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Ronnenberg Frühschwimmer treffen sich im Freibad Empelde
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Ronnenberg: Frühschwimmer treffen sich im Freibad Empelde

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14:07 20.06.2019
Wenn andere noch schlafen, ziehen die Frühschwimmer schon ihre Bahnen im Freibad. Quelle: Heidi Rabenhorst
Empelde

Gerade verdrängt der Frühnebel die letzten Reste der Nacht aus der Landschaft. Das Calenberger Land ist noch nicht wirklich lebendig, die Straßen noch nicht verstopft. Es ist 6 Uhr. Eigentlich wäre es eine gute Zeit, um sich im Bett noch einmal genüsslich umzudrehen, wenn man noch keine beruflichen Verpflichtungen hat. Die kleine Menschenmenge vor dem Freibad in Empelde sieht das anders. Die Frühschwimmer freuen sich auf ihre Runden im beheizten Freibad.

Schwimmen als morgendliches Ritual

Für viele gehört das Frühschwimmen zum morgendlichen Ritual, und zwar täglich. Andere kommen aus Lust am Frühsport. Allen gemeinsam ist eine auffallend gute, ausgeglichene Laune – zu einem Zeitpunkt, an dem andere noch nicht einmal den Schalter der Kaffeemaschine gefunden haben. Im Empelder Freibad ist das Frühschwimmen allerdings in dieser Saison nicht mehr täglich möglich. Aus Personalmangel mussten die morgendlichen Öffnungszeiten in der Vorsaison sogar ganz gestrichen werden. Für die Hauptsaison wurden ab dem 1. Juni auch wieder Frühschwimmerzeiten eingerichtet, allerdings wegen anhaltenden Personalmangels bei den Schwimmmeistern nur montags und mittwochs.

Nachbarschaftshilfe: Schwimmmeister Julian Pengel aus Gehrden hilft, einen Teil des Engpasses zu überbrücken. Quelle: Heidi Rabenhorst

Eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf das Angebot von 2018 scheitert daran, dass die Besetzung der freien, unbefristeten Stelle eines Fachangestellten für Bäderbetriebe bislang gescheitert ist. Die Stadtverwaltung überbrückt den Engpass mithilfe von Rettungsschwimmern der DLRG und einer Kooperation mit der Stadt Gehrden. Da der Hallenbereich des Delfi-Bades bis auf Weiteres und das Freibad bis voraussichtlich nächste Woche geschlossen bleiben muss, helfen Schwimmmeister wie Julian Pengel aus der Nachbarkommune aus.

Ein guter Start in den Bürotag

Carsten Scheller aus Empelde genießt den Montagmorgen. „Weil heute unser Geschäft geschlossen ist, kann ich mit dem Schwimmen am frühen Morgen gut in den Bürotag starten“, sagt er und taucht ins 24 Grad warme Wasser des Empelder Backens ein. Auch Evelyn Busch zieht dort bereits ihre Bahnen. „Ich mache das schon seit einiger Zeit“, prustet die Empelderin fröhlich aus dem Becken: „Weil es Energie für die Arbeit im Altenheim gibt und Spaß macht – und wegen der Ruhe hier draußen.“

Carsten Scheller holt sich montags die Energie für den Bürotag beim Frühschwimmen. Quelle: Heidi Rabenhorst

Günter Pfaffe ist dagegen vor allem erbost über die eingeschränkten Öffnungszeiten. „Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass die Stadt Ronnenberg zu wenig Personal hat. Nichtsdestotrotz ist es für mich eine Besitzerpflicht seitens der Stadt, die Zeiten einzuhalten. Als ich im März die Saisonkarte gekauft habe, war keine Rede von eingeschränkten Zeiten“, sagt der 67-jährige Ronnenberger.

Probleme für Schwimmsparte des SV Gehrden

Frühschwimmerin Birgit Westhaus legt bei ihren Badbesuchen rund 400 bis 500 Meter im Wasser zurück. „Das gibt mir Schwung für den ganzen Tag. Gestärkt kann ich dann an meine Arbeit gehen“, erläutert die Empelderin. Auf diese Vorzüge verweist auch Helmut Adam. Schwimmen sei ein ideales Training für Herz, Kreislauf und Muskulatur, ohne dabei die Knochen und Gelenke zu strapazieren. „Man fühlt sich so herrlich und lässt die kleinen Beschwerden hier im Bad“, sagt der 78-Jährige.

Auch Birgit Westhaus genießt die morgendliche Ruhe im Freibad. Quelle: Heidi Rabenhorst

Verärgert über das geschlossene Bad in Gehrden ist Silke Janecki. „Normalerweise trainiere ich in Gehrden, das ist ja im Hallenbad schon lange nicht mehr möglich und ein Ende der Schließung ist momentan auch nicht absehbar“, sagt sei. „Weil das Freibad nun auch nicht zu benutzen ist, fehlen uns von der Schwimmsparte des SV Gehrden natürlich noch mehr Trainingskapazitäten“, sagt sie erbost. Wenn das so weiter gehe, gebe sie der Schwimmsparte keine Chance mehr. „Viele sind schon abgewandert in andere Bäder“, fügt die Gehrdenerin hinzu. Sie selbst komme einmal die Woche abends nach Empelde – und nutzt die beiden Frühschwimmertermine, um ihre Bahnen zu ziehen.

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Heidi Rabenhorst

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