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Ronnenberg Klaus Rosselnbruch hilft Kindern in Mosambik
Umland Ronnenberg Klaus Rosselnbruch hilft Kindern in Mosambik
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00:15 01.05.2019
Klaus Rosselnbruch versucht in Mosambik, Kindern bei der Bewältigung ihrer Traumata zu helfen. Quelle: privat
Ronnenberg/Sorsum

Idai hat seine Spuren hinterlassen, und das nicht nur in der Infrastruktur der afrikanischen Ländern Malawi, Mosambik und Simbabwe. Der Zyklon, der Mitte März über der Region gewütet hat, hat auch viele Menschen schwer erschüttert. Das hat Klaus Rosselnbruch direkt vor Ort erfahren. Der Lehrer aus Ronnenberg hat zwei Wochen lang als Notfallpädagoge als Mitglied einer zwölfköpfigen Gruppe der gemeinnützigen „Freunde der Erziehungskunst“ in Lagern in Mosambik Kindern bei der Verarbeitung der erlebten Katastrophe zu helfen.

Lehrer ist von Erlebnissen selbst beeindruckt

Im Südosten Afrikas ist derzeit Herbst jederzeit kann sich ein tropischer Regen zusammenbrauen. Wenn sich die Wolken verdunkeln werden viele Kinder unruhig, fangen an zu weinen, aus Angst, die schlimmen Erlebnisse während des Zyklons Ida könnten sich wiederholen. Klaus Rosselnbruch schildert seine Eindrücke rund um die Hafenstadt Beira selbst spürbar beeindruckt. Er sei noch „mitten drin“ in der Verarbeitung dessen, was er in drei Lagern für obdachlose Menschen erlebt hat, sagt er nach seiner Rückkehr.

Der Zyklon Idai hat starke Verwüstungen hinterlassen. Diese Schule wurde völlig zerstört. Quelle: privat

Zum dritten Mal hatte sich der Lehrer der Freien Waldorfschule in Sorsum auf den Weg in ein Krisengebiet gemacht. Zuvor war sein Ziel zweimal der Irak. Die Traumaerlebnisse in den beiden Ländern seien aber „komplett andere“ erklärt er. „Im Irak haben die Kinder Menschengewalt erfahren, in Mosambik war es Naturgewalt.“ Deshalb habe dort das Vertrauen in andere Menschen nicht so sehr gelitten. In den ersten acht Wochen haben die Helfer der Abteilung Notfallpädagogik der Freunde der Erziehungskunst in der Akutphase die Möglichkeit, mit Spielen und Kunstprojekten gegen die Traumata vorzugehen, wie Klaus Rosselnbruch erläutert. „Damit sich das Trauma nicht so sehr festsetzt“, sagt er. Der Einsatz in Mosambik geschieht in Kooperation mit Aktion Deutschland Hilft.

Menschen haben keine Alternative

Der verheiratete Vater von fünf erwachsenen Kindern kann sich für seine Kriseneinsätze der Unterstützung durch die Freie Waldorfschule in Sorsum sicher sein, auch wenn der Auslandsaufenthalt nicht, wie in diesem Fall, in die Ferien fällt. Die Abteilung Notfallpädagogik leistet seit 2006 internationale Kriegs- und Katastrophenhilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Für die Zeit seiner Einsätze erhält seine Klasse im Wennigser Ortsteil eine Vertretung.

1700 freiwillige Helfer pro Jahr

Freunde der Erziehungskunst ist ein 1971 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Stuttgart. Der Verein fördert weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens und Einrichtungen, die auf Grundlage der Waldorfpädagogik arbeiten. Als Trägerorganisation für Freiwilligendienste vermittelt der Verein rund 1700 Freiwillige pro Jahr ins In- und Ausland. Die Abteilung Notfallpädagogik der Freunde der Erziehungskunst leistet seit 2006 internationale Kriegs- und Katastrophenhilfe für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Der nächste Einsatz der Gruppe der Notfallpädagogen startet in einer Woche nach Simbabwe. Diesmal allerdings ohne den Ronnenberger. Klaus Rosselnbruch ist seit Ende der Osterferien wieder im Schuldienst. Bei der Verarbeitung der tiefgehenden Erlebnisse helfe der Alltag auch ein bisschen, sagt er. Hunderttausende haben durch den Zyklon ihre Heimat verloren, Hunderte ihr Leben. Jetzt liefen täglich Regierungsmitarbeiter durch die Lager und forderten die Menschen zum verlassen der Einrichtung auf, schildert Klaus Rosselnbruch. Sie bleiben allerdings – aus Mangel an einer Alternative.

Kinder sprechen auf Angebote der Helfer an

In einem anderen Lager, weit abseits von Beira, hätten die Menschen nur blaue Zeltplanen als Unterschlupf. „Der tropische Regen ist aber wie eine völlig überdrehte Dusche“, erzählt der Lehrer. Die Planen könnten davor nur völlig unzureichend schützen. Zu Beginn seines Aufenthaltes hätte es hier weder Wasser noch Nahrungsmittel gegeben. Das habe sich inzwischen verändert. Auch Erfolge seiner Gruppe habe er festgestellt. „Einige Kinder haben stark auf unsere Angebote angesprochen“, sagt er und erzählt von einem äußerst verschlossenen Mädchen, das mithilfe der Notfallpädagogen sein Lächeln wieder gefunden hat.

Klaus Rosselnbruch versucht in Mosambik, Kindern bei der Bewältigung ihrer Traumata zu helfen. Quelle: privat

Ende der vergangenen Woche wurde Mosambik mit Kenneth erneut von einem schweren Wirbelsturm getroffen, der erneut schlimme Zerstörungen verursacht hat. „In Simbabwe soll es noch schlimmer sein“, erzählt Klaus Rosselnbruch über die Lage in der Region. „Die Menschen dort brauchen noch sehr viel Hilfe.“

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/umland/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

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