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Ronnenberg Von der Baumschule auf die Comedy-Bühne
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Jens Janowski füllt mit Stand-Up-Programm das Gemeinschaftshaus

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12:44 25.11.2019
An zwei Tagen unterhält "Der Baumschüler" sein Publikum. Quelle: Stephan Hartung
Ronnenberg

Dass er anfangs etwas nervös ist, sieht man ihm an. Dass er schwitzt, ebenso. Doch daraus formuliert Jens Janowski aus Weetzen sofort einen Witz. „Wir haben hier über der Bühne für 3000 Euro Spezialeffekte eingebaut. Das sieht also nur so aus, als wenn ich schwitze.“ Er nimmt sich selbst nicht so wichtig, ist beruflich kein Stand-Up-Comedian – sondern will einfach nur Spaß haben und authentisch sein. Und auf diese Weise hat Jens Janowski am Wochenende im jeweils mit 288 Zuschauern gut gefüllten Gemeinschaftshaus Ronnenberg an gleich zwei Abenden das Publikum unterhalten.

Geschichten aus der Berufszeit

In seinem Alltag ist der 48-Jährige bei der Deutschen Messe beschäftigt. Früher arbeitete er in einer Baumschule. Aus dieser Zeit stammen viele Anekdoten, nicht durch Zufall nennt er sich auf der Bühne, bewusst falsch, „Der Baumschüler“. „Einige Leute waren damals so langsam, denen ist im Gewächshaus der Efeu ums Bein gewachsen und eine Schnecke in den Hacken gelaufen“, sagt Janowski.

Rückblickend habe er aber sowieso nie ein Baum sein wollen. „Du stehst nur rum und kannst nichts sagen, das liegt mir nicht“, sagt Janowski, der im Vorfeld im Gesprächs eine Motivation für den Ausflug auf die Stand-Up-Bühne formuliert hatte. „Viele Leute haben mir gesagt, dass ich immer eine so große Klappe und für alle Situationen meine Sprüche habe – dann solle ich doch einfach mal auftreten.“

Und Geschichten hat er genug zu erzählen. Nicht nur aus der Baumschulzeit („Bäume können einem leid tun. Sie können sich ihre Nachbarn nicht aussuchen, bekommen nur Wasser zu trinken und bei großem Pech werden sie beschnitten“), sondern aus der manchmal holprigen Schullaufbahn. „In Mathe war ich nie gut. Ich musste mit einer Unbekannten rechnen – das war mir auch im späteren Leben fremd.“ Sein Vater konnte ihm in diesem Schulfach auch nicht helfen. „Satz des Pythagoras? Mein Papa hat mir erklärt, dass er sich nicht für Geschichte interessiert.“ Zum Abitur hat es nicht gereicht – geschenkt, dafür hat er Schülern mit diesem Abschluss etwas voraus. „Die heutigen Abiturienten wissen noch nicht mal, wie man eine Bierflasche mit dem Feuerzeug aufmacht.“

Stehende Ovationen, Tränen in den Augen

Und natürlich darf auch so manche Geschichte von zu Hause nicht fehlen – immerhin hat Janowski vor wenigen Wochen Silberhochzeit gefeiert. „Ich gebe 50 Euro im Monat für Bier aus – das findet meine Frau nicht gut. Dabei bezahlt sie 100 Euro im Monat für Kosmetik“, berichtet er. Argument seiner Frau: Das mache sie nur für ihn. „Das Biertrinken mache ich auch nur für dich.“

Das Publikum lacht, Zwischenapplaus – nicht das einzige Mal an diesem Abend während des inklusive Zugabe 90-minütigen dauernden Programms. Am Ende wird es emotional. Viele feiern den Weetzener mit Applaus im Stehen. Janowski bedankt sich bei den Zuschauern, die zwar freien Eintritt hatten, „aber alle nur wegen mir gekommen sind, das macht mich stolz.“ Er hat Tränen in den Augen. Der Mann ist authentisch, die Reaktion des Publikums der verdiente Lohn für seinen Mut.

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