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Ronnenberg Abriss der ehemaligen Zuckerfabrik in Weetzen stockt
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Ronnenberg: Abriss der ehemaligen Zuckerfabrik in Weetzen stockt

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16:56 14.02.2020
Das Kesselhaus kann noch nicht abgerissen werden. Quelle: Stephan Hartung
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Weetzen

Wie geht es weiter mit dem Abriss der ehemaligen Zuckerfabrik in Weetzen? Derzeit zumindest nicht so richtig – und das hat einen Grund: Die Beseitigung von Gebäude 1 ist kompliziert, eine Spezialfirma ist nötig. „Derzeit läuft eine entsprechende Ausschreibung, danach können wir weitermachen“, sagt Unternehmer Peter Gryschka, der mit seiner in Ihme-Roloven beheimateten Firma für Abbruch und Erdbau für den Abriss zuständig ist. „Vier Fünftel sind schon geschafft“, berichtet Gryschka. Er verweist darauf, dass zuvor ein aufwendiges Gutachten erstellt werden musste, was weitere Zeit in Anspruch genommen hat.

Asbest und Chlorverbindung vorhanden

Die Abbrucharbeiten begannen im Oktober 2018. „Am Anfang ging es richtig schnell. Doch seit etwa zwölf Monaten stockt es“, sagt Gryschka. Beim fehlenden Fünftel, für dessen Beseitigung das Gutachten notwendig ist, handelt es sich um das Gebäude 1 der Fabrik. Hier befinden sich Kesselhaus, Silos und Schmieröltanks – größtenteils mit sogenanntem Weichasbest als unschönem Inhalt.

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„Wir können dort nicht einfach den Abriss vollziehen, sonst kommen Schadstoffe in die Luft. Daher muss hier erst eine spezielle Asbestsanierungsfirma tätig werden“, sagt Gryschka. Diese Aufgabe könne und wolle er nicht leisten, daher habe er den ursprünglichen Auftrag storniert. In einem Tank sei sogar PCB sagt Gryschka, eine hochgiftige Chlorverbindung. „Und PCB ist schon eine richtig harte Nummer.“ Nicht nur wegen dieser vielen ungesunden Stoffe muss eben eine Spezialfirma ran. „Die Entsorgung aus den Tanks und Silos kostet 100.000 Euro“, sagt er.

Vorbereitende Maßnahmen für die Spezialfirma hat Peter Gryschka schon getroffen. Mit dem auf dem Gelände tonnenweise vorhandenen Bauschutt hat er eine Rampe als Puffer geschaffen – damit das Kesselhaus bei den Sanierungsarbeiten nicht umkippt, die Bahngleise sind nicht weit entfernt. Wenn dann irgendwann alle Schadstoffe beseitigt sind, kann er mit dem Abriss von Kesselhaus, Silos und Tanks weitermachen.

Die Stadt plant ein Wohngebiet

Nach den Plänen der Stadt soll auf dem ehemaligen Industriegelände ein Wohngebiet entstehen. In einem städtebaulichen Rahmenplan hatte das Büro Plan zwei das Potenzial für etwa 155 Wohneinheiten aufgelistet. Zunächst jedoch muss das Gelände frei von Altlasten und keine Brache mehr sein. Zu Beginn des Abrisses hatte der Ortsrat Weetzen in einer Erklärung den Wunsch geäußert, „dass die Abbrucharbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen sind“. Also Ende 2019. Das hat nicht geklappt.

Vielleicht bis Ende 2020? Peter Gryschka, dem aus besagten Gründen derzeit die Hände gebunden sind, möchte sich da nicht festlegen und wirbt um Verständnis. „Wir haben nie einen Zeitplan ausgegeben. Wie man hier sieht: Wenn man eine Industriebrache entfernen will, dann treten die Schadstoffe erst zutage, wenn man die Gebäude abreißt.“

Auch er werde oft angesprochen, wann es denn endlich weitergehe. Wenn es nach ihm geht: sofort. „Denn wenn hier annähernd Stillstand herrscht, dann kostet mich das auch Geld. Momentan dümpeln wir vor uns hin“, sagt Gryschka, der mit fünf Mitarbeitern auf der Industriebrache im Einsatz ist. Langweilig wird es trotzdem nicht: Mit seinem Team entfernt er in den nächsten Tagen die restlichen Betonplatten, die das Gelände bislang noch bedecken.

Die Abrissarbeiten auf der Brache in Weetzen stocken derzeit.

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Von Stephan Hartung