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Ronnenberg Gedenken an Auschwitz: Gemeinsames Erinnern mit den künftigen Generationen
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Generationen gedenken gemeinsam der Nazi-Opfer 

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17:03 27.01.2020
Schüler der Marie-Curie-Schule gestalten auch in diesem Jahr wieder die Gedenkveranstaltung der Stadt Ronnenberg am Empelder Friedhof vor dem Ehrenmal mit. Quelle: Heidi Rabenhorst
Ronnenberg/Empelde

„Es ist nicht unsere Schuld, aber es ist unsere Verantwortung. Es ist unsere Verantwortung, zu erinnern, zu schützen und vorzubeugen“, hallte es aus den Mündern der Schüler über den Empelder Friedhof. Das Gedenken an die schrecklichen Taten, für die der Nationalsozialismus verantwortlich sei, dürfe nicht auf einen Tag beschränkt werden, so Till Leander Schröder. „Wir müssen uns kontinuierlich mit der Vergangenheit unserer Großeltern und Urgroßeltern auseinandersetzen und durch eigenes behutsames Handeln dafür sorgen, dass eine aktive Erinnerungskultur geschaffen wird und bleibt“, fügte der Elftklässler und Ronnenberger Jugendbürgermeister hinzu.

Dass sich Jugendliche der Marie Curie Schule an der Gestaltung der Holocaust-Gedenkfeier beteiligen, ist ein gewohntes Bild. Bürgermeisterin Stephanie Harms beging auch den 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Auschwitz auf dem Friedhof in Empelde gemeinsam mit jungen Menschen. Eine eigene Veranstaltung organisierte der Förderverein Erinnerungsarbeit Ronnenberg (FER) an der Gedenkstelle in Ronnenberg.

Schüler bereiten Theaterstück zur NS-Zeit vor

Die rund 40 Mädchen und Jungen aus den beiden Theaterkursen der Einführungsstufe an der Ronnenberger Gesamtschule unter der Leitung ihrer Lehrerinnen Kerstin Brocher-Schulz und Barbara Kuschefski beschäftigen sich im laufenden Schuljahr ganz konkret mit den Leiden der Opfer der NS-Zeit und befinden sich mitten in den Proben für das von ihnen geschriebenen Theaterstückes „In der Nacht gibt es keine Schmetterlinge“.

Für Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms ist das Treffen am Mahnmal immer eine ganz besondere Gedenkveranstaltung. „Wir Ronnenberger erinnern uns gemeinsam mit den künftigen Generationen. Ich bin sehr stolz, dass die Schüler in Ronnenberg sich nicht nur einmal im Jahr erinnern, sondern sich auch durch die Auszeichnung als ,Schule ohne Rassismus Schule mit Courage’ im Schulalltag gerade mit diesen Problemen befassen“, so Harms.

Bürgermeisterin Stephanie Harms bei der Gedenkveranstaltung vor dem Ehrenmal am Empelder Friedhof. Quelle: Heidi Rabenhorst

Mit dem Hashtag „We remember – Wir erinnern uns“ wollen Millionen Menschen weltweit jedes Jahr darauf aufmerksam machen, dass die Erinnerung an den Mord an sechs Millionen Juden nicht verblasse. „Und kämpfen dieses Jahr zugleich zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz gegen alten und neuen Judenhass in aller Welt“, sagte Harms.

Bürgermeisterin Stephanie Harms und Jugendbürgermeister Till Schröder legen Blumen zum Gedenken an die Opfer nieder. Quelle: Heidi Rabenhorst

In der stillen Feierstunde am Mahnmal in Ronnenberg am Weingarten hatten zuvor Peter Hertel und seine Ehefrau Christa Buddenberg-Hertel für den FER vor allem an die Geschwister Max und Rosy Seligmann aus Ronnenberg erinnert, die 1942 und 1944 in Auschwitz ermordet worden sind. Sie hatten nicht das Glück, 1945 befreit zu werden, so Hertel.

Peter und Christa Buddenberg-Hertel erinnern an vertriebene und ermordete Ronnenberger Juden. Quelle: Heidi Rabenhorst

„Die Erinnerung an Auschwitz und an die Befreiung vor 75 Jahren fordern von uns, ehrlich miteinander umzugehen. Daran knüpft sich intensiv auch die Frage, was eigentlich hier, in Ronnenberg abgelaufen sei“, sagte der Mitbegründer des Vereins in seiner Ansprache vor den rund 20 Bürgern. Gewiss habe es einige Menschen gegeben, die Widerstand geübt hätten, aber eben auch die vielen, die schwiegen oder mitmachten, als die jüdische Gemeinschaft aus Ronnenberg vertrieben worden seien.

Rund 20 Bürger kommen zur Gedenkfeier am Mahnmal in Ronnenberg. Quelle: Heidi Rabenhorst

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Von Heidi Rabenhorst

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