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Ronnenberg Das war’s: Grundschulleiterin Andrea Schirmacher verabschiedet
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Grundschulleiterin Andrea Schirmacher verabschiedet

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19:50 02.02.2020
Abschied: Andrea Schirmacher (Mitte) mit der Urkunde, die ihr Dezernent Martin Deiwick übergeben hat. Auch Bürgermeisterin Stephanie Harms ist zur Verabschiedung gekommen. Quelle: Uwe Kranz
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Empelde

„Wenn morgen die Welt untergehen würde, hätte ich mein gesamtes Leben in der Schule verbracht“, mit diesen Worten fasste Andrea Schirmacher am Freitagmittag ihre berufliche Karriere zusammen. Unter dem Motto „Das war’s“ waren rund 80 geladene Gäste zu einer Feierstunde in der Aula der Theodor-Heuss-Schule (THS) zusammengekommen, um die scheidende Schulleiterin in den Ruhestand zu verabschieden.

Als Überraschung tanzen 400 Schüler und Lehrer

„Bei Ihnen zählen immer die Kinder“, fasste Denis Strickrodt als Vertreter des Elternrates und des Fördervereins der Schule Schirmachers Grundeinstellung zusammen. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Rektorin gleich zu Beginn ihrer Abschiedsrede stolz auf die Überraschung hinwies, die ihr die Schüler am Morgen bereitet hatten. „400 Schüler und Lehrer haben wunderbar getanzt – das war stark“, schwärmte sie.

rund 400 Kinder und Lehrer tanzen für Andrea Schirmacher zum Lied "Chöre" von Mark Forster. Quelle: privat

Schirmacher wagte sich danach auf dünnes Eis. „Das ist meine erste und einzige Powerpoint-Präsentation“, gab sie zu. Ihr Rückblick führte die Gäste von der eigenen Einschulung der Rektorin über ihre Hochzeit und die Geburt ihres Sohnes sowie die Studienzeit bis zu ihrer Karriere als Förderschullehrerin und -leiterin und schließlich zum Wechsel an die THS im Jahr 2016. Als Herausforderungen an der Empelder Grundschule nannte sie die Inklusion und die Arbeit mit Kindern ohne Deutschkenntnisse. Aber gemeinsam mit einem „tollen Kollegium“ habe sie das mit Bravour gelöst.

Schirmacher ließ es sich nicht nehmen, auch immer wieder launige Spitzen in Richtung Landesschulbehörde (LSchB) einzuflechten. Sie berichtete, wie sie beim Wechsel von der Förder- zur Regelschule erst noch eine Prüfung ablegen musste oder wie sich in der Übergangszeit selbst an andere Schulen abgeordnet hat, ohne das dies die LSchB bemerkt habe, von unbeantworteten E-Mails und anderen Schwierigkeiten. Das habe sich erst mit dem Dezernenten Martin Deiwick geändert.

„Nichts Erheiterndes in der Personalakte“

Dieser attestierte Schirmacher nach mehr als 37 Jahren im Schuldienst: „Sie haben die Anforderungen in besonderer Weise übertroffen.“ Er habe in der Personalakte Schirmachers „nichts gefunden, was hier zur Erheiterung beitragen könnte“. Als Zeichen des Übergangs in den Ruhestand überreichte er ihr eine Urkunde.

Zuvor erhielt die scheidende Schulleiterin von verschiedenen Wegbegleitern Lobesreden. Von Förderschulleitern gab es ein „Gutachten über den Ruhestandsbedarf“. Nachdem das geklärt war, legten ihr die Lehrerinnen der THS dazu noch einen Leitfaden für die Zeit nach dem aktiven Schuldienst nahe.

Bürgermeisterin Stephanie Harms verwies auf den besonderen Einsatz, mit dem Schirmacher ihre Aufgaben ausgefüllt habe. Als Beispiele nannte sie unter anderem den Kampf gegen das Elterntaxi-Chaos vor der Schule oder ihre Unterstützung bei der Planung für den Bau der neuen Grundschule Auf dem Hagen. Abgerundet wurden die Vorträge vom Chor des THS-Kollegiums mit dem Lied „Schirmi – deine Schulzeit“ zur Melodie des Stadionshits „96 – Alte Liebe“.

Das Kollegium der Theodor-Heuss-Schule singt Andrea Schirmacher zu Abschluss ein besonderes Ständchen. Quelle: Uwe Kranz

Der Ruhestand wird bei Schirmacher nur wenig mit Ruhe zu tun haben, das ahnten wohl alle in der THS-Aula. Ihr Augenmerk liege nunmehr auf einem 25 Quadratmeter großen Gemüsebeet in einem Mitmachgarten, wie sie erklärte. Außerdem engagiere sie sich in der Bibergruppe des Nabu bei der Kartierung der örtlichen Bauten dieser seltenen Tiere.

Gratulieren lassen wollte sich Schirmacher nicht zum Ruhestand. Sie habe gemischte Gefühle, sagte sie noch vor der Feierstunde und fügte später auf dem Podium mit Blick auf ihre berufliche Laufbahn hinzu: „Ich würde es wieder tun.“

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Von Uwe Kranz

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