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Ronnenberg Straßennamen fürs Neubaugebiet: Lokaler Bezug ist wichtiger als das Geschlecht
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Antrag abgelehnt: Im neuen Baugebiet werden Straßen nicht nur nach  Frauen benannt

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15:25 05.12.2019
Verdiente Persönlichkeiten wie der frühere Bürgermeister Ernst-Georg Hüper zieren viele Straßenschilder Stadt. Zu wenige davon sind weiblich, monieren die Grünen. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt: Im geplanten Neubaugebiet Ronnenberg Nordost sollen die neuen Straßen nicht kategorisch und ausschließlich nach Frauen benannt werden. Das hat am Mittwochabend der Ausschuss für Stadtplanung fraktionsübergreifend – nur mit Ausnahme der Grünen als Antragsteller – empfohlen.

Der lokale Bezug zu Ronnenberg sei deutlich wichtiger als die kategorische Berücksichtigung des weiblichen Geschlechts, darin waren sich die Ausschussmitglieder weitgehend einig. Eine künftig bevorzugte Benennung von Straßen nach Frauen sei zwar grundsätzlich zu begrüßen, der Wortlaut des Grünen-Antrages lasse jedoch zu viel Spielraum. Auf eine Umformulierung ihres Antrages mit gleich mehreren Änderungen wollten sich die Grünen jedoch nicht einlassen.

Nur zwei weibliche Straßennamen in der Stadt

Die Grünen-Fraktion hatte ihren Antrag angesichts der notwendigen Gleichstellung mit dem geringen Anteil von weiblichen Straßennamen in der Stadt begründet. Bislang seien lediglich zwei Straßen nach Frauen benannt, sagte Grünen-Ratsfrau Dorothea Pein. „Es sind im Straßenverzeichnis rund 15 Prozent der Straßen nach Männern benannt. Es sind internationale Personen vertreten, Pflanzen und Tiere, aber nur 0,6 Prozent sind Frauennamen“, sagte Pein. Es gebe nur die Barbarastraße und die Margarethe-Höhne-Straße.

Ulrich Bauer (Freie Wähler) hatte zunächst nur auf zwei mögliche Probleme hingewiesen: „Die Namen müssen auch aussprechbar und dürfen nicht zu lang sein, sonst gibt es Probleme“, sagte Bauer. SPD-Ratsherr Dieter Schur brachte dann einen notwendigen lokalen Bezug ins Spiel. „Es sollte schon ein örtlicher Zusammenhang der Person zu Ronnenberg bestehen“, gab Schur zu bedenken. Bestenfalls sei es ohnehin anzuraten, für Straßen Gemarkungen als Namen zu verwenden. Pein zeigte zwar Verständnis für einen lokalen Bezuges. Nur: Bei der Erstellung der Beispielliste für den Antrag seien die Grünen nicht auf viele mögliche Ronnenberger Frauen gestoßen. „Nur mit verdienten Frauen aus Ronnenberg lässt sich das ungleiche Verhältnis auch nicht beheben“, sagte sie.

Viele Argumente gegen den Antrag

Es gab aber auch noch mehr Gegenargumente aus den Reihen der Ausschussmitglieder: Thomas Bensch (SPD) regte an, flexibel zu entscheiden. „Dass sich die Anwohner mit dem Straßennamen identifizieren können, ist wichtiger, als das Geschlecht.“ Es sei notwendig, auch die Menschen bei der Namensfindung zu befragen. „Ich habe wirklich nichts gegen weibliche Straßennamen, aber der lokale Aspekt ist wichtiger“, sagte Bensch.

Volker Zahn (CDU) lehnte sogar Personennamen für Straßen komplett ab. Angesichts der in der Landeshauptstadt Hannover inzwischen mehrfach bekannt gewordenen Diskussionen über mögliche Zusammenhänge von Personen mit dem Nazi-Regime sei es völlig unnötig, sich auf mögliche Probleme einzulassen. Sogar Marion Menzel (CDU) wollte den Grünen-Antrag „auch als Frau nicht unterstützen“. Es sei falsch, krampfhaft nach Frauennamen zu suchen, anstatt den Bezug zum Ort in den Vordergrund zu stellen.

Die Grünen hatten angesichts ihrer aussichtslosen Forderung auch keine Motivation mehr für Umformulierungen ihres Antrages – mit mehr Bezug zu lokalen Aspekten und empfehlendem Charakter.

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