“, die Probleme hätten, die Tafeln in den Nachbarkommunen zu erreichen, heißt es weiter.

Auch Fahrdienst zu bestehenden Einrichtungen wird geprüft

Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Tafeln, rechnete in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vor, dass die Nachfrage bei älteren Menschen besonders hoch sei. Die Zahl der Rentner unter den Tafelkunden sei demnach bundesweit innerhalb eines Jahres um 20 Prozent auf 430.000 gestiegen. Die Antragsteller in Ronnenberg interessieren sich deshalb auch dafür, ob möglicherweise ein Fahrdienst zu den bestehenden Tafeln realisierbar wäre. Allerdings liegen keine Informationen darüber vor, wie viele Ronnenberger Bürger vom bestehenden Angebot aktuell Gebrauch machen beziehungsweise machen könnten, wenn die Einrichtungen leichter zu erreichen wären.

In erster Linie wollen SPD und Linke mit ihrem Prüfantrag aber ermitteln lassen, welche finanziellen Hürden die Stadt Ronnenberg überwinden müsste, um selbst eine Tafel zu organisieren. Zudem soll die Verwaltung Kontakt zu Gruppen aufnehmen, die bereits Erfahrungen mit dem Betrieb von Tafeln haben, wie beispielsweise der Verein Hannöversche Tafel, verschiedene Wohlfahrtsverbände und kirchliche Einrichtungen. Außer Informationen über die Anforderungen an eine Tafel in Empelde könnte man dort auch die Bereitschaft abfragen, welche Kapazitäten möglicherweise in diesen Gruppen vorliegen, um eine Tafel ehrenamtlich zu betreiben.

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