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Ronnenberg Mentoringprogramm wirbt um Frauen für die Lokalpolitik
Umland Ronnenberg

Ronnenberg: Mentoringprogramm wirbt um Frauen für die Lokalpolitik

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10:52 18.09.2019
Britta Kreuzer und Uwe Buntrock diskutieren während eines Spaziergangs über eine Lösung des Verkehrsproblems in Linderte. Quelle: Uwe Kranz
Linderte

Der Mangel wird bereits auf den ersten Blick deutlich: Nur jedes fünfte Mitglied im Rat der Stadt Ronnenberg ist eine Frau. In der Fraktion der Grünen ist dieses Verhältnis exakt dasselbe. Es bedürfe eines generellen Aufrufs, sich in der Lokalpolitik zu engagieren, sagt Uwe Buntrock, der für diese Partei im Stadtrat sitzt. „Besonders dringend brauchen wir aber interessierte Frauen“, sagt er. Der Empelder beteiligt sich nicht zuletzt deshalb als Mentor am aktuellen Landesprogramm „Frau.Macht.Demokratie“.

Kein fester Rahmen für das Mentoring

Seine neue Aufgabe führt ihn nun häufiger nach Linderte. Vor rund einem Jahr ist Britta Kreuzer mit ihrem Mann und ihrem Sohn aus Hannover-Linden dorthin gezogen. Mit Lokalpolitik hatte sie bislang nicht viel zu tun. Als Landesbeauftragte für die Rucksack-Kita und Griffbereit-Gruppen hat sie aber immer wieder bei dem Erschließen von Fördertöpfen mit verschiedenen Gremien zu tun. Eine häufige Anwesenheit in Stadträten und Ausschüssen ist dabei nicht selten erforderlich, erzählt sie. Wie Abläufe im Detail sind, habe sie aber „nicht gewusst und nicht gelernt“.

„Frau.Macht.Demokratie“ reizte die 51-Jährige nun, tiefere Einblicke in die Lokalpolitik zu wagen. Bei der Bewerbung sei sie gefragt worden, mit welcher Partei sie sich identifizieren würde. „Am ehesten mit den Grünen“, war ihr Resümee nach kurzem Überlegen. Aus diesem Grund wurde ihr auch ein Grünen-Politiker als Mentor zugeordnet. „Der Zufall hat uns zusammengebracht“, scherzt Buntrock.

Einen festen Rahmen für das Mentoring gibt es nicht. Nach einer Auftaktveranstaltung am 30. August, bei der alle 433 Mentee, wie die teilnehmenden Frauen genannt werden, anwesend waren, gibt es noch drei weitere Schulungstermine. Wie funktioniert das Mentoring? Wie die Lokalpolitik? Und welcher Weg führt vom Mentee zur Lokalpolitikerin? Das sind die zentralen Fragen dieser Termine. Darüber hinaus kann das Duo seine Zusammenarbeit frei gestalten. Das landesweite Abschlusstreffen ist Ende Juni 2020 angesetzt.

Landesweit kommen 1,08 Mentees auf eine Gemeinde

In Niedersachsen kommen auf jede Gemeinde rechnerisch 1,08 Mentees, in Ronnenberg sind es drei, wie Lara Carolin Sindt, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ronnenberg, jüngst im Ausschuss für Bildung, Jugend, Sport, Senioren, Integration und Gleichstellung feststellte. Dass ausgerechnet Buntrock eine von ihnen als Mentor begleitet, ist wohl eher kein Zufall. Als Ruheständler unterstützt er auch das Jugendparlament der Stadt als Mentor und ist Seniorensicherheitsberater. „Ich habe den Vorteil, dass ich mir die Zeit frei einteilen kann“, sagt er bescheiden.

Ein Thema, das Kreuzer am Herzen liegt, hat sie in Linderte gleich nach ihrem Zuzug förmlich angesprungen. Wenige Meter von ihrem Haus entfernt verläuft die Holtenser Straße. Die Stadt bemüht sich seit Jahren um eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die zu enge Ortsdurchfahrt und hat sich zu diesem Ziel auch erfolgreich um die Aufnahme in ein Modellprojekt des Landes beworben. „Der Ortsbürgermeister und der Ortsrat kümmern sich gut um dieses Thema“, sagt Kreuzer. Neben der Stadtplanung gehört unter anderem auch die Bildung zu ihren bevorzugten Schwerpunkten.

Frischer Eindruck von der Verkehrslage

Während eines Spaziergangs zur Heimatstube machen sich Mentor und Mentee noch einmal einen frischen Eindruck von der Verkehrslage auf der Holtenser Straße. Ob sie am Ende des Jahres auch direkt die Mitgliedschaft in einer Partei oder gar die Kandidatur bei der Kommunalwahl 2021 anstrebe, könne sie noch nicht sagen, auch wenn dies natürlich Ziel des Programms ist, sagt Kreuzer. Mit seinen Informationen und Erklärungen will Buntrock dazu beitragen, dass das Interesse nicht nachlässt.

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Mentoring-Programm: Mehr Frauen in die Politik

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

Ingrid und Siegfried Thiemig aus Empelde sind seit 70 Jahren verheiratet. Kennengelernt haben sie sich über Briefe, die sie sich anonym geschickt haben. Auch mit 92 Jahren schaut Siegfried Thiemig noch gerne die Fußball-Bundesliga. Zum Auftreten von Hannover 96 hat der Senior eine klare Meinung.

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