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Ronnenberg Bergbaumuseen wollen Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Kooperation der Bergbaumuseen soll Städtepartnerschaft mit Leben füllen

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20:29 11.08.2019
Gerd Kuchenreuther, Vorsitzender des Bergbauvereins Ronneburg (links), und von Otmar Haas, Vorsitzendem des Kali- und Salzbergbaumuseums in Empelde, unterschreiben der Kooperationsvertrag. Quelle: Lisa Malecha
Empelde

Bürgermeisterin Stephanie Harms muss nicht lange überlegen, um die Bedeutung von Städtepartnerschaften in früheren Jahren einzuordnen. „Es sind genau diese Freundschaften, die es möglich gemacht haben, dass so ein Europa entstanden ist“, sagt sie. Allerdings sei das Engagement in der Bevölkerung zuletzt merklich zurückgegangen. Immer weniger Vereine beteiligten sich an dem Austausch. „Wir müssen alle daran arbeiten, die Städtepartnerschaften zu reformieren“, sagt Harms.

Die Besucher des Sommerfestes, zu dem das Museum für Kali- und Salzbergbau eingeladen hatte, nutzten die Gelegenheit, sich die Ausstellungsräume anzusehen.

Deshalb begrüßte sie ausdrücklich die Initiative des niedersächsischen Museums für Kali- und Salzbergbau in Empelde, eine Kooperation mit dem Museum in der thüringischen Partnerstadt Ronneburg einzugehen. „Das freut mich“, sagte sie. „Es ist die Chance für einen Neuanfang.“

Eigentlich ruht die Partnerschaft mit den Thüringern, anders als mit den beiden anderen Partnerstädten mit Duclair in Frankreich und Swarzedz in Polen, gibt es derzeit keine regelmäßigen Besuche. Auch Ronneburgs Bürgermeisterin Krimhild Leutloff äußerte sich erfreut über die neue Kooperation: „Städtepartnerschaften leben von den Bürgern, und es bietet sich an, diese Parallele unserer Städte – den Bergbau – zu nutzen, um die Partnerschaft wieder zu aktivieren.“

Interesse der Jugend hat nachgelassen

Außer den Vereinsaktivitäten stehen künftig einmal im Jahr Besuche von Delegationen hüben und drüben an, an diesem Wochenende sind Gäste aus Polen und Thüringen in der Stadt. In Duclair waren die Ronnenberger bereits. „Für die Generationen, die als Kinder noch den Krieg erlebt haben, war es vor 50 Jahren in Frankreich und vor 30 Jahren in Polen sicher noch nicht so einfach, in das jeweils andere Land zu reisen“, sagte Harms.

Heute habe bei der Jugend das Interesse an diesen Zielen stark nachgelassen, stellte die Bürgermeisterin fest. Schulen seinen auch nur schwer für eine Beteiligung zu interessieren, da diese oft eigene Partnerschaften pflegen. Als erster Schritt seien in diesem Jahr Mitglieder des Jugendparlamentes mit nach Duclair gereist. Die Hoffnung sei, dass es sich herumspricht, wie unkompliziert und freundschaftlich die Begegnungen in den Nachbarländern sind.

Von Desinteresse bei den Jugendlichen an diesem Thema berichtet auch der ehemalige Stadtdirektor und Ehrenbürger Ronnenbergs, Bernhard Lippold, der in seiner Amtszeit die Städtepartnerschaft mit initiiert hatte. „Unser internationales Jugendcamp war früher das Highlight – heute können wir es aus mangelndem Interesse nicht mehr durchführen“, sagte er. Das sei sehr schade, immerhin ist er sich sicher, dass durch die Kontakte der Jugendlichen auch viele Ressentiments abgebaut wurden.

Museumsleiter Ulrich Ochmann zeigt den Besuchern das Museum. Quelle: Lisa Malecha

Bergbaumuseen kooperieren

Das Programm mit den Gästen, die üblicherweise bei Privatleuten untergebracht werden, ist an diesem Wochenende bunt. Unter anderem führte es sie am Sonnabend aufs Maschseefest nach Hannover. Am Sonntag wurde im Bergbaumuseum ein Sommerfest gefeiert und dort als erster Akt der Kooperationsvertrag mit den Ronneburgern unterzeichnet – von Gerd Kuchenreuther, Vorsitzender des Bergbauvereins Ronneburg, und Otmar Haas, Vorsitzender des Kali- und Salzbergbaumuseums in Empelde.

Ziel der Vereinbarung ist ein regelmäßiger Austausch und eine Zusammenarbeit der beiden früheren Bergbaustädte. So sollen außer Wissen auch Exponate und Konzepte ausgetauscht werden. „Wir machen ja alles ehrenamtlich und hoffen so, von den Synergieeffekten profitieren zu können“, sagte Haas. Gerade weil das Museum nur wegens des Engagements der Ehrenamtlichen seit über 20 Jahren besteht, sei man aber auch auf Unterstützung angewiesen. Unter anderem fördert die Region Hannover das Museum. „Wir hoffen, dass die Städte uns auch unterstützen werden“, sagte Haas.

Die beiden Museen seien besonders in der heutigen Zeit wichtig, in der „niemand den Bergbau haben will“, ergänzte Kuchenreuther. Als bedeutend sehen die beiden Vorsitzenden daher auch die Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungseinrichtungen bei museumspädagogischen Konzepten in den außerschulischen Lernorten an. Dies soll zu strategischen Bildungspartnerschaften führen.

Von Lisa Malecha und Uwe Kranz

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