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Ronnenberg "Nein Danke" zu einer Bauschuttdeponie
Umland Ronnenberg "Nein Danke" zu einer Bauschuttdeponie
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13:19 23.11.2018
Im Mehrzweckraum des Gemeinschaftshauses wurde es während der Gründung der Initiative eng. Quelle: Uwe Kranz
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Ronnenberg

Das erste Treffen begann mit einer zeitlichen Verzögerung. In den kleinen Mehrzweckraum des Gemeinschaftshauses mussten zunächst noch einige Stühle geholt werden, damit die rund 50 Besucher alle einen Sitzplatz bekamen. Die Resonanz erfreute Marc Bierhance, der sich als Sprecher einer Bürgerinitiative (BI) vorstellte, deren Gründungsversammlung das Treffen der Anwohner am der Ronnenberger Kalihalde am Donnerstagabend gleichzeitig darstellte. Deren Name verdeutlicht, was die Bürger von einer bevorstehenden Rekultivierung der Halde befürchten: „Bauschuttdeponie – Nein Danke!“

Die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg GmbH hat den Antrag gestellt, die historische Kalihalde mit Bauschutt abdecken zu dürfen und später zu begrünen – ähnlich wie es in den vergangenen Jahrzehnten in Empelde geschehen ist. Für Bierhance und dessen Mitstreiter ist das der Versuch eine Bauschuttdeponie unter dem Deckmantel der Rekultivierung zu betreiben, ein „grünes Märchen“, wie es aus der Versammlung hieß.

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Die Bürgerinitiative erwartet, dass auf Ronnenberg im Falle der Genehmigung des Deponiebetriebes die Einlagerung von täglich bis zu 30 Lkw-Ladungen größtenteils mit Schadstoffen belasteten Materials zukommt – und das über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. „Ein grüner Berg wird da erst in 30 Jahren stehen. Was bis dahin passiert, würde mich interessieren“, sagte Wolfgang Zehler, der auf Einladung der BI die Rolle der Stadt in dem Prozess darlegte. Bierhance nannte den zeitlichen Umfang des geplanten Deponiebetriebes einen „unvorstellbaren Zeitraum“.

So lange hätten die Bürger mit den zu erwartenden Unannehmlichkeiten zu kämpfen: Teilweise belastete Stäube, die durch überwiegende Westwindlage bis weit in den Ort hinein getragen würden, Arbeitslärm, vor allem für die teilweise nicht einmal 20 Meter von der Halde entfernte Wohnbebauung, und Belastungen durch den Lkw-Verkehr, der voraussichtlich durch die Feldmark südlich der Halde führen würde. Dieser Bereich habe allerdings Naherholungscharakter für die Kernstadt. Die Initiative befürchtet einen Rückgang von Lebensqualität und Immobilienwerten. „Betroffen ist halb Ronnenberg“, erklärte Bierhance, „die Arbeiten werden unseren täglichen Ablauf verändern.“

Bis dicht an die Halde reicht die Wohnbebauung in Ronnenberg. Quelle: Uwe Kranz

Mit großer Neugier und Entschlossenheit blickt die BI nun voraus auf eine Informationsveranstaltung der Firma Menke am Donnerstag, 29. November, um 18.30 Uhr im Gemeinschaftshaus. Mit Flyern und Plakaten sollen so viele Bürger wie möglich in die Stadthalle gelockt werden, um dem Widerstand gegen die Bauschuttdeponie Nachdruck zu verleihen. Bierhance hatte unter den Besuchern keine Mühe, Helfer zum Verteilen der Schriften und Plakate zu finden. Er rief dazu auf, sich vor der Veranstaltung fachlich zu informieren, um für Diskussionen gewappnet zu sein. Mit einigen Protestaktionen im Vorfeld der Veranstaltung ist zu rechnen.

Unterstützung gibt es indes auch von anderer Seite. So haben die Ronnenberger Grünen bereits mit einem flächendeckend in Ronnenberg verteilten Rundbrief Informationen über das Menke-Projekt unter das Volk gebracht. Die Siedlergemeinschaft Ronnenberg hat derweil einen Fachanwalt um Rat in der Sache engagiert, wie der Vorsitzende Reiner Gerke erklärte. „Es wäre schön, wenn sich auch die anderen Parteien eindeutig positionieren würden“, sagte ein Versammlungsbesucher.

Von Uwe Kranz

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