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Ronnenberg Baut Regiobus seinen Betriebshof in Weetzen?
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Baut Regiobus Betriebshof in Weetzen?

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15:42 07.05.2019
Auf dieser Fläche neben dem Sportplatz in Weetzen könnte der Betriebshof von Regiobus entstehen. Quelle: Uwe Kranz
Weetzen/Gehrden

Ganz dem Zeitgeist entsprechend hat die Firma Regiobus vor rund sieben Monaten verkündet, in Zukunft verstärkt auf Elektromobilität zu setzen. Dazu soll ein neuer Betriebshof entstehen, der die beiden bestehenden Einrichtungen in Eldagsen und Wunstorf ersetzen soll. Bei der Suche nach einer geeigneten Fläche richtete Regiobus seinen Fokus wegen der zentralen Lage im Südwesten der Region Hannover von Anfang an auf das Dreieck Ronnenberg-Weetzen-Gehrden. Das Unternehmen will künftig von dort aus die Sprinterlinien 700, 500 und langfristig auch 300 mit reinen Elektrobussen bedienen. Neu im Gespräch ist jetzt eine Fläche im Norden von Weetzen. Eine Entscheidung ist indes bis heute nicht gefallen.

Thema Gewerbesteuer wirkt wie eine Feststellbremse

In Ronnenberg wurde zunächst über das geplante Gewerbegebiet Ronnenberg Nordost als neuem Standort spekuliert. Das Areal ist groß genug und liegt verkehrstechnisch günstig zwischen Empelder Straße und Bundesstraße 217. Die Verwaltung winkte aber sogleich ab: Diese Fläche soll neuen Gewerbesteuerzahlern vorbehalten bleiben, hieß es.

Indes wirkt das Thema Gewerbesteuer wie eine Feststellbremse für das Projekt Betriebshof. Sowohl die Stadt Ronnenberg als auch die Nachbarkommune Gehrden berichten von Gesprächen mit Regiobus über weitere Flächen im favorisierten Umkreis. In beiden Rathäusern stellt man sich allerdings die Frage: „Was hat meine Stadt von diesem Projekt?“

Region muss neuen Betriebshof schmackhafter machen

Fakt ist: Gewerbesteuer wird Regiobus am Standort des neuen Betriebshofes nicht bezahlen, und auch die Arbeitsplätze werden überwiegend von den Mitarbeitern der beiden aufzugebenden Betriebshöfen besetzt werden. Letztlich werden aus Sicht der beiden Städte durch das Regiobus-Projekt lediglich Flächen versiegelt, die auch an Gewerbesteuer zahlende Unternehmen verkauft werden könnten. Da nutzt es nichts, dass der Bau im Gewerbegebiet Gehrden Ost unmittelbar losgehen könnte und Bürgermeister Cord Mittendorf großes Interesse an einer Ansiedlung von Regiobus in seiner Stadt geäußert hat.

Grafik Quelle: HAZ-Grafik

Die jüngsten Gespräche von Regiobus mit der Stadt Ronnenberg drehten sich indes um ein Gebiet im Norden von Weetzen. Der Ronnenberger Stadtteil hat den Vorteil einer optimalen S-Bahn-Verbindung nach Hannover, was auch für die Mitarbeiter von Vorteil wäre. Bei einem Treffen mit dem Weetzener Ortsrat traten für Bürgermeisterin Stephanie Harms dieselben Fragen zu Tage, die auch in Gehrden gestellt werden. „Die Vorteile für den Ort erschließen sich auf den ersten Blick nicht“, sagt Harms, zumal in Weetzen entsprechende Flächen für den Bau eines Betriebshofes erst noch ausgewiesen werden müssten.

Und wenn neben der Bundesstraße 217 ein Betriebshof gebaut werden könne, könnte dort doch auch ein Gewerbegebiet entstehen, mutmaßte die Bürgermeisterin. Wenn Regiobus dort bauen möchte, heiße das ja nicht, dass sich nicht auch andere Unternehmen für diesen Standort interessieren würden.

Offenbar warten beide Kommunen nun darauf, dass die Region die Ansiedlung des neuen Betriebshofes auf irgendeine Weise schmackhafter macht. Am Standort Weetzen könnte dies möglicherweise die Schaffung weiterer Stellflächen auf dem überlasteten Park-und-Ride-Platz sein. Ob eine solche Unterstützung ausreichen würde, müssen letztlich die örtlichen Gremien entscheiden. Sicher erscheint nur: Die angestrebte Inbetriebnahme des neuen Betriebshofes Ende 2021 ist bei einer geschätzten Bauzeit von 18 Monaten nicht mehr zu erreichen.

Von Uwe Kranz

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