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Ronnenberg Im Porträt: Martyna Pieczka ist neue Pastorin in Empelde
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Im Porträt: Martyna Pieczka ist neue Pastorin in Empelde

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18:29 10.02.2020
„Ich mag es, wenn ich zu Fuß zur Arbeit gehen kann“: Martyna Pieczka ist die neue Pastorin der evangelischen Johanneskirchengemeinde in Empelde. Quelle: Stephan Hartung
Empelde

Auf die Frage, ob sie als neue Pastorin im Empelde eine Exotin sei, beantwortet Martyna Pieczka mit Humor. „Wenn Sie das meinen, dann ist das wohl so“, sagt sie und schmunzelt ein wenig. Seit dem 1. Januar ist sie die neue Pastorin der evangelischen Johanneskirchengemeinde. Das ist unter anderem deshalb bemerkenswert, weil Pieczka aus Polen stammt, einem Land, das katholisch geprägt ist.

„Von 38 Millionen Polen sind bestimmt 90 Prozent katholisch“, berichtet die 34-Jährige. In der Schule, erinnert sie sich, war sie immer die einzige Protestantin. Manchmal sei sie auch von den anderen Kindern ausgelacht worden, berichtet Pieczka, „weil ich nicht an Maria geglaubt habe“. Solche Situationen prägen, man lernt, sich zu behaupten.

Studium in Warschau

Pastorendienst, so berichtet die Theologin, ist in Polen bislang ausschließlich Männersache. „Erst jetzt setzt das Umdenken ein. Denn wie auch in Deutschland herrscht dort ein Mangel an Pastoren“, sagt Pieczka. Während ihres Theologie-Studiums in Warschau durfte sie sich aber immerhin als Diakonin einbringen. „Aber wenn man die Chance hat, nach Deutschland zu kommen und als Pastorin zu arbeiten, dann nutzt man das natürlich.“

Empelde ist vierte Station

Empelde ist nun ihre vierte Station in Niedersachsen, dem Bundesland, in dem die Landeskirche Pieczkas Diplom der Universität Warschau anerkannt hatte. Im Empelde besitzt sie eine Dreiviertelstelle und ist Nachfolgerin von Christiane Elster, die sich im vergangenen Sommer nach Ostfriesland verabschiedet hatte. „Ich fühle mich wohl, habe mich gut eingelebt“, sagt Martyna Pieczka. Dabei geholfen hat ihr der Kirchenvorstand, wie sie betont. „Es war sehr schwer, in der Umgebung eine Wohnung zu finden.“

Zu Fuß zur Arbeit

Mittlerweile lebt sie aber in Empelde. „Ich mag es, wenn ich zu Fuß zur Arbeit gehen und dabei auch Menschen treffen kann. So kann ich gut die vielen neuen Leute kennenlernen.“ Bis die Gemeinde für sie komplett zum Heimspiel wird, dürfte es aber noch etwas dauern. „Ein Jahr brauche ich, um die Gemeinde zu spüren. Aber das“, so sagt Pieczka, „ist ja in jeder Firma auch so.“

Zur Person: Martyna Pieczka

Martyna Pieczka wuchs in Zabrze (früher: Hindenburg) in Oberschlesien auf. Sie studierte in Warschau Theologie sowie Religion und Ethik auf Lehramt. Vor und nach ihrem Universitätsabschluss 2010 absolvierte sie im Rahmen eines Stipendienprogramms insgesamt vier Jahre an der Leipziger Universität. In Sachsen lernte sie die deutsche Sprache, die schon ihre Urgroßmutter und die Großeltern gesprochen hatten. Seit 1. Januar ist Pieczka Pastorin in der Johannesgemeinde in Empelde, ihre vorherigen Stationen waren Hannover-Buchholz (2014 bis 2016), Mörse nahe Wolfsburg (2016 bis 2018) und Hildesheim (2018 bis 2019). Pieczka besitzt die polnische und die deutsche Staatsbürgerschaft.

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Von Stephan Hartung

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