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Ronnenberg Bergbaumuseum eröffnet neue Sonderausstellung über Schacht Hermann
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Bergbaumuseum in Empelde eröffnet neue Sonderausstellung über Schacht Hermann

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17:42 08.12.2019
Museumsvorsitzender Otmar Haas (von links) und Historiker Olaf Grohmann eröffnen die neue Sonderausstellung über Schacht Hermann in Benthe. Unter den Gästen: Ronnenbergs SPD-Vorsitzender Rudi Heim, Ratsvorsitzende Karin Reinelt und Bürgermeisterin Stephanie Harms. Quelle: Georg Weber
Empelde

Der Schacht Hermann in Benthe markiert den Beginn des Kaliabbaus und der Salzgewinnung am Benther Berg. Im Beisein zahlreicher Gäste hat das Niedersächsische Museum für Kali- und Salzbergbau in Empelde am Sonntag seine neue Sonderausstellung über Schacht Hermann in Benthe eröffnet.

Die Aufschließung abbauwürdiger Lagerstätten in Hessen, Baden und Niedersachsen löste nach 1875 ein Kali-Fieber in Deutschland aus, das Ende des 19. Jahrhunderts auch den Benther Salzstock erfasste. Ab 1894 führte die in Braunschweig ansässige Kali-Bohr-Gesellschaft Benthe hier erste Probebohrungen durch.

Mit vielen alten Dokumenten wird die Geschichte des Schachtes Hermann in Benthe dargestellt. Quelle: Georg Weber

Der erste Spatenstich erfolgte am 5. April 1899. Anfangs verliefen die Arbeiten erfolgreich. Im Oktober 1901 machten aber mehrere starke Wassereinbrüche alle Versuche zunichte, den Förderschacht Hermann fertigzustellen. Der Schacht konnte nicht gerettet werden, aber die aus dem Schacht gewonnene Sole konnte in einer Saline zu Salz verarbeitet werden. Die Salzproduktion begann im Mai 1902 und dauerte bis 1911, danach ruhte der Salinenbetrieb und wurde schließlich im Jahr 1920 ganz eingestellt.

Museumsleiter Otmar Haas (links) und Historiker Olaf Grohmann bei der Eröffnung der Sonderausstellung. Quelle: Georg Weber

Aus der Sammlung des Empelder Bergbaumuseums und mit neuen Schautafeln, neuem Kartenmaterial, historischen Fotografien und Schriftdokumenten wurde jetzt die Sonderausstellung mit der fachlichen Begleitung des Historikers Olaf Grohmann vorbereitet. Bei der Ausstellungseröffnung hielt Grohmann ein Referat zur Geschichte des Kalibergbaus im Calenberger Land.

Der Besucher erfährt in der Sonderausstellung alles Wissenswerte über den Schacht Hermann auf Schautafeln. Außerdem gibt es ein Faltblatt zum Nachlesen.

Museum wird umgebaut

Mit der neuen Sonderausstellung macht das Bergbaumuseum in Empelde zugleich den ersten Schritt, moderner zu werden und seine Arbeit neu auszurichten. In den kommenden drei Jahren werden die Räume nach und nach umgestaltet. Dazu gehören noch sechs weitere Sonderausstellungen zu den Themen „Kalifieber und die Anfänge des Kaliwirtschaftsgesetzes“, „Kalichemie“, „Geologie“, „Kali – Ökonomie und Ökologie“, „Nachbarn auf dem Benther Salzstock“ und „Hansa – Silberberg“.

Die Exponate und das Anschauungsmaterial aus der aktuellen Sonderausstellung und auch aus den noch folgenden Sonderausstellungen sollen später in die Dauerausstellung in den neu gestalteten Museumsräumen integriert werden.

60.000 Euro von der Region

Museumsleiter Otmar Haas dankte allen Sponsoren für die finanzielle Unterstützung für den Umbau und die Neugestaltung der Museumsräume. Allein die Region stellt über den gesamten Zeitraum insgesamt 60.000 Euro zur Verfügung.

Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms räumte ein, dass es die ehrenamtlich geführten Museen heutzutage nicht leicht hätten. Die ehrenamtliche Arbeit sei deshalb besonders hoch einzuschätzen. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagte sie. Das Museum übernehme eine wichtige Rolle im Stadtmarketing, um Ronnenberg als ehemalige Bergbau-Stadt in lebendiger Erinnerung zu halten. Zugleich werde Jugendlichen und Neubürgern ein wichtiges Stück aus der Ronnenberger Stadtgeschichte anschaulich vermittelt.

Sonderausstellung läuft bis März

Die Sonderausstellung über Schacht Hermann in Benthe ist bis zum 15. März 2020 im Museum für Kali- und Salzbergbau, An der Halde 10, in Empelde zu sehen und kann dort zu den normalen Öffnungszeiten immer sonntags von 10 bis 14 Uhr besucht werden.

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